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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1864-04-05 · Heft 15 (5.4.1864) · p. Seite 223

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
28 (1864)
Issue
Heft 15 (5.4.1864)
Date
1864-04-05
Page
Seite 223 (sequence 5)
Language
German
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223 sen für die weitere Darlegung und Beweisführung auf unser Bibelwerk zu 2 Mos. 25 verweisen. (Schluß von VI. folgt.) Zerstreute Bemerkungen. Baltimore, im März. In diesen Tagen kam mir die Streitschrift des seligen Dr. G. Salomon gegen Bruno Bauer: „B. B. und seine gehaltlose Kritik über die Judenfrage. Hamburg, 1843" in die Hände und fiel mir eine Stelle S. 55 auf, die wie eine Prophezeiung klingt. Ich schreibe sie hier ab: „Der Kritiker Bauer, der sich selbst über alle ,,Kritiker stellt, der huldigt, nachdem er Lehren und Wahr- „heiten, die für Millionen heilig und beseligend sind, „vom Throne gestürzt und schnöde verhöhnt, der ganz „gewöhnlichen, hyperorthodoxen, unkritischen An- „sicht: das Christenthum sei, dem Wesen nach, nichts „Neues, nichts Selbständig es, sondern nur die Erfüllung des Judenthums?! Daß Bauer bei dieser „Annahme mit sich selbst im Widerspruch steht, da er in „seiner Kritik der evangelischen Geschichte aus einem „ganz andern Tone redet, ist weiter nicht ausfallend, da „Bauer schwerlich schon mit sich selbst ins Reine ge- „kommen ist und es, meiner Meinung nach, nicht zu den „Unmöglichkeiten gehört, daß der junge Gelehrte, der — „jetzt in der Religion die Würgerin aller menschlichen Freiheit sieht, etwas später in Verbindung mit Hengstenberg die evangelische Kir- „chenzeitung redigirt." H. Hochheimer, Rabbiner. Literarischer Wochenbericht. Gr.-Beeskerek, im Februar, ‘■natjsri Herausgegeben von Maier Kohn aus Bistritz. David Oppenheim, Rabbiner. Prag. Verlag von W. Pascheles. 1863. Die talmudische Lexikographie wurde frühzeitig schon fleißig an gebaut und R. Nathan b. Jechiöl brachte dieselbe auf eine hohe Stufe, daß sie noch heute die größte Bewunderung erregt und verdient. Das berühmte talmudische Lexikon desselben 7m n (vollendet i. Ä. 1101) fand gleich bei seinem Erscheinen eine schnelle. außerordentliche Verbreitung, wie sie in jener Zeit nur äußerst selten einem Werke zu Theil wurde. R. Salomon Jizchaki, Iben Esra, Maimuni, Kimchi rc. benutzten bereits den „Aruch", wie dies Hr. Rabb. Rapoport in seiner vortrefflichen Biographie des R. Nathan gründlich und ausführlich nachgewiesen hat. Ebenso bald wurde die Erfindung Gutenberg's, und zwar in der sogenannten Wiegenperiode, auf dieses unentbehrliche Wörterbuch angewendet und bereits 1470—80 wurde dasselbe s. a. e. 1. aufgelegt, welcher seltenen, kostbaren und vollständigsten Edition rasch nacheinander mehrere andere zu Pesaro 1517, Venedig 1531 und 1553 u. s. w. folgten. Später versuchten auch mehrere Gelehrte durch Supplemente und Additamente das Werk des R. Nathan zu verbessern, zu ergänzen und zu vervollständigen. Wir wollen nur in möglicher Kürze hervorheben die Arbeiten des R. Samuel Archevolti, R. Elia Levita, Thischbi, R. Menachem de Lonsano, Maarich, R. Benjamin Mussafia, Mossaph Hearuch, R. Jesaias Berlin, NttbON und Bondi Or Esther. — Ein richtiges Gefühl brachte den sel. M. L. Landau in Prag 1818 auf die schöne Idee, eine den Anforderungen der Wissenschaft entsprechende Ausgabe des Aruch mit Anmerkungen und Uebersetzung der Schlagwörter zu veranstalten, die an sich schon ein wahres Bedürfniß war, weil seit der von Mussafia, Amsterdam 1655, besorgten Edition — also während eines Zeitraums von ungefähr 170 Jahren, was gewiß für das Talmudstudium der mit Recht genannten pilpulistischen.Periode charakteristisch und bezeichnend ist, — keine andere mehr erschienen ist. Landau erkannte es wohl, obschon er die Größe und den Umfang feines wahrhaft colosfalen Unternehmens kaum ahnte, daß, um ein wissenschaftliches Talmudstudium anzubahnen, vor allem dem vorzüglichsten lexikographischen Werke wiederum volle Aufmerksamkeit gewidmet und dasselbe den Freunden der rabbinischen Literatur, deren Bedeutung und Wichtigkeit gerade damals Zunz („Etwas über die rabbinische Literatur" 1818) mit kühnen Strichen meisterhaft gezeichnet hat, zugänglich gemacht werden muß. — Wie nun der selige Landau seine große und desien Kräfte weit übersteigende Aufgabe gelöst, ist bekannt. Herr Rapoport hat in seiner berühmten, classischen und ausführlichen Recension des Landau'schen Aruch die ganz und gar verfehlte Arbeit desselben nachgewiesen — und die Kritik hat dieses vernichtende Urtheil vielfach bestätigt. Dennoch hat der Landau'sche Aruch viel Gutes gewirkt und das bessere Verständniß des Talmud

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