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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1864-07-12 · Heft 29 (12.7.1864) · p. Seite 451

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
28 (1864)
Issue
Heft 29 (12.7.1864)
Date
1864-07-12
Page
Seite 451 (sequence 9)
Language
German
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451 „zu seiner 25jährigen Amtsthätigkeit in Wannfried, *) „v. s. Collegen der Kreise Eschwege und Witzenhauseu „aus Liebe gewidmet am 1. Juni 1864" versehenen silbernen Bechers als Ehrengeschenk von den Lehrern, unter kurzer aber herzlicher Ansprache des damit betrauten LehrerS Herrn Müller zu Frankershausen, endigend mit dem Wunsche, daß der Jubilar in blühendster Gesundheit auch sein öOjähriges Jubiläum erreiche und daß wir (israel.) Lehrer in Kurhessen alsdann auch materiell so gestellt sein mögen, daß wir ihm daun statt eines silbernen einen goldenen Becher werden verehren können. — Nachdem nun auch noch vom Hrn. Lehrer Cornelius zu Netra ein von ihm im Namen der Collegen verfaßtes Festgedicht vvrgetrageu und in einem gedruckten Exemplar überreicht war, dankte der von diesen Liebesbezeugungen ergriffene Jubilar mit herzlichen Worten den sämmtlichen Anwesenden für die ihm so thätig bewiesene Theilnahme. — Unserer Verbesserung in gehaltlicher Beziehung staatsseitig sehen wir israel. Lehrer in Kurhessen noch immer entgegen. Bei der Vertheilung — und fürs Jahr 1863 und auch schon fürs I. Quartal l. I. bereits geschehenen Auszahlung der Gehaltszulagen — der von der Staats-Regierung und den Landständen zur Aufbesserung der Lehrergehalte und zur Unterstützung der Lehrerwitwen bewilligten bedeutenden Summe aus der Staatskasse sind wir israelit. Lehrer trotz der vom kurf. Vorsteheramte eingebrachten Petition ganz ignodirt worden. Auf neuerdings von den israelit. Lehrern des Kreis. Wolfshagen bei der Ständekammer eingereichten Petition wegen Betheiligung an den aus der Staatskasse erfolgten Gehaltserhöhungen der Schullehrer sowie an den Pensionen für Witwen wurde den Bittstellern von dem Beschluß: „Das Gesuch ist an die hohe Staats-Regierung zu geeigneter Berücksichtigung namentlich in solchen Fällen abzugeben, wo isr. Schulen sich als nothwendige oder nützliche Glieder im Organismus der Volksschule darstellen" Nachricht gegeben. Nach einer mit dieser Klausel empfohlenen Berücksichtigung jüdischer Schulen ist eine solche nicht leicht zu erwarten. Denn obgleich sich nicht blos einzelne sondern alle israel. Schulen des Kurstaates als nothwendige und nützliche Glieder im Organismus der *) Tannenbaum war vor seiner jetzt 25jährigen Wirksamkeit in Wannstied bereits 9 Jahre angestellter Lehrer in Spangenberg. Corresp. Volksschule darstellen und auch factisch als solche an vielen Orten sich bereits erwiesen haben, wird man dennoch Gründe zur Jgnorirung derselben in fraglicher Beziehung aufzufinden wissen. — Der Ausfall dieser Angelegenheit betrifft nicht die Lehrer allein; nein! euch alle, ihr israel. Gemeinden Kurhessens! Darum eilet und reget euch hierbei, weils noch Zeit ist: petitionirt um dieses Recht bei der Ständekaminer und dem Ministerium (etwa durch eure Kreiövorstehcr) und motivirt euer Gesuch mit den vielfach vorhandenen Gründen und vergesset dabei nicht hervorzuheben, daß, wie man an einem Orte von katholischen und protestantischen Einwohnern, ja sogar auch da, wo von dieser oder jener Religion nur eine geringe Zahl wohnen, dennoch für jede eine besondere Schule und einen eigenen Lehrer habe und dieselben aus Staatsmitteln unterstütze, weil man die Schuljugend verschiedener Religionen nicht zusammen und von einem Lehrer unterrichtet wissen will, —hiernach auch den Israeliten gleiches Recht zugestehen müsse, zumal in einem Staate, wo diese schon lange emancipirt sind. Daß es Männer gibt, welche die Rechte der Israeliten durch (Schein-) Gründe zu verkürzen streben, haben Sie, verehrungswürdiger Herr Redacteur, schon oft und auch jetzt wieder in Ihrem jüngsten Leitartikel „Die individuelle Freiheit" dargelegt. Darum müssen die Israeliten aber auch immer ihre Rechte geltend zu machen nicht versäumen. W. Preußen. Berlin, 2. Juli. Dr. Johann Jacobh wurde gestern wegen der im November v. I. Hierselbst vor seinem Wahlbezirke gehaltenen Rede zu sechs Monate Gefängniß wegen Majestätsbeleidigung, Aufforderung zum Ungehorsam gegen die Gesetze und Beleidigung des Staatsministeriums verurtheilt. Wahrscheinlich wird derselbe Appellation einlegen. — Meherbeer, der ungefähr 18,000 Thaler zu wohlthätigen Zwecken testirt hat, hat davon 1000 Thaler dem jüdischen Krankenhause und 1000 Thaler dem Auerbach'scheu Waisenhause bestimmt. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, 1. Juli. Wir haben seinerzeit gemeldet, daß die Policeibehörden auf Vorstellung des israeliti- 29

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