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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1864-05-03 · Heft 19 (3.5.1864) · p. Seite 294

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
28 (1864)
Issue
Heft 19 (3.5.1864)
Date
1864-05-03
Page
Seite 294 (sequence 12)
Language
German
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294 der gleichfalls aus dem Schulfonds honorirt würde, so müßte bei tactvoller Leitung der Anstalt Großes geschehen, und wir leben der festen Ueberzeuguug, das Schulwesen würde sich Bahn brechen und unsere Orthodoxen würden ebenso schweigen, wie sie dies vor 1859 in der Periode des Schaffens auf pädagogischem Gebiete zu thun für gut fanden. — Z. Aus Galizien, 20. April. (Privatmitth.) Herr Adolf Frankel, Vorsteher des wadowitzer Kreises, ein allgemein hochgeachteter und beliebter Mann, hat bei Gelegenheit seines 25jährigen Hochzeitsjubilänms der lipniker deutsch-israelitischen Volksschule in edler und nachahmungswürdiger Weise den Betrag von 500 fl. ö. W. zugewandt. Die That spricht für sich selber und bedarf keiner weitern Lobeserhebung. Das dem Hrn. Adolf Frankel vom hochwürdigen bischöflichen Consistorium zugekommene Anerkennungsschreiben aber können wir uns nicht versagen, wortgetreu hier wiederzugeben: „An den Herrn Adolf Fränkel in Lipnik. Es ist zur hierämtlichen Kenntniß gelangt, daß Sie Ihren 25jährigen Vermählungstag dadurch ehren wollten, daß Sie für Zwecke der lipniker deutsch-israelitischen Trivialschule, deren ausnehmender Vertreter Sie bei jeder Gelegenheit sind, den nahmhaften Betrag von 500 fl. ö. W. dem dortigen Gemeindevorstande übergeben haben. Indem wir diesen Zug hochherziger Wohlthätigkeit zur Kenntniß der hohen k. k. Behörde gleichzeitig bringen, spenden wir Ihnen hiefür von uiiserer Seite das wohlverdiente Lob mit dem innigsten Wunsche, daß Sie diesen Ehrentag nach abermaligen 25 Jahren wieder in bestem Wohlbefinden zu feiern das Glück haben möchten. Bischöfliches Consistorium Tarnow, den 15. Februar 1804. Josef Alois m. p. Bischof." Nordamerika. Philadelphia, 23. März. tPrivatmitth.) Von einer Antwort des Senators Sumner auf das in No. 17 mitgetheilte Schreiben des vr. Einhorn hat bisher nichts verlautet. Dagegen ist inzwischen durch einige weniger bekannte Blätter Sumner's Antwort auf die Einladung der betreffenden Convention bekannt geworden. Dieselbe enthält zwar keine Billigung, aber auch kein Wort der Mißbilligung des Unternehmens. Allerdings wird darin der Gottglaube im allgemeinen und der Grundsatz der Brüderlichkeit der Menschen als Basis der staatlichen Wohlfahrt hingesteüt, allein diese Brüderlichkeit bezieht sich offenbar blos auf die natürliche Gleichheit zwischen Weißen und Schwarzen. Daß der Senat das Memorial zu Gunsten der Bildung eines christlichen Staates angenommen, soll, wie Sachkundige versichern, auf einem Usus beruhen, wonach zur Wahrung des Petitionsrechtes jeder Antrag ohne Ausnahme einem Comito überwiesen werde, und keineswegs Sympathien für den Gegenstand des Gesuches beurkunden. Jndeß vernahm Referent erst dieser Tage von einem Mitglied« des CongresseS, daß ein geradezu auf den Umsturz der Constitution abzielender Antrag — wie etwa auf die Verwandlung der Republik in eine Monarchie — nicht auf den Tisch gelegt werden würde. Und doch steht die Aufhebung der Glaubensfreiheit in weit entschiedenerem Gegensätze zur amerikanischen Verfassung als selbst die Annahme der monarchischen Regierungsform! Möglicherweise fand die Ueberweisung des Memorials an ein Comite darum keinen Widerspruch, weil das Christenthum selbst in seinen Uebergriffen hier nicht unsanft berührt werden darf, wenn der, welcher solche Berührung wagt, nicht Gefahr laufen will, seine Popularität zu verlieren. Der Amerikaner ist im allgemeinen in religiösen Dingen entweder von wunderbarer Naivität oder ein Heuchler, der jährlich Tausende von Thalern für einen Kirchensitz blos deshalb spendet, weil er hierin eine Empfehlung für die Bewerbung um ein Amt, wie für seinen Geschäftsbetrieb findet, oder weil er die Religion überhaupt als die beste Polizeianstalt in einer Republik betrachtet. Daher kommt eS denn auch, daß bei der jetzt aufblühenden Gehässigkeit gegen Juden hier und da sogar hochgestellte Männer Aeußerungen sich erlauben, deren in Europa jeder gebildete Mensch, was auch immer seine Gesinnung sein mag, sich schämen würde. Sie werden es kaum für möglich halten, daß erst neulich ein hervorragender General der Ver. Staaten in einer in die Oeffentlichkeit gelangten Correspondenz die jüdische Gesammtheit verantwortlich dafür macht, daß ein Jude (Benjamin) im Rebellencabinet zu Richmond sitzt. *) Und nun zu Erfreulicherem. Die hiesige, in der vollsten Blüthe begriffene Reformgemeinde Keneseth- Jsrael baut einen Tempel von 72 Fuß Front bei 114 *) Der Corrcspondent meint das Schreiben des General Butlers, das wir in No. 16 mitgetheilt haben.

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