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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1864-04-05 · Heft 15 (5.4.1864) · p. Seite 225

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
28 (1864)
Issue
Heft 15 (5.4.1864)
Date
1864-04-05
Page
Seite 225 (sequence 7)
Language
German
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225 welcher blos zweimal, Venedig 1560 und Jsny 1541 gedruckt wurde, sehr wünschenswerth wäre. Soll einmal zu einer kritischen Bearbeitung der Th arg um im geschritten werden, so darf natürlich der •pjmnfc nicht außer Acht gelassen werden! Ueberhaupt findet sich derselbe bei Privaten schon sehr selten. In Stettin ist voriges Jahr eine billige Auflage der voluminösen Buxto rf'schen Concordanz erschienen, die einen raschen Absatz gefunden. Vielleicht unternimmt es ein unternehmender Verleger, den Methurgeman neu aufzulegen, da sich einem solchen Versuche das günstigste Prognostikon stellen läßt, denn die Werke des Levita werden von jüdischen und christlichen Gelehrten noch immer hochgeschätzt. Rabbiner D. Oppenheim. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Leipzig, 13. März. (Privatmitth.) Ich habe Ihnen heute, Herr Redacteur, von verschiedenen Beweisen echter Aufklärung und Humanität Mittheilung zu machen, welche die höheren Schichten der hiesigen christlichen Bevölkerung auszeichnet. Herr Emil Palleske, der berühmte dramatische Vorleser, hat auf Ansuchen des Vereins „zur Förderung geistiger Interessen im Judenthume", welcher den Ankauf des Mendelssohnhauses in Dessau beabsichtigt, zu diesem Behufe Lessings „Nathan" vorzulesen die Güte gehabt, zu welchem Zweck er sich eigens von seinem Wohnorte Weimar hierher begeben hatte. Der Ruf des auf diesem Gebiete besonders ausgezeichneten Mannes und namentlich der gute Zweck versammelte ein zahlreiches gewähltes Auditorium, wodurch die Mittel des genannten Vereins einen ansehnlichen Zuwachs erhielten. — Bei der kürzlich hier vorgenommenen Namensbezeichnung zweier neu angelegten Straßen wurde die eine „Lessingstraße" und die andere angrenzende „Mendelssohnstraße" benannt. Es ist somit in hiesiger Stadt seitens des Magistrats unserm berühmten Glaubensgenossen ein ewiges ehrendes Denkmal errichtet. Unseres Wissens gebührt auch hierin wie in vielem andern Guten der Stadt Leipzig das Verdienst der Initiative, und steht zu erwarten, daß dieses schöne Beispiel wahrhafter Aufklärung bald auch in anderen intelligenten Städten Nachahmung finden wird. — Schließlich sei noch erwähnt, daß der vor einiger Zeit stattgefundenen Einweihung des Gottesackers der hiesigen Gemeinde auch ein großes nichtjüdisches Publicum beiwohnte, welches sich von der Feier sehr gehoben fühlte. Hr. Dr. Goldschmidt, der die Weihrede hielt, setzte mit gewohnter Meisterschaft die Bedeutung des israelitischen Friedhofes als „Begräbnißplatz", als „Ort des Lebens" und als „Haus der Ewigkeit" auseinander, indem er zugleich auf jene rabbinische Vorschrift hinwies, der zufolge auch der anderen Confessionen gehörige Gottesacker dem Israeliten ein Gegenstand der Pietät sein müsse. Wir haben es als Verdienst des Herrn Di-. G. hervorzuheben, daß er jede Gelegenheit, das Judenthum dem Verständniß unserer christl. Mitbürger näher zu bringen, mit Eifer und Geschick wahrnimmt. Preußen. Berlin, 25. März. Das Leben eines Redacteurs ist ein Märthrerthum, aber in Zeiten wie den jetzigen doppelt dornenvoll. Die Aufregung, in der er fortwährend erhalten wird, untergräbt frühzeitig seine Gesundheit und es fehlt ganz an Veranstaltungen, welche seine äußere Lage für die Zukunft zu sichern im Stande wären. Der im Dienste der öffentlichen Meinung Ergraute ist wohl nur selten im Genüsse einer wohlverdienten und gesicherten Pension und sieht mit Sorge auf die kommenden Tage, von denen es heißt, daß sie uns nicht gefallen. Um so erfreulicher ist es, schreibt die „Ztg. f. N.", wenn einmal die Humanität eines edlen Mannes sich in so schöner Weise bethätigt, wie es der jüngst verstorbene und allgemein bekannte Di-. Moritz Veit gethan hat. Derselbe hatte sich bei der Uebernahme des „Urwählers", jetzt „Volkszeitung", durch den jetzigen Besitzer derselben mit einem Capitale betheiligt, das ihm einen bestimmten jährlichen Gewinntheil am Reinerträge des genannten Blattes contractlich sicherte. Die Haltung des Blattes entsprach wohl nur in den seltensten Fällen der politischen Richtung des vr. Veit; nichtsdestoweniger hatte er auf eine frühere Anspielung des Verf. der Leitartikel der „Bolkszeitung",*) daß, wenn er frühzeitig sterben sollte, ehe seine Kinder versorgt seien, er diese in Bedrängniß zurücklassen würde, eine Bestimmung dahin getroffen, daß, *) Es ist dies bekanntlich Hr. Rebenstein (Bernstein).

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