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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1864-03-29 · Heft 14 (29.3.1864) · p. Seite 213

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
28 (1864)
Issue
Heft 14 (29.3.1864)
Date
1864-03-29
Page
Seite 213 (sequence 11)
Language
German
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213 sStatistik der Juden in Wien im Jahre 1863.} Es wurden 994 eheliche Kinder, 43 uneheliche und 46 tobt geboren; in Summe 1037, davon 583 Knaben und 454 Mädchen. Getraut wurden 122 Paare, der jüngste Bräutigam 22 I., die jüngste Braut 16 I., der älteste Bräutigam 54 I., die älteste Braut 48 I. alt. Gestorben sind 642 Individuen, darunter 350 Kinder vom fünften Jahre abwärts. Das älteste verstorbene Individuum war 95 I. alt, 12 starben eines gewaltsamen Todes, davon 8 durch Verunglückung, 4 durch Selbstmord. (Es ist schade, daß nicht die Gesammtzahl der jüdischen Bevölkerung zu Wien angegeben ist. Es waren also auf 25 Geburten eine uneheliche — ein bei Juden selten schlechtes Berhältniß.) Pesth, 18. März. (Privatmitth.) Das Elaborat über das Rabbiner-Seminar ist bereits schon hohen Orts eingebracht worden. Soviel ich erfuhr, haben die Herren Brill und Hirsch Altofen, dagegen der Herr Steinhardt Pesth gewählt, um Sitz desselben zu werden. Die Zahl der Professoren und der Studienjahre soll 7 sein. Sobald jemand die 4 Unter-Gymnasien absolvirte und das erforderliche hebräische Wissen besitzt, macht er die 4 Ober-Gymnasien und die 3 Jahre Philosophie im Seminar. Das Besuchen der Universität ist aber nicht obligat. Der Statthalter Sr. Excellenz Herr Graf Palffy besprach sich mit dem Rabb. Steinhardt über zwei Stunden, und die Commission gibt der Hoffnung Raum, daß dasselbe zu Stande kommt. Jetzt aber liegt das Zustandekommen in der Hand der Commission. P. Schweiz. Genf, im Febmar. (Privatmitth.) Es war auch in diesen Blättern verschiedene Male von der Ecole des arts et metiers die Rede, zu welcher die Freigebigkeit des hiesigen Hrn. Samuel Worg vor ungefähr 1'/« Jahren den Grund gelegt hatte. Mit dem 1. Januar d. I. sollte die Anstalt ihre Wirksamkeit eröffnen. Bereits war ein Local gemiethet, ein Director engagirt, Geldmittel waren reichlich vorhanden.— da stellte sich heraus, daß es noch an dem Wesentlichsten zur Gründung einer solchen „Handwerksschule" mangelte; es fehle in der Schweiz nämlich an jungen Israeliten, welche dem Handwerke sich widmen wollen, und so ging die Anstalt noch vor der Eröffnung zum großen Bedauern des Gründers wieder ein. — Die hiesige israel. Gemeinde zählt über 8V Mitglieder und ist noch immer im Wachsen begriffen. Dänemark. Kopenhagen, 29. Januar. (Privatmitth.) (Durch Umstände verspätet.) Am 25. December des verflossenen Jahres wurde hier ein Mann zu Grabe getragen, der eine wahre Zierde unserer Gemeinde gewesen und dessen Hintritt nicht nur unsere Gemeinde sondern auch die ganze Stadt in wahrhafte Trauer versetzt hat. Cs war dies der Etatsrath, Professor und vr. med. Seligmann Meyer Trier, Ritter des Danebrogordens, Danebrogsmann und Ritter des schwedischen Vasaordens. Dieser Mann war nicht blos einer der anerkannt tüchtigsten und kenntnißreichsten Aerzte unseres Landes, sondern zugleich auch eine der liebenswürdigsten Persönlichkeiten. In einer langen Reihe von Jahren bekleidete er nacheinander zwei Aemter, in denen er Gelegenheit hatte, seine Tüchtigkeit zu entfalten und einen immensen Schatz von Erfahrungen auf dem Gebiete seiner Wissenschaft zu sammeln. Er war nämlich zuerst Armenarzt bei der israelitischen Gemeinde und später Oberarzt des königl. Friedrichs-Hospitals. Durch seine Gewissenhaftigkeit, Tüchtigkeit und Liebenswürdigkeit erwarb er sich in einem hohen Grade das Zutrauen der Patienten und in seiner Stellung als Oberarzt war er wegen seiner Humanität allgemein beliebt bei den vielen jüngeren Aerzten, die sich unter seiner Leitung ausbildeten; für diese war er stets ein ebenso tüchtiger, praktischer Lehrer als ein immer freundlicher Rathgeber. Als er vor einigen Jahren den Posten als Oberarzt niederlegte, wurde er zum Director dieses Hospitals ernannt. Außerdem war er seit dem Jahre 1836 ein sehr thätiges Mitglied des Sanitäts- Collegiums. Diese verschiedenen Aemter in Verbindung mit seiner wcitausgebreiteten Praxis ließen ihm nicht viel Zeit zu wissenschaftlichen Arbeiten übrig, so daß die medicinische Literatur nur einige kleinere, aber sehr werthvolle Abhandlungen von' ihm auszuweisen hat. Trier spielte namentlich im letzten Decennium eine sehr hervorragende Rolle als konsultative Notabilität nicht nur für unsere Stadt sondern fürs ganze Land und selbst für das benachbarte Schweden; die meisten Aerzte zogen ihn in gefährlichen Krankheitsfällen mit zu Rache. Auch bei der letzten Krankheit unseres jüngst verstorbenen Königs wurde von den königl. Leibärzten uach ihm telegraphirt und unterblieb die Reise nach GlückS- 14 —

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