Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 28 (1864)
- Issue
- Heft 22 (24.5.1864)
- Date
- 1864-05-24
- Page
- Seite 338 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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338 und Gott zu nähern; die Hindernisse aber, die ihm nun durch seine thierische Natur hierin gelegt werden, soviel als möglich zu vermindern, oder, wenn dies unumgänglich ist, sich von ihnen durch Reinigungen immer wieder zu scheiden. Die Annäherung an Gott durch Erhöhung der Geistigkeit heißt: die Heiligung, das Entfernthalten und die Entfernung von den thierischen Zuständen: die Re in i gleit und Reinigung. Wenn demnach das h. Wort als das oberste Princip des menschlichen Verhältnisses immer wieder einschärft: „Ihr sollt euch heiligen, um heilig zu werden, weil Gott heilig ist", 3 Mos. 11, 44. 45. 19, 2. 20, 6. 26. 2t, 6. 4 Mos. 15, 40., und dies sowohl durch die Enthaltung aller moralischen Entheiligung sowie durch die Opfer vermittelt wird — so stellt es als zu diesem Zweck durchaus nothwendig auf, sich jeder Verunreinigung zu enthalten: „ihr sollt euch nicht verunreinigen", weil durch leibliche Verunreinigung auch die Seele verunreinigt wird (odthöbd n« innwn «b 3 Mos. 11, 44. DD'nttDi na Tspttn ab 11, 43. 18, 24. 30. 20, 25. u. a. O.), und wo eine Verunreinigung stattgefunden oder unumgänglich war, gibt dasselbe gewisse Vorschriften, nach welchen.die Verunreinigung entfernt werde. Der Weg der Heiligung geht daher durch die Reinigkeit und Reinigung (so stellt es das h. Wort recht augenscheinlich 11, 45 ff. 20, 25 ff. dar) und diese ist die Ite Stufe zu jener. — Auf dieser Grundanschauung erheben sich 1. die Gesetze der Reinigkeit, und zwar a) die Speisegesetze, b) die Ehe- und Keuschheitsgesetze; II. die Gesetze der Reinigung, und zwar a) von der Verunreinigung durch das Todte, nämlich ») durch den Aussatz (als den Tod am Lebenden), n) durch das Todte; b) von der Verunreinigung durch geschlechtliche Zustände. — Heben wir zum Schluffe dieses Abschnittes noch folgendes Einzelne hervor. Maim. gesteht, daß er für den Gebrauch des Cedernholzes, Usops und carmoisinrothen Fadens bei der Reinigung des Aussätzigen und bei dem Verbrennen der rothen Kuh keinen Grund aufzufinden vermöge. Daraus erweist er abermals unabsichtlich die Notwendigkeit der symbolischen Bedeutung, die alsdann nicht schwer zu finden ist. Sie sämmtlich sind Symbole des Reinwerdens aus einem unreinen, der Verwesung vergleichbaren Zustande. Der Ysop hatte im ganzen Alterthume den Ruf eines äußern und innern Reinigungsmittels. Daher wurde er schon in Egypten zur Vorbereitung des Pessachlammes zum Sprengen des Blutes an die Pfosten und Schwellen des Hauses verordnet und noch Psalm 51, 9. heißt es: „Entsündige mich mit Asop, daß ich rein werde." Daß die carmoisinrothe Farbe symbolisch das Reinwerden aus sündigem Wesen ausdrückte, ersieht man auch aus Jos. 2, l 8., wo durch einen carmoisinrothen Faden am Seile das Haus der Rachab aus dem gebannten Gute Jericho's ausgeschieden werden soll, aus Jesaias 1, 18., aus dem Teppich von rothgefärbten Widderfellen über der Stiftshütte, wie denn auch die Trad. auf den für Asasel bestimmten Bock einen carmoisinrothen Streifen binden läßt (Joma 4, 2.). Cedernholz endlich ist dauerhaft im höchsten Grade, unverweslich und dem Cedernöl schreibt man die Kraft zu, Leichname vor der Verwesung zu schützen. Das Cedernholz ist also im Reinigungsacte das Symbol der aufgehaltenen Verwesung. Die weitere Deutung des ganzen Reinigungsactes sowie der ganzen Ceremonie der rothen Kuh gehört hier nicht her, da wir nur an diesem Beispiele die Unentbehrlichkeit sowie die Möglichkeit der symbolischen Deutung abermals erweisen wollten. Spenden-Liste für die Riefer - Stiftung I) zur monumentalen Herausgabe der Schriften Rießer'S, 2) zur Unterstützung solcher Israeliten, die Gerichtsasscssoren oder zu Gymnasial- und NniversitätS- 8ehrämtern befähigt, aber ihrer Religion wegen nicht angestellt sind. 1 147—1 159) Durch M. B. Sandmann in Rastenburg nach einem Bortrage des Predigers Jacob Lesser ges. von Adolph Jacoby aus Neidenburg 1 Thlr., I. Schmigelsky aus Rastenburg 1 Thlr., A. Jacoby do. 1 Thlr., Aronius do. I5Sgr., Sandmann do. 20 Sgr., M. Schmigelsky do. >5 Sgr., Gutmann do. 10 Sgr., Schlomann do. 15 Sgr., Alexander do. 15 Sgr., Flatow do. 1 Thlr., I. L. Jacoby do. 15 Sgr., Rosenthal do. 1 Thlr., Jacob Lesser, Prediger do. 10 Sgr.; zusammen inach Abzug des Portos) 8 Thlr. 20 Sgr. 1160) Aron Friedmann in Trzmeßno 1 Thlr. — Gesammtsumme: 2048 Thlr. 28 Sgr. 6 Pf. Die Redaction.