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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1864-04-12 · Heft 16 (12.4.1864) · p. Seite 242

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
28 (1864)
Issue
Heft 16 (12.4.1864)
Date
1864-04-12
Page
Seite 242 (sequence 8)
Language
German
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242 auf jeden unterstützten protestantischen Studenten durchschnittlich Z6 Thlr. kamen, auf jeden katholischen 20 Thlr., auf jeden jüdischen nur 15 Thlr. Das Ministerium muß hinsichtlich der protestantischen Studirenden eine Benachtheiligung vorausgesetzt haben und forderte über die Verwendung vom Curatorium der Universität einen näheren Bericht ein, der im Märzheft des „Centralblattes für die gesammte Unterrichtsverwaltung in Preußen" veröffentlicht worden und aus dem hervorgeht, daß die Collecten aus den protestantischen Gemeinden lediglich für protestantische Studirende verwendet werden. Für die jüdischen Studenten tritt selbstverständlich niemand ein, und doch ist die Unverhältnißmäßigkeit von 90 Thlr. aus einer Collecte von 441 Thlr. zu auffällig. Wir können daher die jüdischen Gemeinden nur aufmerksam machen, daß sie bei Einsendung ihrer Collecten die Bedingung hinzufügen, daß mindestens die Hälfte derselben nur für jüdische Studenten verwendet werden solle, eine Bedingung, die dann sicherlich gewissenhaft beobachtet wird. Wir wünschen dies im Interesse der Sache selbst, weil sonst die Geneigtheit der jüdischen Gemeinden, zu dieser Collecte beizutragen, abnehmen könnte. Österreichischer Kaiserstaat. Wien, im März. (Presse.) Das Staatsministerium hat den Statthalter von Galizien um ein Gutachten über die Verhältnisse der Juden in Galizien ersucht und Umfrage gehalten, ob die Juden wirklich schon reif seien für eine Aushebung der Besitzesbeschränkungen aus weiland Goluchowski's Zeiten, sowie überhaupt für eine bessere bürgerliche Stellung im Staate. Von der Statthalterei erging in Gemäßheit dessen noch im Jahre 1863 ein Auftrag an die lemberger Polizeibehörde und das Bürgermeisteramt, über die Zustände der Juden genauen Bericht zu erstatten. Das städtische Gemeindeamt kam nun dieser Aufforderung in einer Weise nach, wie dies bei den exclusiven Anschauungen des lemberger Magistrates und Gemeinderathes nicht anders zu erwarten war. Dieser Bericht wurde an geeigneter Stelle zurückgewiesen und an den Magistrat remittirt. Dagegen hat nun, wie die Ost.-D. Post meldet, „die k. k. Polizei-Direction über erneuerten Auftrag ein Memorandum hohen Orts vorgelegt, das dieser k. k. Behörde volle Ehre macht und worin dieselbe den Juden in einem Maße gerecht wird, wie dies den liberalen, an einen Rechtsstaat gestellten Anforderungen aufs vollkommenste entspricht." —. Veranlaßt durch die Berichte über einige in letzterer Zeit vorgekommene Unglücksfälle bei Beschneidungen, hatte der Vorstand der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde eine aus Aerzten und Rabbinern zusammengesetzte Commission mit Regelung dieser Angelegenheit betraut. Die Commission hat sämmtliche hiesige Beschneider einer Prüfung unterzogen und nur 4 von ihnen (einem Med. Doctor, zwei Chirurgen und einem Laien) das Zeugniß der Fähigkeit zur Operation ertheilt. Sämmtliche übrigen Beschneider wurden angewiesen, im jeweiligen Falle zur Untersuchung der Kinder und zur Assistenz bei der Beschneidung selbst einen Wundarzt herbeizuholen. Die Remunerationen für die Aerzte bestreitet im allgemeinen die Gemeindekaffe. —. Der israelitische Prediger Hr. Mannheimer ist seit 8 Tagen erkrankt. — Die hiesige Akademie der Wissenschaften hat der seit zwei Decennien hier erscheinenden hebräischen Zeitschrift: „Kochbe Jizchak", von M. E. Stern, eine Subvention bestimmt. Wien, 31. März. (Privatmitth.) Die Frechheit, mit welcher jetzt die Fanatiker in Ungarn auftreten, erregt allgemeines Erstaunen, ist aber nur dazu angethan, ihrer eigenen Sache zu schaden. Es waltete bis jetzt unter unseren Glaubensgenossen die Neigung ob, dergleichen Stürme durch Concessionen zu beschwichtigen und sie als unangenehme, aber doch unvermeidliche Temperaturstörungen vorübergehen zu lassen. Die Vehemenz aber, zu der sie sich jetzt aufwirbeln, belehrt zuletzt, daß es mit diesem passiven Gehenlassen doch nicht wohlberathen sei, und regt dazu auf, mit Energie entgegenzutreten. Und dies wäre eine heilsame Folge, wofür wir den alle religiösen und sittlichen Gesetze verhöhnenden Fanatikern dankbar sein müssen. Vor uns liegen drei Flugblätter folgenden Inhalts: Die Gemeinde zu Miskolz hatte ihr neuerbautes Gotteshaus genau nach den Anordnungen ihres ehrwürdigen Oberrabbiners Fischmann eingerichtet und in demselben keinerlei Neuerung hergestellt, als daß der Almemor nach vorn gerückt und für die Festtage Choralgesang eingerichtet wurde. Sonst blieb alles bis zum geringsten Minhag beim Alten. Demungeachtet haben zwei unbedeutende benachbarte RebbeS von Szikszo und Set. Püter die wüthendste Wühlerei angeregt und in öffentlichen Vorträgen die neue Synagoge mit scheußlichsten

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