Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 28 (1864)
- Issue
- Heft 19 (3.5.1864)
- Date
- 1864-05-03
- Page
- Seite 292 (sequence 10)
- Language
- German
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292 Pspa oder sonst einer ähnlichen Gemeinde errichtet werde. Bon dem betreffenden Operat erwähnen wir noch, daß darin der ungarischen Sprache theils als Unterrichtsgegenstand theils als Lehrsprache für einzelne Fächer des Gymnasialunterrichts und als Dehicularsprache bei gewissen Clausurarb eiten der Abiturienten und bei Predigtübung genügend Rechnung getragen ist. Was das Volksschulgesetz betrifft, so ist die Conferenz über folgende Punkte übereingekommen: Die Localdirectoren der einzelnen Schulen sollen über Vorschlag der Cultusgemeinden von der Regierung ernannt werden. Dem Rabbiner, wo er nicht selbst Director ist, soll die Leitung und Beaufsichtigung des Religions¬ und hebräischen Unterrichts Vorbehalten sein. — Die Conferenz schlug ferner vor, die Feststellung eines Normativs für Religions- und hebräischen Unterricht auf Grund eines Elaborates, mit dessen Ausarbeitung ein von der Regierung zu bestellendes Comits beauftragt werden soll. Hierbei wurde geltend gemacht, daß es eben der Mangel eines solchen Normativs sei, wegen dessen in vielen Gegenden sich gegen das bestehende Schulwesen Antipathien geltend machen — und daß durch ein solches Normativ die Ansprüche der Gemeinden auf das richtige Maß reducirt und andererseits die Leistungspflicht der Lehrer auf ein bestimmtes Ziel hingewiesen würde. Hinsichtlich der Bezirksschulinspection wurde von der Conferenz geltend gemacht, daß das Land in 30—40 Bezirke mit je einem unbesoldeten Brzirksschulinspector einzutheilen sei, der nur Reisepauschalien zu erhalten hätte, von welchen übrigens der Schulfond nicht belastet wäre. Denn die Gemeinden hatten auch ehedem an den katholischen Klerus, der die Beaufsichtigung der jüdischen Schulen bisher besorgte, Visitationsgebühren und Fahrgelegenheitsvergütungen zu entrichten, welche Beträge nur von den Gemeinden an den Schulfond abzuführen und von diesen den Bezirksinspectoren auszuzahlen wären. — Zur Motivirung dieses ihres Vorschlages machte die Conferenz geltend, daß die Beistellung einiger wenigen Schulinspectoren mit ausgedehntem Visitationsrahon und fixer Besoldung sowohl für die Gemeinden als auch für den Schulfond unerschwinglich, andererseits aber auch unzweckmäßig wäre, da ein Hauptgegenstand der Wirksamkeit dieser Inspektoren darin bestünde, die Sympathien der israel. Bevölkerung für das öffentliche Schulwesen zu gewinnen und Sinn und Opferwilligkeit für dasselbe zu fördern, was sich nur von Männern erwarten läßt, die vermöge ihrer unabhängigen Stellung, ihres Ansehens, ihrer Beziehungen und Verbindungen dasjenige Vertrauen genießen und den Einfluß auf die Bevölkerung ihres Bezirkes besitzen, welchen besoldete Personen unter den Israeliten niemals erlangen können. — Die Besorgniß, daß unbesoldete Schulinspectoren mit den erwähnten erforderlichen Eigenschaften sich nicht in genügender Anzahl finden würden, wird von sämmtlichen Conferenzmitgliedern mit Berufung auf ihre Local- und Personalkenntniß als unbegründet bezeichnet und verbürgten sie sich dafür, daß Schulinspectoren mit den erforderlichen Eigenschaften sich in genügender Anzahl finden würden. Die Conferenz beantragte schließlich auch die Creirung eines unmittelbar der Statthalterei unterstehenden Centralorguns mit vorzugsweise informativem Wirkungskreise, welches über alle das jüdische Schulwesen in Ungarn betreffenden Angelegenheiten Auskunft und Gutachten zu ertheilen hätte. Dieses Organ bestünde aus drei Rabbinen und vier Laien nebst einem Secretär, der, sowie auch eines der sieben Mitglieder, ständig in Pesth-Ofen wohnhaft sein müßte. Die übrigen würden zwei- bis dreimal jährlich sich in Pesth versammeln und die ihnen zustehenden Geschäfte erledigen. Die Oberleitung der Rabbinerschule wäre diesem Centralorgan allein zu übertragen. Die Mitglieder würden allerhöchsten Orts ernannt und mit Ausnahme des Secretärs keinen fixen Gehalt, sondern nur Reisepauschalien aus dem Schulfond erhalten. — Beim Schluß der Conferenz sprach sich der Präsident über die Würde, den Ernst und die praktische Richtung, mit welcher diese Berathung von allen Mitgliedern geführt wurde, sowie über die dabei kundgegebene Loyalität derselben mit besonderem Lobe aus. Besondere Anerkennung ließ der Präsident bei dieser Gelegenheit auch dem Operat über die Organisation der Rabbinerschule zu Theil werden. Schließlich ist zu bemerken, daß die Mitglieder der Conferenz in diesen Berathungen ihre Meinung frei und ohne Rückhalt äußerten. Wien, 19. April. lPrivatmitth.) Die Deputation der orthodoxen ungarischen Rabbinen, geführt von Oberrabbi Jeremias Löv in S. A. Ujhely, hat es für gut gesunden, mit unserm Rabbinen Horwitz jeden Verkehr zu meiden. Daß unsere Orthodoxen dieserhalb sehr