Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1864-05-10 · Heft 20 (10.5.1864) · p. Seite 309

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
28 (1864)
Issue
Heft 20 (10.5.1864)
Date
1864-05-10
Page
Seite 309 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3224737-3226418-3226439--22132-3259386
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

m die sich so nennenden „Freunde Israels" um allen Preis anerkannt wissen möchten, daß nämlich das Judenthum in zwei Lager sich getheilt hätte, daß auch in das Judenthum der Geist der Zerfahrenheit hineingefahren, um dann die einzelnen Trümmer sammeln und in sich aufnehmen zu können. Aber, Gott sei Dank, so weit ist es nicht, dahin kommt es nie, «ie. Ihr Unterzeichner, leset S. Jkkarim des R. I. Albo Abschnitt 4, §. 42, leset Maimonides „von den Königen" Abschnitt 12, dann wird euch, wenn ihr es verstanden habt, vielleicht ein Licht aufgehen, wenn ihr dasselbe nicht selbst wieder auslöscht. Doch ihr habt euch selbst geschlagen, die Missionäre reichen euch schon die Hand, ihr seid reif, mit Recht versprechen sie sich unter euch die reichste Ernte, sie kennen ja aus eigener Anschauung den Boden, der ihnen ihren Ertrag liefert. Ist diese Beobachtung erfreulich, so ist es die noch umsomehr, daß Sie, geehrter Herr, durch Ihre wohldurchdachten und auf die Schrift gefußten Arbeiten diese Leutchen, diese Axenfels und Consorten in Schrecken gejagt, ja sie zagen wirklich vor Ihnen und Ihrem Geiste und schrecken zurück vor dem Hauche der Wahrheit und Erleuchtung, und darum ptn! muthig dreingefahren, unsere Feinde müssen zerstieben, unsere Freunde aber werden leuchten „wie der Glanz des Himmels." Alexander Cahn. Preußen. Berlin, 29. April. (Privatmitth.) Auf den düppeler Schanzen ist, wie gegenwärtig auf allen Schlachtfeldern Europas und Nordamerikas, jüdisches Blut auf beiden Seiten gestossen, und unter den Siegern und Besiegten befanden sich Männer unseres Glaubens und Stammes. Besonders sind es auch jüdische Aerzte, die dem Vaterlande ihre Dienste weihen und sich unter denen bethätigen, welche mit der höchsten Selbstaufopferung, selbst unmittelbar unter dem Kugelregen, den verwundete» Brüdern die Hilfe der Kunst gewähren. Frankfurt a/O., im April. «Privatmitth.) Der Gründer und Leiter des „Colonisations-Vereins für Palästina" hat wieder einen „offenen Bericht" erlassen, in welchem als Thatsächliches angeführt wird, daß der Verein jetzt noch nicht ganz 3000 Thlr. besitze. Dies ist aber das Einzige, was wir aus demselben anführen mögen. Denn mit einem Manne, welcher jeden einflußreichen Mann, der dafür nicht wirkt, „einen Verräther an seinem Volke, einen nvis" nennt und hinzufügt: „Ich habe dieses scharfe Wort einem sehr angesehenen Manne ins Gesicht geschleudert — er hat es kein Jahr überlebt" — mit einem solchen mag man nichts weiter zu thun haben. Die neueste Zeit hat unter den Juden manches zu Tage gebracht, was weder zur Zeit, wo die wahre, aufrichtige Orthodoxie, noch zur Zeit, wo die Reformbestrebung die Oberhand hatte, gehört und gesehen wurde. Aber so weit ging doch wohl noch niemand, und man kann wirklich nur mit Ekel von derartigem Gebühren sich abwenden. Gebe Gott, daß die vielen widerwärtigen Erscheinungen, welche seit ungefähr zehn Jahren im Judenthume sich vorzudrängen wagen, nicht abermals innen und außen jene mühsam bekämpfte Mißachtung des Judenthums wieder Hervorrufen, welche vor den zwanziger Jahren so verwüstend wirkte und die bei oberflächlichen Beobachtern so leicht entsteht, wenn ihr religiöser, sittlicher und ästhetischer Sinn so vielfach abgestoßen wird. Bochum, im April. (Privatmitth.) Die Eheleute Aron Herz begingen am 14. März c. das Fest der goldenen Hochzeit. Der hierzu vorgesehene Gottesdienst begann morgens 10 Uhr in der neuen Synagoge unter großer Theilnahme aller Stände und Confesstonen. Der Lehrer Edelstein hielt die Festrede, welcher ein Choral voranging und folgte. Während der feierlichen Handlung überreichte derselbe den verehrten Jubilaren im Aufträge Ihrer Majestät der Königin Witwe die Psalmen Davids in schönem Einbande mit höchstcigenhändiger Widmung. Abends vorher brachte die Liedertafel dem Jubelpaare ein Ständchen. Unter den Gratulanten, die sich zahlreich in der Wohnung des Jubelpaares einstellten, befand sich der Landrath, Bürgermeister, Stadtverordnete sowie der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Der letztere überreichte namens der Gemeinde, als Beweis ihrer dankbaren Anerkennung, Achtung und Liebe — Herr Aron Herz war während vieler Jahre der Leiter und Vorsteher der Gemeinde — einen silbernen Pokal. Das Jubelpaar, stets zu wohlthätigen und gemeinnützigen Zwecken opferbereit, hat auch bei dieser Gelegenheit seine Großherzigkeit bethätigt; es hat der Stadt eine Summe von 500 Thalern zu einer dauernden 20**

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.