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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1864-06-14 · Heft 25 (14.6.1864) · p. Seite 389

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
28 (1864)
Issue
Heft 25 (14.6.1864)
Date
1864-06-14
Page
Seite 389 (sequence 11)
Language
German
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38» Warmbmnn, im Mai. (Privatmitth.) Sie haben stets es für angemessen gehalten, Berichte über den Stand auch der Armenkassen in den verschiedenen bedeutenden Bädern für kranke Israeliten zu geben, um ebenfalls diesen segensreichen Zweig der Wohlthätigkeit zu fördern. In der That, stellt man sich die Lage kranker Menschen vor, die, fern von der Heimath und den Ihrigen, Heilung an einem fremden Orte suchen und hier dem Mangel und der Entbehrung ausgesetzt sind, so wird man sich des Mitgefühls nicht entschlagen können und die Wirlsamkeit für diesen Zweck hoch zu schätzen wissen. Gestatten Sie daher heute die Bemerkung, daß die hiesige jüdische Badearmenkasse ihren 19. Rechenschaftsbericht veröffentlicht hat, woraus zu ersehen, daß sie im Jahre 1863 36«) Thlr. Einnahme hatte, wovon 9 Thlr. Bestand blieben. Bon 30 jüd. Gemeinden und 17 Chebroth erhielt sie 133 Thlr., von jüdischen Badegästen 197, das übrige durch Legate und jährliche Geschenke. Sie vertheilte 749 Portionen Mittagsbrot, 111 Wochen Logismiethe, 55 Wochen Bassinbäder, 149 Stück Douchebäder, baare Unterstützungen und Reisegelder u. s. w. u. s. w. Die Zahl der unterstützten jüdischen armen Kranken war 27. Mögen die wackeren Männer, die sich dieser schönen Wirksamkeit unterziehen, stets den besten Erfolg ihrer Bemühungen erfahren! Oesterreichischer Kaiserstaat. Gr.-Kanizsa, 24. Mai. (Privatmitth.) Sir Moses Montesiore hat am heutigen Tage des vor. Jahres bei Gelegenheit seiner Reise nach Konstantinopel unsere Stadt berührt und sich 24 Stunden hier aufgehalten, bei welcher Gelegenheit er einem Gottesdienste in unserem Tempel beiwohnte und dem Gemeindevorstande eine namhafte Summe zur Bertheilung unter jüdische Arme behändigte. — Zur Erinnerung hieran wurde eine Gedenktafel votirt und heute in unserem Tempel enthüllt, welche Feierlichkeit mit einem solennen Gottestesdienste, mit Chor und Orchester und einer gediegenen Predigt des Herrn Oberrabbinen Fasse! begangen wurde. Papa, im Mai. (Privatmitth.) Wenn in den hiesigen Landen der Fortschritt im Cultus nur äußerst mühselig vorwärts kommt, so möchte auch der kleinste Schritt um so bemerklicher sein und einen besonderen Werth haben. Es möchte daher nicht unpassend sein, zu bemerken, daß endlich auch hier der feierliche Vollzug der Trauungen im Tempel durch unfern Rabbinatsverweser Herrn Pserhöfer durchgesetzt und bereits schon dreimal vor sich gegangen ist. Krakau, 16. Mai. (Privatmitth.) Bor einigen Tagen siel ein junger Israelit, der bei einem Klempner in der Lehre war und mit seinein Meister auf dem Dache arbeitete, so unglücklich herab, daß er sofort seinen Geist aufgab. Die Anwesenden, sämmtlich christlichen Glaubens, schafften die Leiche in eine gegenüberliegende Kirche, wo sie 48 Stunden lag, worauf sie nach der Klinik gebracht wurde, um secirt zu werden. Die unglücklichen Verwandten stürmten während dieser ganzen Zeit mit Bitten und Weinen auf unfern Oberrabbiner ein, die Leiche zu reclamiren, ohne daß dieser sich zu irgend einem Schritte bewegen ließ. Sie wandten sich nunmehr zu dem edelsinnigen Gemeindevorsteher, Herrn Deiches, der, da die Reclamation nur von dem geistlichen Oberhaupte ausgchen kann, ihm wiederholt seine Pflicht, die jüdische Leiche unverstümmelt zum Begräbniß zu bringen, vorhielt, aber ebenso wenig einen Eindruck machte, so daß die Leiche des Verunglückten ihrem Schicksal anheimfiel. Herr Deiches stand nicht an, gegen die Unthätigkeit eines Mannes zu protestiren, der berufen ist, eine so große Gemeinde seelsorgerisch zu leiten und alle deren Institute durch seinen Haß gegen alles, was Bildung und Gesittung heißt, zu Grunde gehen läßt. Dies wird ihm aber nichts helfen, und so möge nur Herr Deiches selbst seine Zwecke, auch die hiesige Gemeinde aus dem Schoße des Obscurantismus zu erlösen, mit Energie verfolgen. A. Wallmann. Frankreich. Paris, im Mai. Die Alliance israßlile universelle hat einen Bericht über die ersten vier Monate des Jahres 1864 veröffentlicht. Es geht besonders daraus hervor, daß die Alliance die Gründung von Schulen in Tanger, Tetuan und Bagdad zu fördern sucht und jährliche Unterstützungen, wenn auch noch in kleinem Umfange, dazu hergibt. — Die verehrliche Redaction der Arcliives israeliles will unsere neuliche Bemerkung dadurch entkräften, daß sie behauptet, die von uns bezeichnete Correspondenz aus der New-York Tri- 25**

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