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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1864-06-14 · Heft 25 (14.6.1864) · p. Seite 388

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
28 (1864)
Issue
Heft 25 (14.6.1864)
Date
1864-06-14
Page
Seite 388 (sequence 10)
Language
German
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388 3700 Thalern, die Summe von 7151 Thalern, von denen 912 Thaler Kassenbestand blieb, da 5244 Thlr. Gaukosten getragen wurden. Die Einnahme für 1863 betrug 6408 Thlr., die Ausgaben 6350 Thlr., von denen 4467 auf Baukosten und für die innere Einrichtung des Hauses verwendet wurden. Bei solchen thatsachlichen Erweisen der Lebenskraft, welche in dieser Anstalt vorhanden, hoffen wir, daß die beiden Provinzen, für welche sie bestimmt und ein großes Bedürfniß ist, nunmehr in reicherem Maße ihr ihre Gaben zuwenden werden und daß auch von edlen Menschen des Auslandes der Geist der Barmherzigkeit sich für sie bewähren werde. Aus Westfalen, l. Juni. (Privatmitth.) Der Staats-Anzeiger enthält folgende Mittheilung: Der praktische Arzt v>. A. Strauß in Brilon ist zum Kreisphhsicns des Kreises Halle in Westfalen ernannt worden. Diese Ernennung verdient daher ein Plätzchen in d. Zeit«;., als unseres Wissens Herr Strauß der erste jüdische Arzt ist, der in Preußen die Berwaltuuz einer Kreiö-Phhsicals-Stelle erhallen hat. W. «Dies ist nicht ganz richtig, es existiren schon zwei Kreisphhsici jüd. Glaubens. D. Red. d. A. Z. d. I.) Bonn, 3. Juni. (Privatmitth.) Die berl. Zeitungen berichten, daß Prof. I»r. Traube einen Ruf als Director der hiesigen Klinik erhalten habe. Wie wir hören, ist dies nicht richtig, es ist nur vielfach die Rede davon, aber die hiesige medicinische Facultät habe im Sinne, einen Katholiken in Vorschlag zu bringen, da jetzt die ganze Facultät ans Evangelischen besiehe. Köln, 27. Mai. l Privatmitth.) In No. 16 d. Ztg. machen Sie, geehrtester Herr Redacteur, in einer Mittheilung de dal« Bonn, 31. März, die jüdischen Gemeinden darauf aufmerksam, daß sie bei Einsendung ihrer Collecten für arme Studirende die Bedingung hinzufügen möchten, daß „mindestens die Hälfte derselben nur für jüdische Studenten verwendet werden solle." In diesem Sinne hat denn unser Vorstand in dieser Woche ein Schreiben an das Curatorium der bonner Universität gesandt und darin den Wunsch ausgedrückt, daß bei Verwendung der übermittelten Gelder der Grundsatz der Parität zur Anwendung komme. Auf dieses Schreiben erfolgte heute nachstehende Antwort, die ich im allgemeinen Interesse und gleichzeitig als Berichtigung jener Privatmittheilung hier folgen lasse. „Dem Vorstande der Shnagogen-Gemeinde in Köln erwidere ich ergebenst auf das gefällige Schreiben vom 24. d. M., daß die in den jüdischen Gemeinden zur Unterstützung hiesiger armer und würdiger Studirender gesammelten Gelder ausschließlich zur Unterstützung mosaischer Glaubensgenossen verwandt werden, daß den Angehörigen der beiden christlichen Confessionen aus diesen Geldern keine Stipendien zufließen. Fehlt es an jüdischen Studirenden, denen die jüdischen Collecten zugewandt werden können, so werden dieselben capitalisirt, wie denn auch der in Bezug genommene Rechenschaftsbericht vom 16. Sept. v. I. für Slndirende der jüdischen Confession ein zinstragendes Eapital von 570 Thlr. nachweist. Seitdem ist dieses Stiftungsvermögen durch fernere Verwendung disponibler Mittel auf die Summe von 750 Thlr. gewachsen. Ich verfehle nicht, zur gefälligen Kenntnißnahme des Vorstandes drei Exemplare des gedachten Rechenschaftsberichtes anzuschließen. Bonn, den 25. Mai 1864. Der Königliche Curator der hiesigen Universität. An lgez.) Beseler. den Vorstand der Shnagogen-Gemeinde zu Händen des Hrn. S. M. Frank in Köln. No. 677. Es dürfte dieses Schreiben geeignet sein, die Geneigtheit der jüd. Gemeinden für diese Collecten zu steigern, da es ja in der That für die Opferwilligkeil edler Glaubensgenossen nicht leicht ein Feld gibt, auf welchem mit der Aussicht auf reichere Früchte der Wohlhabendere dem Dürftigen seine werkthätige Liebe beweisen kann, und an unterstützungsbedürftigen Studirenden ■ana fehlt es ja an keiner Universität. Herrmanns. Die Rcdaction hat hierzu zu bemerken, daß, soweit ihr der qu. Rechenschaftsbericht Vorgelegen, es ihr nicht ersichtlich war, daß eine solche Capitalisirung der Ueberschüsse stattfinde, sonst würde sie mit Freuden hierauf aufmerksam gemacht haben. Sicherlich werden die Gemeinden das Vorgehen des Curatoriunis der Universität umsomehr unterstützen. Doch bleibt es wünschenswerth, daß die ertheilten Unterstützungen unter solchen Umständen etwas höher als 15 Thlr. gegriffen würden.

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