Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 28 (1864)
- Issue
- Heft 17 (19.4.1864)
- Date
- 1864-04-19
- Page
- Seite 262 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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862 hervorzuholen und auf den Thron zu setzen? Soll die Freiheit Ihnen zurufen müssen: „Auch du, mein Brutus"!? Es ist hier der Ort nicht, zu untersuchen, ob die christliche Moral in der That sich dazu eignet, zum höchsten Landesgesetze erhoben zu werden, ob in diesem Falle unsere Regierung den Rebellen gegenüber nicht völlig machtlos dastünde, ob man seine Feinde, wenn sie geliebt werden sollen, todtschlagen dürfe und nicht vielmehr verpflichtet sei, wenn auf die eine Wange geschlagen, auch die andere hinzuhalten — so viel ist gewiß, daß bei einer solchen Umgestaltung trotz des Gebots der Feindesliebe diejenigen, welche sich nicht zu Jesus und dessen Willen als dem höchsten Landesgesetze bekennen, ohne die äußerste Jnconsequenz innerhalb der Union nicht einmal geduldet werden dürften. Und Sie sollten glauben oder wollen, daß eine solche Frucht der Blutsaat unserer für die Freiheit gefallenen Helden aller Confessionen entsprieße, daß der stolze Adler, der bisher seine Schwingen über die Gedrückten aller Nationen ausgebreitet und jetzt sich anschickt, mit seinem Flügelschlag auch die Negerfesseln zu zertrümmern, sich plötzlich verwandeln ließe? Nimmermehr! Ihr Geist, Ihr Herz, Ihr ganzes Leben und Wirken spricht dagegen. Die Kundgabe Ihrer Sympathie für jene Convention konnte nach meiner festen Ueberzeugung nur auf einem Mißverständnisse beruhen, und es würde mir zur großen Genugthuung gereichen, wenn Sie es der Mühe werth hielten, mich über diesen Punkt mit einigen Worten aufzuklären. Hochachtungsvoll Di-. David Einhorn. Anzeigen. Die Lehrer-, Vorsänger- und Schächterstelle in Hechtsheim bei Mainz, mit dem Einkommen von 300 Gulden nebst freier Wohnung, ist zu besetzen. Bewerber mögen sich innerhalb 6 Wochen wenden an den Vorstand der israelitischen Religions-Gemeinde. Ein Cantor, Lehrer und Schächter findet bei 200 Thlr. fixen Gehalt, freier Wohnung und sonstigen Neben- Revenuen sofort eine dauernde Stellung. Städtel, Kreis Namslau. Der Vorstand der Filial-Gemeinde. Die durch den Tod des Hrn. Prof. vr. Saalschütz erledigte Stelle eines Predigers und Religionslehrers bei der hiesigen Synagogen-Gemeinde soll wieder besetzt werden, und fordern wir qualificirte Bewerber auf, sich bis zum 1. Juli a. c. schriftlich bei uns zu melden. Nach dem Gemeinde-Statut muß der Anzustellende dereinst die Verwaltung des Rabbinats mit übernehmen und eine vollständige, sowohl talmudische als wissenschaftliche Bildung vereinigen. Er hat deshalb Zeugnisse über seine Studien auf einem jüdischen Seminar resp. auf einer Universität beizubringen, die ihn befähigen, rituelle Fragen zu beurtheilen und zu entscheiden, religiöse Vorträge in der Synagoge zu halten und den Religionsunterricht in der Gemeinde zu ertheilen. Auf Verlangen sind wir bereit alles Nähere portofrei mitzutheilen. Königsberg, den 15. April 1864. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Coneurs zur Besetzung einer Rabbinatsstelle. In der hiesigen Cultusgemeinde ist die vacant gewordene Rabbinats stelle mit Ende Mai d. I. definitiv zu besetzen. Mit dieser Stelle fist ein fixer jährlicher Gehalt von 800 fl. ö. W., freie Wohnung nebst einigen Emolumenten verbunden. Die sich bewerbenden Rabbiner haben eine Probepredigt zu halten und die Original-Documente über ihre zurückgelegten philosophischen und talmudischen Studien (Hatores), ferner legalisirte Zeugnisse ihres tadellosen und politischen Verhaltens, sowie ihrer bisherigen Amtirung dem gefertigten Vorstande vorzulegen. Die Kenntniß einer slavischen Sprache ist sehr nothwendig, und werden jene Bewerber, die der südslavischen Sprache mächtig, bevorzugt. Reisespesen werden nur dem Acceptirlen vergütet. Warasdin, im März 1864. Der israel. Cultus - Vorstand. Zu -piamft unn wird für die hiesige Gemeinde ein Lehrer, Schächter und Vorbeter gesucht. Bei freier Station beträgt das Salair 120 Thlr. und 20 Thlr. Schächtgeld. S. Franck, Vorsteher der israel. Gemeinde zu Gadebusch in Mecklenburg. Ein Religions-Lehrer, zugleich auch Vorbeter und Schächter findet zum 1. Juli d. I. in der hiesigen israel. Gemeinde eine Anstellung. Fixes Gehalt neben freier Station und Schächtergebühren 1 50 Thlr. Pr.-Courant. Candidaten wollen sich in frankirten Briefen, mit Einsendung ihrer Zeugnisse, an den Unterzeichneten wenden. Dömitz in Mecklenb.-Schwerin, im Marz 1864. Zoel Wolsfensteiri.