Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 28 (1864)
- Issue
- Heft 28 (5.7.1864)
- Date
- 1864-07-05
- Page
- Seite 438 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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« 438 Gratisunterricht in der ungar. Sprache erhalten; in den Wintermonaten fanden an mehr als 50 Abenden Vorlesungen theils literarischen theils populärwissenschaftlichen Inhalts statt, die sich gesteigerten Beifalls zu erfreuen und jungen Talenten Gelegenheit zur Bekanntwerdung geboten hatten; es wurde mit der Herausgabe von Schulbüchern begonnen, und zwar mit einem hebr.-ungar.-deutschen Lautirlesebuch; es erschien ferner unter Redaction und Aegide des Vereins der zweite Jahrgang des jüd. ungar. Jahrbuchs mit wissenschaftlich-literarischem, von der Kritik beifällig aufgenommenem Inhalt; die Unterstützung einiger jüd. ungar. Schriftsteller bei Herausgabe von Schriften ward nicht verabsäumt; fleißige Schüler der jüd. Volks- und Privatschulen, die sich in der Erlernung der ungar. Sprache hervorgethan, wurden mit entsprechenden Prämien belohnt; es wurde ferner ein Lesesaal im Vereinslocol eingerichtet, in welchem die Vereinsmitglieder jüd. und ungar. Zeitungen zu ihrer Belehrung benutzten; auch wird die mit ungar. Werken gut dotirte Vereinsbibliothek von den Mitgliedern fleißig in Anspruch genommen. — Der Verein hat ferner im Einvernehmen mit der ungar. gelehrten Akademie begonnen, statist. Daten jüdischer Gemeinden Ungarns, ihrer Institute u. s. w. zu sammeln. — Außerdem aber will der Izraelita Magyar Egylet, unterstützt von jüd. theolog. Capacitäten ersten Ranges, alle seine Kräfte daransetzen, seinen Glaubensbrüdern eine Ungar. Uebersetzung der Bibel zu bieten. Bei dem bedeutsamen Umschwung, dem Schule und Familie in nationaler Hinsicht in den jüngsten Tagen bei uns sich hingegeben, können sie diesen göttlichen Lehrschatz ohne Schaden nicht länger entbehren." Zum Schlüsse heißt es: „Der Kreis der Theilnehmer muß sich beträchtlich erweitern. Der Egylet muß in seinem Schoße die geistigen und materiellen Kräfte des ungar. Israels würdig vertreten sehen, sollen jene Ziele zur Veredelung und Bildung des Judenthums Verkörperung flnden, die jetzt der Vereinsleistung in Form von Idealen vorschweben. Die materiellen Ansprüche, die der Verein an das einzelne Mitglied stellt, sind höchst unbedeutend. Es bedarf blos eines täglichen Opfers einiger Pfennige, um das erhebende Bewußtsein zu genießen, an dem Fortbau und der Verherrlichung des ungarischen Judenthums thätig mitgewirkt zu haben." Brody, 17. Juni. Me der „Hamwasser" mittheilt, hat der vielfach verdiente Hr. MayerKallir, der auch Präsident der hiesigen Handels- und Gewerbekammer, „in Anerkennung seines vieljährigen verdienstvollen Wirkens" den „Franz-Joseph-Orden" erhalten. Schweiz. Paris, 20. Juni. In den neuesten Verträgen mit der Schweiz, sagt die France, „sind die Fragen der Gewissensfreiheit und der Domicilirung der Juden in der Schweiz in liberalem Sinne entschieden worden, so daß die Schweiz in dieser Hinsicht nun auch zu den am weitesten vorgeschrittenen Nationen gehört." (Hoffen wir, daß dies sich als wahr erweise!) Italien. Turin, 15. Juni. (Ellne. isr.) In der am 4. huj. eröffneten Kunstausstellung zeichnen sich zwei Gemälde von israelitischen Meistern aus das vortheilhafteste aus: „Die fromme Legion" von Professor Levi Gioacchino aus Busseto, gegenwärtig in Mailand, und „Die Schlacht bei Palestro am 31. Mai 1859" (großes Aquarellbild) von dem bekannten Ritter Raffael Pontremoli. Neapel, im Juni. In einem harten Kampfe mit den Briganten von Melfese, in welchem General Franzini selbst in die höchste Gefahr gerieth, zeigte der (isr.) Capitän Ottolenghi den höchsten Muth. Schwer verwundet, wollte er den Kampfplatz nicht verlassen, bis er vom General Franzini dazu genöthigt wurde. Seine Tapferkeit verhütete vielleicht ein großes Unheil. Die ganze Presse stimmte in das Lob dieses Helden ein. Niederlande. Arnhem, im Juni. (Privatmitth.) Gestatten Sie, hochgeehrter Herr Redacteur, den Leserkreis Ihrer geschätzten Zeitung auf einen Mann aufmerksam zu machen, dessen anerkannte Verdienste um Judenthum und jüdische Wissenschaft einer ehrenhaften Erwähnung in dieser Zeitung verdienen. Es ist dies Herr I. Waterman, Lector der orientalischen Sprachen am hiesigen städtischen Gymnasium und Rector einer städtischen Elementarschule. Die Ernennung als Rector gibt wie-