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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1864-04-26 · Heft 18 (26.4.1864) · p. Seite 278

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
28 (1864)
Issue
Heft 18 (26.4.1864)
Date
1864-04-26
Page
Seite 278 (sequence 12)
Language
German
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878 Jahre — nach sich zieht. Das Seminar zählt gegenwärtig 46 Schüler, worunter 24 Preußen, 16 Oesterreicher und 4 aus anderen deutschen Ländern, 1 Niederländer und l Schwede. Achtzehn von ihnen besuchen die Universität. Das damit verbundene Lehrer- Seminar zählt nur 9 Schüler, sämmtlich aus Preußen. Großbritannien. London, 9. April. Der Gemeinderath der City hat am Mittwoch eine Dank-Adresse an Sir Moses Montefiore für dessen humane Bemühungen in fremden Landen, speeiell in Marokko ausgesprochen. London, 14. April. Die edeln und mit so erfreulichem Erfolge gekrönten Bestrebungen Sir Moses Montefiore's finden allseitige Anerkennung. In der London-Tavern hat gestern ein zahlreiches und von angesehenen Personen (u. a. den Herren Gladstone, Göschen, Sir A. Rothschild, Sir F. Goldsmid, Professor I. Waleh) besuchtes Meeting stattgefunden, welches dem verdienten Greise eine Dank-Adresse beschloß und auch Lord Russell und der Regierung seine Anerkennung zollte, weil sie der Reise Sir M. Montefiore's alle Förderung zu Theil werden ließen und den englischen Vertretern in Marokko specielle daraus bezügliche Weisungen gegeben hatten. Donaufürstenthümer. Bukarest, 20. März. (Eingesandt.) Ein Ereigniß, das angethan ist, sehr verschieden beurtheilt zu werden, nöthigt uns, Ew. Hochwürden folgende Erklärung zu übersenden. Vor sechs Jahren vereinigten sich nnzwn und die Natur unserer israel. Gemeinde hier, den Rabbi M. L. Mal bim als Rabbiner einzusetzen. Seine Stellung zu Kempen in Preußen ließ uns erwarten, daß Herr Malbim nicht allein ein uubezweifelter Rabbi von echtem Schrot und Korn sei, sondern auch ein wahrer Freund alles Wissens, wie dies auch seine Briefe aussprachen, so daß wir in ihm einen zeitgemäßen und vernünftigen Mann voraussetzten, welcher nru vai m» «b rp:ri ii'- Leider wurden wir aber in beidem schrecklich betrogen. Denn statt nach allen Vorschriften unseres Ritualgesetzes ein treuer und sanft leitender Hirt, der die ihm anvertraute Heerde am Rande des ewig lebendig fließenden Baches des Gesetzes leite, zu sein, versuchte dieser Rabbi Malbim seit seiner Einsetzung in sein Amt aus Motiven des Egoismus und der Herrschaft, verbunden mit allen Anhängern des Aberglaubens, die hiesige Gemeinde zu spalten, niederzuwerfen und zu vernichten. Eine ewige Hetzerei in der Gemeinde begann; er suchte unsere Religionsbrüder bei der Landesregierung anzuschwärzen, so daß diese, uns verachtend, uns von sich stieß und unserem eigenen Zerwürsniß überließ. Die israelitische Schule und den nur von einigen Mißbräuchen gesäuberten Gottesdienst verketzerte er und zerstörte sie beide, so daß die erstere nur zu einem ganz gewöhnlichen Chedar herabsank. Die seit 350 Jahren bestehende '-p 'nan, welche die besten und ältesten Gemeindeglieder umfaßte, suchte er durch eine neue, aus der Hefe der Gemeinde gebildete zu verdrängen und zu vernichten. Wir wollen zu diesen bösen Werken nicht die zahllosen anderen von geringerer Bedeutung, aber nicht von geringerer religiöser und sittlicher Bosheit rechnen. Endlich gelangten sie aber zur vollen Kenntniß unserer hohen rumänischen Landesregierung und diese beschloß, dieses Hinderniß unserer Ruhe und Achtung, diesen Stein des Anstoßes für das rumänische Israel durch eine gänzliche Verweisung aus dem Lande zu beseitigen. Er wurde daher am 18. d. Mts. über die rumänische Grenze gebracht. Vergebens hat man ihn unzählige Male gewarnt, vergebens ihn um Frieden angefleht, und so hat ihn die gerechte Vergeltung erreicht. Wir ersuchen Sie, diese Zeilen in der Allgemeinen Zeitung des Judenthums zu veröffentlichen, damit niemand leichtfertig genug sei, Malbim's Schuld und verdientes Loos uns unverdienter und schuldloser Weise aufzubürden. Leon Jacobsohn. Ch. Jsak. L. Breser. *) D. Solomons. P. Rosenthal. V. Goldenberg. Belgien. Brüssel, 27. März. (Privatmitth.) Wenn ich Ihnen längere Zeit nicht geschrieben, so kommt dieses daher, daß ich nichts Bemerkenswerthes mitzutheilen hatte. Nun aber hat ein kacholisches Blatt, die Union de Charleroi, einen Aussatz geliefert, welcher umsomehr Sensation erregte, als das besagte Blatt als Organ des künftigen Cabinetschess Dechamps bekannt ist, und *) Dieser Name war nicht gut zu lesen.

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