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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1864-05-24 · Heft 22 (24.5.1864) · p. Seite 341

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
28 (1864)
Issue
Heft 22 (24.5.1864)
Date
1864-05-24
Page
Seite 341 (sequence 11)
Language
German
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gung unsere frühere Bemerkung als gegenstandslos erledigt. Die Redaction. Koblenz, 11. Mai. (Privatmitth.) Zu der großartigen Einweihungsfeier unserer neuen Rheinbrücke, welcher des Königs und der Königin Majestäten beiwohnten, gehörte auch unser Rabbiner, Herr Ben- Israel, zu den auserwählten Eingeladenen, der einzige Israelit der Stadt; ebenso war er zu der Soiree, welche der Herr Oberpräsident zu Ehren 'beö königl.; Paares gab, herangezogen. LiegviH, Ende April. (Privatmitth.) Gestatten ° Sie mir, verehrter Herr Redacteur, heute einen kleinen Raum Ihres geschätzten Blattes, um von einer hier stattgesundenen Feierlichkeit zu berichten — einer Feierlichkeit, die im Interesse unserer Religion umsomehr veröffentlicht zu werden verdient, weil sie in glänzender Weife den Opfermuth für jüdisches Gemeinwesen documentirt. Die hiefige Synagogen-Gemeinde, obschon an Mitgliederzahl ziemlich bedeutend, ist immerhin noch eine junge zu nennen, da sie erst im Jahre 1812 gegründet worden ist. Nichts desto weniger ist sie stets bemüht gewesen, was Gottesdienst und Verwaltung anbelangt, allen anderen Gemeinden hiesiger Provinz mit leuchtendem Beispiele voranzugehen. Der prachtvolle Tempel sowie andere gemeinnützige Institute am hiesigen Platze geben ein würdiges Zeugniß davon. Der Wunsch der Gemeinde nach einem geistlichen Führer, der im Stande sei, auf der Kanzel und in der Schule den Geist des JudenthumS in seiner wahren Bedeutung zu verkünden und zu lehren, fand schon vor Jahren seine befriedigende Erfüllung in der Berufung des Herrn Dr. Landsberg zum Rabbiner an dieselbe. Mit Begeisterung seinen Beruf erfassend, brachte er die Früchte des Friedens und der Eintracht, die von jeher hier einen ' gesunden Boden hatten, zur vollständigen Reife und den Samen zur Gotteslehre streute er aus in die Herzen der Jugend, so daß er bereits zu würdigen Blüthen hervorgereift ist. Der Mangel an einem eigenen Schullocale machte sich jedoch durch die größer werdende Anzahl der Schüler immer fühlbarer. Um diesem Uebel ein für allemal abzuhelfen, sprach Hr. vr. 8. vor noch gar nicht langer Zeit in einer “"n b?u rr gehaltenen Predigt über die Bedeutung eines eigenen Schulhauses für die Jugend, insbesondere aber für die Gemeinde selbst, indem er dabei des Wunsches gedachte, den erst Rabbi Johanan ben Sachai gegen den Zerstörer Jerusalems äußerte. Dieser Gedanke wurde von seiten der Gemeinde mit lebhafter Freude ausgenommen. Herr vr. 8. entfaltete nun eine unermüdliche Thätigkeit im Sammeln von freiwilligen Spenden, die ein glänzendes Resultat ergab. Dem löbl. Vorstande, an dessen Spitze der um das Gemeindewohl sich so sehr verdient gemacht habende Hr. Stadtrath und Banquier Prager steht, ist es nun gelungen, ein Prachtgebäude dem Tempel geradeüber zu acquiriren, das in seinen Räumen Schule und sonstige Gemeinde-Institute in bester Weise in sich birgt. Am vergangenen Sonntag fand die Einweihung dieses Hanfes im Vereine mit der öffentlichen Prüfung statt. Nach einem von den Zöglingen der Anstalt gesungenen Choräle sprach Hr. vr. 8. mit tiefbewegtem Herzen der versammelten Gemeinde zunächst seinen Dank aus. Sodann wies er mit beredten Worten nach, wie dieses Haus namentlich den kommenden Generationen ein leuchtendes Beispiel von Opferthätigkeit ihrer Vorfahren zur Erhaltung unseres Glaubens sein wird; und wie es endlich vor allem eine Stätte geworden, auf welcher fortan die Jugend ihren religiösen Beruf empfangen soll. Nach der Prüfung und Prämien-Vertheilung wurde auf Anregung des Hrn. vr. 8. für eine einzurichtende Schulbibliothek collectirt, wobei ebenfalls bedeutend gespendet wurde. Mit dem von den Schülern vorgetragenen Adon Olam schloß diese ebenso erhebende wie würdige Feier. — Obschon dem Grundsätze huldigend 'ms:?: ms:?: -oia, kann ich doch nicht umhin, dem edlen Streben unseres würdigen Rabbiners hiermit einen öffentlichen Ausdruck zu geben. Möge es demselben vergönnt sein, noch lange mit ungeschwächter Kraft seinen Beruf zu hegen und zu pflegen. Nicht minder aber gebührt den Gemeindemitgliedern und mit ihnen dem löbl. Vorstande, insbesondere dem Herrn Vorsitzenden desselben öffentlicher Dank für alles Schöne und Gedeihliche, welches sie in unserem Gemeindeleben geschaffen haben. — Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, 12. Mai. (Privatmitth.) Die Wühlereien der Zeloten, die vor keinem Wege zurückscheuen, gehen doch so weit, daß bereits die politischen Blätter dagegen sich erheben und ankämpfen zu müssen glauben. Die „Presse" vom 5. Mai enthält einen 8eitartikel, 22**

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