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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1864-06-14 · Heft 25 (14.6.1864) · p. Seite 385

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
28 (1864)
Issue
Heft 25 (14.6.1864)
Date
1864-06-14
Page
Seite 385 (sequence 7)
Language
German
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388 dieses Jahres ist denn auch bereits von vielen Seiten ausgesprochen worden. Vor dem 1. Juni sind auch an alle Herren Agenten des Instituts bereits die Quittungen für das 10te Jahr <1. Mai 1864 — 1. Mai 1865) per Post expedirt worden. Sollten diese — wider Bermuthen — bei irgendwem ausgeblieben sein, so bitten wir um schleunige Benachrichtigung. Für das 1 Ote Jahr liegen bereits sehr tüchtige und höchst interessante Manufcripte vor, wie wir in kurzem mittheilen werden, wenn die bezüglichen Verhandlungen sämmtlich zu Ende gebracht sein werden. Wir ersuchen daher die Herren Agenten recht dringend, ihre Bemühungen recht bald zu beginnen und uns die Erfolge mitzutheilen. Mit au, im Mai. Ein frisch vom Stapel gelaufener dreibändiger Roman, beutelt: „Clarinette" von August Lewald. Schaffhausen, 1864, circulirt auch in den hiesigen Buchhandlungen und Leihbibliotheken und wird seines pikanten Sujets wegen häufig gelesen. Ohne mich in eine specielle Kritik dieses Buches, dessen Verfasser, wenn ich nicht irre, der Geburt nach Jude ist, einzulassen, kann ich nicht umhin, unsere Glaubensgenossen vor dem Ankäufe und dem Lesen dieses famvsen Romans zu warnen, da der Verfasser desselben darin unter der Maske der Pietät und Humanität nichtsdestoweniger nicht nur die größte Gehässigkeit gegen das Judenthum und die Juden sowie auch den Feudalismus und die Intoleranz apologisirt, sondern sogar eine Judenhetze läßt er einen seiner Romanhelden vvrbereiten und ausführen, wenngleich derselbe in jesuitischer Weise hinterher es nicht billigen will. Es wird genügen, nur einige wenige Parallelstellen aus seinem erwähnten Buche zu citiren, um den Leser von der Wahrheit meiner Behauptung überzeugen zu können. Bd. III, S. 9 behauptet er wie folgt: „Der echte Muth ist nur ein höchst seltener, vereinzelter Charakter in dem Leben des jüdischen Volkes, seitdem es in der Geschichte sich bemerkbar machte. Ihre Thaten bei der Nieverlassung im Lande Kanaan, der romantische Muth Davids, das Heldengeschlecht der Makkabäer stehen unter ihnen vereinzelt (?) da. Und das war in ihrem blühendsten Zeitalter. Aber weder ihr Kunstfleiß noch ihre Gelehrsamkeit haben sich in Denkmälern erhalten, wie es die großen Völker des Alterthums gethan; sie hatten nichts gesammelt, was ihre späteren Generationen als angestammtes Beispiel verarbeiten konnten, und die Folgen jener Zeit ihres höchsten Glanzes waren für die Juden nicht Vervollkommnung, sondern Zerrüttung und Leichtsinn. Vergebens donnerten die Propheten dagegen, vergebens warfen sie die kühnen Blicke in die Zukunft; der sinnlose Pöbel überhörte es, der Nationalgeist sank immer tiefer, und wie schon in den alten Tagen die eiserne Treue gegen Jehovah zu weichen begann und der Götzendienst über die auf dem Sinai empfangene Thora emporwucherte, so ging es von Jahrhundert zu Jahrhundert weiter bis zur letzten Grenze des Unglaubens, welcher Zustand durch eine allmähliche Lähmung der Seelenkräfte durch einen kindischen Hang zu Luxus und Sinnlichkeit, durch eine von trockener Buchstabenweisheit erzeugte Auszehrung der Vernunft, sich des jüdischen Volkes bemächtigte. Nicht, wie es so viel von den Juden behauptet wird, sind die mittelalterlichen Verfolgungen hieran schuld; die Unterdrückung von außen ist es nicht, welche dem Judenthume die charakteristischen Merkmale aufdrückte, wodurch seine Bekenner von den Christen sich so unvortheilhaft unterscheiden." — S. 35 heißt es daselbst ferner: „Der Jude habe die Lehre von dem zürnenden Rachegotte Jehovah empfangen, der die Sünde der Väter bis ins vierte Glied straft und dem jedes Attribut heiliger großartiger Liebe fehlt. Der Jude (behauptet er), der seinen Gott liebt, thut es aus Furcht vor positiver Strafe und aus Interesse für sein persönliches irdisches (!) Glück. Er liebt Jehovah, wie ein den Sinnen ergebener Verschwender sein Geld, wie ein Wollüstiger das, was ihm Lust und Vergnügen gewähren kann. Sein Verhältniß zu Gott verhält sich wie das Mittel zum Zweck. Einem Christen erscheint eine solche totale Umwandlung der göttlichen Ordnung einem Sacrilegium gleich, als ungeheuerster Frevel. Es ist das eine Liebe der unreinsten Begier, ein gemeiner Schacher mit einem Worte." — Was die übrigen Aussälle des Verfassers auf Juden und Judenthum betrifft, so würden wir unnützerweise zu weitläufig werden müssen, um sie aufzuführen, und will ich nur noch den Schlüssel zu allem Obenerwähnten präsentiren, welcher klar und offen zeigt, daß wir es hier lediglich mit einem Erz-Jesuiten von echtem Schrot und Korn zu thun haben. Er behauptet nämlich ibicl. S. 24, „daß die Jesuiten solche Helden wären, denen selbst die erbittertsten Feinde des Ordens ihre Bewunderung nicht versagen können. Ihr Glaubenseifer, ihre Ausdauer, ihre Weisheit, die sie in allen gestalteten Einrichtungen zeigten, ihre milde, das Vertrauen erweckende Ueberredung, das feste Band, welches sich dadurch zwischen ihnen und den durch sie Bekehrten knüpfte, die strenge Ordnung

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