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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1864-07-12 · Heft 29 (12.7.1864) · p. Seite 447

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
28 (1864)
Issue
Heft 29 (12.7.1864)
Date
1864-07-12
Page
Seite 447 (sequence 5)
Language
German
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447 halten haben. Herr Firkowitz hat mit den wenigen Mitteln, die ihm zu Gebote standen, über 300 Abdrücke anfertigen können; werweiß, welche wichtigen Documente die Erde hier noch verbirgt, und es wäre daher sehr wünschenswerth, daß weitere Nachforschungen angeflellt würden. Es wäre nicht unmöglich, daß vielleicht auch Grabschriften von Chasaren aufgefunden wurden. Literarischer Wochenbericht. Bonn, 23. Juni. In den jüngsten Wochen ist uns eine ganze Reihe tüchtiger Werke zugekommen. Wir führen sie hier an, mit dem Vorbehalt, auf einige derselben zurückzukommen und näher auf sie einzugehen. Von wissenschaftlicher Wichtigkeit ist: nbarri nbaa das Buch Ochlah W’ochlali (Massora). Herausgegeben, übersetzt und mit erläuternden Anmerkungen versehen nach einer, soweit bekannt, einzigen, in der kaiserlichen Bibliothek zu Paris befindlichen Handschrift von Dr. S. Frensdorfs, Oberlehrer. Hannover, 1864. Der Herausgeber dieser Schrift ist seit vielen Jahren mit der Bearbeitung der Massora beschäftigt und war daher begierig, das seit 1538 verschwundene wichtige Buch, das von seinem Anfänge nbs&n nbsa benannt ist, wieder aufzusinden. Nacklangem Suchen und Anfragen hatte er vor einigen Jahren die Freude, von Herrn Goldberg in Paris zu erfahren, daß dasselbe in der dortigen kaiserl. Bibliothek vorhanden sei. Im Jahre 1862 schrieb Hr. vr. Frensdorfs es selbst mit größter Genauigkeit ab. Er legt es nunmehr vor und macht es somit allen Freunden der Wissenschaft zugänglich. Um den Gebrauch desselben zu erleichtern, hat er die deutsche Uebersetzung jeder Angabe beigefügt, jedes Schlagwort mit den erforderlichen Vocalen versehen und die aufgezählten Schriftstellen nach Büchern, Capiteln und Versen bezeichnet. Außerdem fügte er auch „Nachweise und Bemerkungen" hinzu, in welchen angegeben wird, erstens, wo die Bemerkungen dieses Buches in der gedruckten Massora wiederzufinden sind; zweitens, welche Angaben dieses Buches in jener nicht vorhanden find, deren Erhaltung wir also diesem verdanken; drittens, wie das Angegebene zu verstehen und das Falsche in beiden zu berichtigen sei, wobei sich herausstellt, daß das Buch nbarri nbsa die ursprünglichen alten Massoraangaben uns treu bewahrt hat, während die gedruckte Massora an Zusätzen, Auslassungen, Verstümmelungen und Mißverständnissen leidet. Wir haben also hier einen bedeutenden Materialienschatz für die Massora, und da von dem guten Absatz der vorliegenden Schrift die Verlagsbuchhandlung die Herausgabe der Massora abhängig machen wird, so wäre es zu wünschen, daß die Förderer der Wissenschaft dies berücksichtigten. — -n?abntt n-npn "idö* Kritisch talmudisches Lexikon von Jakob Ezechiel Löwy, Rabbiner in Beuchen, O.-S. Band 1. Wien, 1863. Dieser erste Band umfaßt das A mb zwar mehr als 150 Artikel. Die Umsänglichkeit des ganzen Unternehmens und die Wichtigkeit der einzelnen Artikel veranlaßt uns, in nächster Zeit ausführlich auf Plan, Absicht und Leistung einzugehen. — Das 30. Heft der prisr von M. E. Stern enthält wieder eine mannigfaltige Reihe prosaischer und poetischer Artikel des verschiedenartigsten Inhalts. Der Herausgeber erhält jetzt zur Fortsetzung seines für die hebräische Sprache wichtigen Unternehmens eine Subvention der kaiserl. Akademie der Wissenschaften in Wien. — rvnAK vba inson bsnur rrnb b"? ‘-tftw pmr 'im» n«n Dr. Isaak Erter's gesammelte Schriften. Zweite berechtigte und vermehrte Auflage. Mit Biographie und Einleitung von Dr. Max Letteris und dem photographirten Bildniß des Verfassers. Wien, 1864. Der Name des als Arzt in Brody am Pessachfeste 1851 verstorbenen Erter ist als Mitarbeiter an hebräischen Zeitschriften, namentlich am tna, und als insi^n wohlbekannt und ist die Herausgabe seiner gesammelten Aufsätze ein verdienstliches Werk. Erter war Meister in der Satyre und seine gegen die Chassidim und die Hyperorthodoxie geschleuderten Pfeile drangen tief ins Fleisch. Seine Schriften behalten daher einen bleibenden Werth und sind denen zu empfehlen, welche Freunde eines frischen, lebhaften, sprudelnden Hebräisch sind. — Auch zwei neue musikalische Werke haben wir anzuzeigen. Allmählich bildet sich auch in Amerika eine jüdische Literatur, zunächst für cultuelle und Schulbedürfnisse, und ist es wiederum theils das deutsche, theils das englische Element, das seine Pstege sucht und nach und nach findet. So erhalten wir aus Philadelphia ein starkes Heft baitt}"* stwet, Auswahl israelitisch-religiöser Lieder, in Musik gesetzt von Wilhelm Fischer. Philadelphia, 1863. Das Heft (160 Seiten Groß-8".) enthält die Compositionen deutscher religiöser Lieder mit Begleitung, Vor- und Nachspielen und will für die Selbständigkeit des deutschen israelitisch-religiösen Liedes durch geeignete Original-Melodien den Weg an-

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