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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1864-04-19 · Heft 17 (19.4.1864) · p. Seite 259

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
28 (1864)
Issue
Heft 17 (19.4.1864)
Date
1864-04-19
Page
Seite 259 (sequence 9)
Language
German
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259 sagen, daß der Katholicismus in zwei „Serien^ getheilt sei? oder daß eö nur einen Katholicismns gibt, aber verschiedene Arten Katholiken? Und will sie leugnen, daß dieses verschiedene Verhalten zur Praxis des KatholiciSmuS doch auch auf verschiedenen religiösen Ansichten und Richtungen beruht, ebenso wie es bei den Juden der Fall ist, die die tradirten Satzungen halten oder nicht? Nein! es wird der „W. K.-Z." nicht gelingen, die Existenz zahlreicher Seeten im Judenthume nachzuweisen, wie dies im Christenthume der Fall ist. Daß die „W. K.-Z." die Notiz, die wir vor einiger Zeit brachten, von einer kleinen Anzahl heimlicher Türken-Juden oder russischer Judenthümler benutzt, um dem Judenthume Sectirerei zu insinuiren, kann uns nur zum Lächeln bringen. Wie verzweifelt muß ihre Sache stehen! Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, 4. April. Der Vorstand der hiesigen jüdischen Gemeinde hat, um deren seit dem Jahre 1852 bestehende nur provisorische Statuten in definitive umzuwandeln, dieselben einer Revision unterzogen und in erster Lesung vollendet. Wien, 10. April. (Privatmitth.) Das Rabbiner- Seminar zu Pesth wird noch viele Klippen zu umschiffen haben. Während man von vielen Seiten darauf dringt, daß es für den ganzen Äaiserstaat mit verhältnißmäßigem Antheil aller Kronländer errichtet werde, agitiren die Orthodoxen gegen dasselbe energisch. Seit einigen Tagen weilen gegen 30 Rabbiner aus Ungarn innerhalb unserer Stadtmauern, von denen sich die Mehrzahl im Hütel National einquartierte, um daselbst unter dem Vorsitze des preßburger Rabbiners*) ihre Besprechungen zu halten. Sie sind zu dem Zwecke hier versammelt, um gegen das ins Leben tretende ungarisch-jüdische Prediger-Seminar bei der Hofkanzlei und den übrigen Verwaltungsbehörden zu remonstriren. Wie wir vernehmen, sollen ein hiesiger geadelter Banquier und ein auch sonst aus dem Felde der religiösen Agitation vielbeschäftigter Wechsler diesem Rabbiner-Consortium ihre Dienste angeboten haben. —. Die Redaction des Magyar Jzraelita erklärt, *) Der preßburger Rabbiner hält bekanntlich eine Jeschibah. daß sie sich genöthigt sehe, daS ebengenannte Blatt zeitweilig zu suspendiren, indem es ihr von der Preßbehörde zur Pflicht gemacht worden sei, das bisherige Programm des Blattes zu ändern. Das eingereichte neue Programm hat die behördliche Bestätigung noch nicht erhalten, so daß die Redaction ohne Programm blieb, und da sie nun die vaterländischen israelitischen Lebensfragen nicht besprechen könne, stelle sie das Erscheinen des Blattes vor der Hand ein. Sollte das neue Programm die behördliche Bestätigung erhalten, so wird das Blatt wieder erscheinen. Pesth, 1. April. Die am 30. März beim Statthaltereirath in Ofen begonnenen Berathungen der isr. Vertrauensmänner über die Verwendung des ungarischen israelitischen Schulfonds sind, wie die Gen.-Corr. anzeigt, mit dem Bedeuten eröffnet worden, daß über dieselben kein Bericht in die Oeffentlichkeit gelangen darf. Gr. - Becskerek, 31. März. (Privatmitth.) Der Redacteur des „Hamagid", Herr Rabbiner L. Silbermann in Lyck, hat in No. 11 seines Blattes einen classisch geschriebenen Aufruf an die israel. Gemeinden veröffentlicht. Die hingebende Aufopferung des edlen Moses Montefiore für unsere Glaubensbrüder in Marokko muß natürlich allgemein die höchste Bewunderung und Dankbarkeit sämmtlicher Juden in allen Welttheilen erregen und es sind auch bereits von namhaften Gemeinden Dankadressen, so z. B. von dem Borstande in Wien, an denselben ergangen. Allein bei der Zersplitterung der Judenheit läßt sich eine Gesammtkundgebung der Dankgefühle schwer ermöglichen und aussühren — und es ist darum zu fürchten, daß der edle Greis bei seiner Rückkunft von seiner gefahrvollen und beschwerlichen Reise von Adressen und Dankschreiben einzelner Gemeinden und Rabbinen dritten und vierten Ranges beinahe erdrückt werden wird, da bei solcher Gelegenheit die Eitelkeit und die Wichtigthuerei so vieler Duodezvorstände eine lächerliche Rolle zu spielen pflegen. Herr Rabbiner Silbermann hat daher eine hebräische Dankadresse: nnn aro?3 an Herrn M. Montefiore entworfen und die Gemeinden und Rabbinen aufgefordert, dieselbe zu unterfertigen, d. h. den Redacteur brieflich zu bevollmächtigen, deren Namen und Unterschriften aus die Adresse setzen zu dürfen, damit eine ansehnliche Gesammtadresse, von 17

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