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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1864-04-12 · Heft 16 (12.4.1864) · p. Seite 245

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
28 (1864)
Issue
Heft 16 (12.4.1864)
Date
1864-04-12
Page
Seite 245 (sequence 11)
Language
German
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2«S neS dem Ansprüchen der Zeit und den Anforderungen des OrteS entsprechenden Gottesdienstes und die Acquisitioa eines Gottesackers mit Energie betrieben, und darf man sich der Hoffnung hingeben, daß der Eifer der Männer, welche an der Spitze stehen und mit der Organisation der Gemeinde betraut sind, die einzelnen Schwierigkeiten überwinden und ein günstiges Resultat in kurzer Zeit erzielen wird. Italien. Ferrara, 19. März. (Arch. isr.) Die Italic erzählt, daß die Jesuiten im verflossenen Monat einen jungen deutschen Israeliten zur Flucht aus dem Schoße seiner Familie bewogen haben und ihn nach Rom führten, um ihn zu taufen. Infolge der Bemühungen seitens seiner Eltern protestirte der Vertreter ihres Landes beim Pabste lebhaft gegen diesen neuen Skandal und er erhielt eine Unterredung mit dem jungen Knaben. Dieser gestand, daß er sich durch die Aufreizungen der Jesuiten hätte verleiten lassen, und erklärte, wieder zu seiner Familie zurückkehren zu wollen. Vor so kategorischen Erklärungen mußte die päbstliche Regierung weichen; aber wenn, anstatt ein Deutscher zu sein, dieser junge Mann das Unglück gehabt hätte, in den Provinzen, die dem Pabste gehören, geboren zu sein, so würde er in irgend ein Kloster mit Edgard Mortara und Graziös« Cagli eingeschlossen worden sein und alles wäre abgemacht gewesen. Rußland. Warschau, 28. März. (N.-Z.) Bekanntlich ist die den Juden anferlegte Fleischsteuer, welche im vorigen Jahre aufgehoben worden war, durch einen Erlaß des Statthalters Grafen Berg wieder eingeführt worden. Infolge einer hiergegen in Petersburg erhobenen Beschwerde ist jedoch von dort aus der Befehl erwirkt worden, die auf den 1. April anberaumte Ausführung deS so verhaßten Steuergesetzes zu sistiren und die betreffenden Papiere zur nähern Prüfung nach Petersburg einzureichen. — Nordamerika. New-Aork, im Februar. Zur Charakterisirung der hiesigen Verhältnisse dient unter anderm auch eine jüngst geführte Correfpondenz zwischen dem bekannten General Butler und Herrn M. S. Jsaacs, dem Redacteur des Jewisli Messenger, die das letztere Blatt veröffentlicht. In einem Telegramm hatte der General berichtet, daß mehrere Pferde und Müulthiere und „auch fünf Juden" gefangen Wörden seien, welche die Blokade hatten durchbrechen wollen. Herr Jsaacs sah sich dadurch veranlaßt, sich bei dem General darüber zu beklagen, daß man die Religion der Gefangenen ohne Ursache hervorgehoben habe. General Butler antwortete unter dem 4. Februar aus dem Hauptquartier des 18. Armeecorps, daß es zwar nur in der Eilfertigkeit geschehen sei, daß er aber jetzt bei genauerer Erwägung die Phrase doch nicht ändern würde. Ich bin gewohnt, schreibt er, die Nationalität und nicht die Religion zu bezeichnen, und schrieb sie ebenso wie fünf Irländer, fünf Deutsche, fünf Italiener. „Ich habe die Juden immer als eine Nation angesehen, obgleich sie kein Land besitzen. Die Festigkeit, mit welcher sie aneinander hängen, die Hilfe, welche sie sich gegenseitig leisten bei allen passenden und manchmal unpassenden Gelegenheiten, das Factum, daß sie beinahe alle denselben Beruf verfolgen — den von Handelsleuten, Kausleuten und Banquiers — die allgemeine Befolgung des Verbotes, sich mit andern Völkern zu verheiratheN, ihr Glaube, daß sie dereinst wieder in das Land ihrer Väter versammelt werden, — alles dient dazu, eine engere Verbindung von Freundschaft und' Nationalität unter den Hebräern zu zeigen und eine größere Homogenität als in irgend einer andern Nation, wenn auch diese näher zusammenwohnt. So daß, während ich alle Absicht, mich auf ihre Nationalreligiou, welche das Fundament und der Typus der christlichen Welt war, bezogen zu haben leugne, ich nicht im geringsten im Sinne hatte, alle Juden zu brandmarken. Doch eins mag vernünftigerweise erlaubt sein, daß , indem ich von dieser Nation spreche, ich voraussetze, daß unter allen Juden des Südens — von denen zwei bestimmt in dem conföderirten Cabinet sind — wenigstens fünf sich befinden, welche es versuchen, einen Schleichhandel zu treiben." Herr Jsaacs antwortete: „Ich bin ein geborener Amerikaner und stolz hierauf; ich gehöre der Synagoge an und lebe in den Principien des Judenthums; ich bin daher in demselben Sinne ein Jude wie Sie ein Christ. Aber hinsichtlich meiner Nationalität bin ich ein Amerikaner. Ich bedauere, daß Ihre Erfahrung 16**

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