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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1864-03-29 · Heft 14 (29.3.1864) · p. Seite 210

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
28 (1864)
Issue
Heft 14 (29.3.1864)
Date
1864-03-29
Page
Seite 210 (sequence 8)
Language
German
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210 den haben wollte, und meinenMelurehr, daß jener!überhaupt nur vorschrieb, daß vom zweiten Peffachtage an sieben volle Wochen gezählt werden sollten, um dann das Ernte-Dank- und Erstlingsfest zu feiern, weil hiermit der feierliche Schluß der Ernte, die im heil. Lande so lange währte, da das Ausdreschen auf der Tenne damit verbunden war, ebenso begangen werden sollte, wie sie feierlich eröffnet worden. Deshalb wurde auch schon in den ältesten Zeiten das Wochenfest Schlußtag zu Peffach nvO bin mis? genannt, zu Josephus Zeit sogar nur Asartha. Man steht aus den angeführten Schriftstellen auch deutlich, daß es sich vorzugsweise um die sieben Wochen handelt, woher auch der Name des Festes. Ist doch auch weiterhin die Zahl sieben mit den Angelegenheiten des Landbaues in besondere Verbindung gebracht; ein Cyclus von sieben Jahren endet mit dem Brachjahre und ein Cyclus von 7 mal 7 Jahren führt das Jobeljahr, wo zugleich aller Landbesitz wieder frei wurde, herbei. Die Erklärungen, die Maimonides über das Laubhüttenfest und die mit demselben verbundenen Ceremonien gibt, sind vollständig befriedigend und geben uns keine Veranlassung zu weiteren Bemerkungen. Auch die Art, wie er die vier Pflanzenarten deutet, ist ebenso sinnreich wie zutreffend. Wir verweisen darüber auf den Schluß des 43. Abschnittes. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Augsburg, im Mär;. «Privatmitth.) Durch die von unserm allseits segensreich wirkenden Rabbinen Herrn Dr. Hirsch selb vermittels Predigt gegebene Anregung wurde unmittelbar hierauf eine Gemeinde- Versammlung berufen und einstimmig der Bau einer Synagoge beschlossen, und sollen wir bereits das nächste Synagogen-Neujahr an einer für die hiesige Gemeinde angemessenen Gottesftätte begrüßen. — Der erste Vorsteher unserer Gemeinde, Herr Carl Obermayer, hat von Sr. Majestät dem König, in Würdigung seiner mehrjährigen Verdienste als nordamerikanischer Consul und als Oberst der k. bairischen Landwehr, den Michaelsorden erster Classe erhalten. — Herr Dr. Hirschfeld hat in der Synagoge zu Kriegshaber, dem ehemaligen Rabbinatssitze des Districtes, einen Trauergottesdienst für den Pred. Dr. Sachs in Berlin und den gelehrten Theologen Herrn Emanuel Jsak Hirschfeld, Vater unseres Rabbinen, abgehalten und die außerordentlich große Zuhörerschaft, während eines siebenviertelstündigen Vortrags, durch seine glänzende und tief ergreifende Beredsamkeit wahrhaft gefesselt und erschüttert. Ulm, 10. März. In der gemeinschaftlichen Sitzung des Stiftungsraths und Bürgerausschusses ward ein Erlaß des Geheimen Raths auf eine Eingabe des früheren Mitgliedes des Bürgerausschusses Leop. Marx verlesen, der sich darüber beschwert hatte, daß man nach anderthalbjähriger Ausübung aller Rechte eines Bürgerausschußmitgliedes ihn für das letzte halbe Jahr von jeder Betheiligung an den Stiftuugsrathssitzungen ausschloß, weil er — ein Jude ist. Der Geheimrathserlaß erklärt diese Ausschließung für gerechtfertigt, weil die §§. 120—122, 137 rc. des Verw.-Edicts zweifelsohne voraussetzen, daß hier nur von Christen die Rede sei, weil ferner die Juden ihre Stiftungen auch ohne Einmischung anderer verwalten, weil ferner das Gesetz vom April 1828 ein Recht der Mitberathung ihnen nicht einräumt, vielmehr endlich die Kammer der Abgeordneten bei der Berathung des neuen Judengesetzes jenes Recht ihnen abspricht. Hierauf verlangte der Bürgerausschuß folgende Erklärung zu Protokoll zu nehmen: „Der Bürgerausschuß erklärt einstimmig sein Bedauern zu Protokoll, daß nach diesem Erlasse einem Theil unserer Mitbürger das Recht der Mitberathung in Schul- und Kirchenstiftnngsangelegenheiten abgesprochen wird, während die Zumuthnng aufrecht erhalten bleibt, daß sic das Deficit jener Stiftungen decken helfen müssen." (Ulmer Schnell;.) Preußen. Berlin, im März. (Privatmitth.) Der verstorb. Dr. Sachs war als Rabbiner und Prediger zugleich Mitglied des Schulvorstandes der Gemeinde, wie auch der Schul-Deputation der städtischen Commune; Dr. Beit bekleidete durch eine lange Reihe von Jahren in der städtischen wie in der Gemeinde-Verwaltung vielfache Ehrenämter als Magistratsmitglied, als Stadtverordneter, als Gemeindevorsteher, als Vorsitzender des Repräsentanten-Collegiums, als Mitglied des Schul-

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