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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1864-05-03 · Heft 19 (3.5.1864) · p. Seite 289

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
28 (1864)
Issue
Heft 19 (3.5.1864)
Date
1864-05-03
Page
Seite 289 (sequence 7)
Language
German
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289 Gewiß ist es wahr, daß der Altar nicht aus behauenen Steinen gefertigt werden sollte, weil sonst sehr leicht' Bildnereien in götzendienerischer Weise angebracht werden konnten. Allein die Worte der Schrift, die diesem Verbote zugefügt sind, deuten doch noch auf ein Weiteres hin. Es heißt (2 Mos. 20, 25.): „Denn hast du dein Eisen darüber geschwungen, so hast du ihn entweiht." Sinnig sagen unsere Weisen, daß der Altar durch die Berührung des Eisens entweiht würde, weil Eisen das Leben verkürzt, der Altar es verlängert (Middoth 36, 1.), oder weil der Altar Versöhnung des Menschen mit Gott bewirkt, das Eisen aber Verderben und Unheil (ReetM.). Mit Recht steht aber Maimonides diese Deutung nur als einen Drusch an. Vielmehr müssen wir uns erinnern, daß die Schrift den Altar eigentlich nur aus Erde errichtet haben will, wie denn auch der Opferaltar aus Erde bestand, mit kupferner Umwandung. Wollten sie ihn nun der Dauerhaftigkeit wegen aus Stein machen, so mußten eS unbehauene sein, weil diese so der Erde am nächsten sind, der Erde selbst entnommen, behauen aber die Erde nicht mehr repräsentiren, was eben dem tieferen Sinne des Altars nicht mehr entsprach. Annähernd hat dies schon Abarbanel so verstanden. Spenden-Liste für die RieHer- Stiftung t) zur monumentalen Herausgabe der Schriften Rießer's, 2) zur Unterstützung solcher Israeliten, die Gerichtsassessoren oder zu Gymnasial- und Universitäts- Lehrämtern befähigt, aber ihrer Religion wegen nicht angestellt sind. 1145) Advoeat und Notar Emil Lehmann in Dresden als zweite Spende 3 Thlr. 1146) Zweite Sendung des Oberrabbinen vr. A. Meisel in Pesth 27 Thlr. und 11 fl. ö. W.; zusammen 33 Thlr. 10 Sgr. (Die Namen der verehrlichen Spender waren im Verzeichnisse so undeutlich geschrieben, daß die Veröffentlichung derselben erst in einer folgenden Nummer geschehen kann.) Gesammtsumme: 2039 Thlr. 8 Sgr. 6 Pf. Die Redaction. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Frankfurt a/M., im April. (Privatmitth.) Wenn unsere Glaubensgenossen in Frankfurt a/M. sich durch etwas auszeichnen, so ist es die freigebige Art, mit welcher sie für die Armen nach jeder Richtung hin sorgen, so daß gar kein Bedürfniß vorhanden ist, für welches nicht Reichliches geschehe. So haben wir einen „Achten Bericht" des Vereins für arme Wöchnerinnen und für Gevatterschaften bei denselben aus den letzten drei Jahren 1861 —1863 vor uns, in welchen 117 Wöchnerinnen unterstützt wurden, und zwar mit der Summe von 2109 fl. Dennoch hat der Verein in dieser Zeit mehrere 1060 fl. für seinen Fonds überlegen können. Preußen. Berlin, im April. (Privatmitth.) Mit Aufmerksamkeit folgt man hier Ihren Berichten über das Gebahren der sich fanatisch stellenden Hyperorthodoxen in der jüngsten Zeit. Es gibt genug Leute hier unter uns, die sich darüber lustig machen und über das Treiben dieser Männerchen zu Spott und Hohn sich angeregt fühlen. Andere schlagen es wieder viel zu hoch an und glauben Bildung und echte Religiosität, die ganze so mühsam errungene Entwickelung des Judenthums in Gefahr. Jedenfalls schaden diese Leute unserer Religion nach innen und außen und regen wieder jene gefährliche Verachtung an, welche in den ersten Jahrzehenden dieses Jahrhunderts unsere Glaubensgenossenschaft verwüstete und die zu beseitigen so viele Anstrengungen gekostet hat. Jndeß in Deutschland hat dies nichts mehr zu sagen. Alle Bemühungen dieser kleinen und kleinlichen Partei sind in Deutschland fruchtlos. Müssen sich dies nicht die Führer derselben offen eingestehen? Wenn die hiesige Reformgenossenschaft isolirt geblieben und keine Anhänger gefunden, ist es nicht den neuen Hyperorthodoxen ebenso ergangen und steht nicht ihre Genossenschaft in Frankfurt a/M. und Mainz ganz ebenso isolirt da? Haben sie irgendwo Nachahmung gefunden? Haben alle ihre Machinationen bei den Regierungen irgend einen Erfolg gehabt? Sind nicht sogar die Beispiele selten, wo

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