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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1864-07-19 · Heft 30 (19.7.1864) · p. Seite 464

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
28 (1864)
Issue
Heft 30 (19.7.1864)
Date
1864-07-19
Page
Seite 464 (sequence 6)
Language
German
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464 25 und N1N72 selbst. Daß es in der biblischen Zeit als ein Zeichen von schlechter Erziehung galt, wenn jemand seine Kinder nicht zu einem Handwerke anhielt, hätten wir durch eine Stelle erwiesen gewünscht. Bekanntlich ist dies ein talmudischer Ausspruch.*) Warum spricht der Vers, nicht vom Landbau, der doch jedenfalls mehr als alle Handwerke und Künste blühte? Warum nicht überhaupt von der biblischen Ansicht über die Arbeit? Warum nicht, wie die Bibel den Leidenschaften entgegentritt und deren Bewältigung behandelt, ein so wichtiges Capital der Erziehung? Demungeachtet enthält das Schriftchen viel Interessantes und zeugt von der Gewandtheit seines Verfassers. Gr.-Becskerek, im Juli. Unter der Ueberschrift: „Entdeckung von Kieselwerkzeugen im heiligen Lande" brachte das „Ausland" No. 19 den weiter folgenden Aufsatz, auf den wir die Aufmerksamkeit der Gelehrten zu lenken uns erlauben, weil die neuesten Forschungen und Untersuchungen in Betreff des sogenannten Stein- und Bronzzeitalters sowie der Pfahlbauten, die eine ganze Revolution in der Geologie hervorgebracht haben, nicht ohne nachhaltigen Einfluß auf die Bibel sein werden. Bekanntlich war es vorzüglich die Geologie, die ihre Behauptungen diametral der biblischen Schöpfungsgeschichte entgegensetzte — und es ist darum an sich schon nicht uninteressant wahrzunehmen, daß wiederum andererseits gerade von dieser Seite den Erzählungen der Bibel von „den Gewaltigen, welche von altersher Männer vom Ruhme waren", und überhaupt von den Riesengeschlechtern (Nephilim und Anakim) die stärksten Beweise von der Wahrheit und Glaubwürdigkeit derselben zufließen. Nicht nur in der Schweiz und in Dänemark hat man Kieselwerkzeuge und Pfahlbauten entdeckt, sondern auch im heiligen Lande — und so nicht die Expedition des Herzogs von Luhnes größtentheils verunglückt wäre, so hätten wir vielleicht auch schon Nachrichten über Pfahlbauten am tobten Meere gehabt. Wir müssen uns also vorläufig mit der folgenden dürftigen Nachricht begnügen. „Es dürfte einigen unserer Leser bekannt sein, daß der Herr Herzog von Luhnes, der in Frankreich durch den fürstlichen Gebrauch, welchen er von seinen reichen *) Wie es in Kidduschin 30, 2. heißt: „Wer seinem Sohne kein Handwerk lehren läßt, ist, wie wenn er ihm die Räuberei lehrte;" oder Sanhedr. 29, 1.: „Sieben Jahre dauerte die Hungersnoth, aber sie suchte die Handwerker nicht heim." — Einkünften macht, wohl bekannt ist, eine wissenschaftliche Expedition nach dem heiligen Lande ausgerüstet hat und auch selbst leitet. Der Hauptzweck der Expedition ist die Lösung der an das todte Meer sich knüpfenden ungelösten oder zweifelhaften Probleme. Der Geologe der Reisenden ist Herr Louis Lartet, Sohn des ausgezeichneten Paläontologen, der so erfolgreich an den Beweisen für das Dasein eines vorgeschichtlichen Menschen, wie die Gräber und Knochenhöhlen in Frankreich sie lieferten, gearbeitet hat. Aus einer von Herrn Daubröe der Akademie der Wissenschaften in Paris in ihrer letzten Sitzung gemachten kurzen Mittheilung scheint hervorzugehen, daß diese Forschungsreise einen sehr günstigen Anfang genommen hat. Bei der Landung in Behrut entdeckten der Herzog und seine Freunde Höhlen oder Breccien-Ablagerungen, in denen sie eine Menge Kieselmesser und fossile Knochen fanden, welche die gewöhnlichen Merkmale trugen, daß sie durch die Hände eines ehemaligen wilden Menschen gegangen waren. Näheres ist von Herrn Daubr6e nicht mitgetheilt worden — er beschränkte sich einzig und allein auf die Anzeige der Thalsache." „Herrn Baugu6 zufolge sind auch Kieselmesser in einer Höhle zu Bethlehem entdeckt worden und ebenso in beträchtlicher Menge auf dem Berge Sinai. Die bethlehemitische Höhle wird zweifelsohne von der Expedition des Herzogs von Luhnes vollständig durchforscht werden, ehe sie das Jordanthal verläßt." Wir lassen nun diesem kurzem Berichte eine Stelle aus Josephus Alterth. V. 2, 2. folgen, auf die wir schon vor längerer Zeit in unserem jetzt erschienenen Artikel: „Abrahams Berhältniß zur Stadt Chebron" u. s. w. (Rabb. Kobaks Jeschurun I. Heft. Fürth, 1864, S. 25) hingewiesen haben. „Deshalb brachen die Israeliten von da wieder auf gegen Hebron; nahmen diese Stadt und brachten alles darin um. In dieser Stadt hatte sich früher ein Geschlecht von Riesen aufgehalten, die sich durch Körpergröße und ihre Gestalt von anderen Menschen sehr unterschieden und schrecklich anzusehen waren. Ihre Gebeine werden noch bis auf den heutigen Tag gezeigt, und wer sie nicht gesehen hat, kann kaum glauben, daß sie so ungeheuer groß gewesen seien." Wir bemerkten dabei in der angeführten Stelle: „Wir hätten hier demnach die erste Spur menschlicher Mammut he, da man bisher antediluvianische Menschenknochen und Skelete nicht gefunden hat. Es verdient darum diese Stelle in geologischer Hinsicht alle

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