Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 28 (1864)
- Issue
- Heft 13 (22.3.1864)
- Date
- 1864-03-22
- Page
- Seite 197 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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197 tung gegenüber machen wir die einfache Thatsache geltend, daß die letzten drei Auflagen des Nethib Emunah fast ganz allein in Ungarn abgesetzt worden. Dies genügt, um die Voraussetzungen unseres Gegners zu widerlegen. Papa, 6. März. (Privatmitth.) Bei der im Ungarlande anhaltend herrschenden Theuerung und der in den niedrigen Hütten fast den Höhepunkt erreichenden HungerSnoth ist es nicht nur wünschenswerth sondern unumgänglich nothwendig, daß jeder humane und intelligente Gemeindevorstand sein väterliches Auge auf den traurigen, beklagenswerthen Zustand der halbverhungerten Armen richte, durchgreifende Hilfsmittel herbeischaffe und jene nach Möglichkeit unterstütze. Unsere Gemeinde hat dem Obgesagten Rechnung getragen, indem der Gemeinde- und Chebra-kadischa- Vorstand im verflossenen Monate 700 Gulden ö. W. an die Hilfsbedürftigen vertheilt und insbesondere dabei die Aniiiu chaschubim berücksichtigt. Vergelt's Gott! Hervorgehoben muß werden, daß der Herr Vorsteher L. Buchwald, eine durch seine Anspruchslosigkeit und seinen Edelsinn hier allgemein bei Juden und Nichtjuden beliebte Persönlichkeit, zu dieser nachahmungswürdigen Handlung den Impuls gegeben, mit nennenswerthem Beispiele vorangegangen und somit der mathchil bamizwah gewesen. Ignatz Spatz. Großbritannien. London, 11. März. Von Sir Moses Montefiore ist, datirt vom 24. Februar, aus Gibaltar ein Schreiben bei dem Board of Deputies angekommen, welches das lew. Ehren, veröffentlicht. Die Hauptsächlichsten Gegenstände find bereits in dem auch von uns mitgetheilten Artikel des Eibraltar Ehroniele gegeben und Wir Heben daher nur noch folgende Einzelheiten hervor. Die Audienz beim Kaiser am l. Februar War außerordentlich glänzend und wurde Sir Moses bei der Hin- und Zurückfahrt von einem weißen Pferde gezogen, was den höchsten Grad sultanischer Gnade bezeichnet. Am Abend war er vom Vezier eingeladen, wobei Sir Moses diesen mit einigen speciellen Beschwerden und Wünschen der Juden bekannt machte, wie der Vergrößerung des engen Judenquartiers zu Magador, einem Gebäude zu einem Hospital u. s. w. Am 5. erhielt er das kaiserliche Edict mit der eigenhändigen Unterschrift des Sultans und am 7. hatte er die Abschieds-Audienz beim Kaiser, welcher ihn in einem Kiosk in den Palastgärten empfing. Der Kaiser erneute seine freundlichen Zusicherungen und drückte seine Hoffnung aus, daß Sir Moses und seine Freunde sich in seiner Hauptstadt wohlbesunden hätten. Diese besuchten hierauf das Judenviertel, wo sie enthusiastisch empfangen wurden. Am 8. verließen sie Marokko und kamen nach einer beschwerlichen Reise nach Mazagan, wo sie die englische Fregatte „Magicienne" aufnahm und nach Gibraltar brachte. Wir geben nun die von Sir Moses dem Sultan von Marokko übergebene Adresse: „Mag es Eurer Majestät gefallen. — Ich komme, unterstützt durch die Sanction und die Billigung der Regierung Ihrer Majestät der Königin von Großbritannien und auf die Aufforderung meiner Glaubensgenossen in England, meinem Vaterlavde, sowohl als von seiten derer in der ganzen Welt, um Eure Majestät zu ersuchen, die Beweise von Eurer Majestät Gnade und Gunst für meine Brüder in Eurer Majestät Reich fortznsetzen. Möge es Eurer Majestät gefallen, die bestimmtesten Befehle zu geben, daß die Juden und Christen, welche in allen Theilen von Eurer Majestät Besitzungen wohnen, vollständig beschützt werden sollen und daß niemand sie in irgend einer Weise, in irgend einer Sache kränken soll, welche ihre Sicherheit und Ruhe betrifft, und daß ihnen der Genuß derselben Vorrechte wie allen anderen Unterthanen Eurer Majestät gestattet sei, wie er denjenigen Christen verstattet ist, welche in den Häfen von Eurer Majestät Reich leben. Solche Rechte wurden auf meine Veranlassung durch Seine kaiserliche Majestät Abdul Medschid, den verstorbenen Sultan der Türkei, durch seinen Firman verliehen, welchen er uns zu Konstantinopel am 12. Ramazan 1256 gab; und bestätigt im Mai vorig. Jahres durch Seine kaiserliche Majestät Abdul Aziz, den gegenwärtigen Sultan der Türkei. Erlauben mir Eure Majestät, derselben meine dankbare Hochschätzung des gastfreundlichen Empfanges auszudrücken, mit der Eure Majestät mich beehrt hat, und Eurer Majestät meine herzlichsten Wünsche für Eurer Majestät Gesundheit und Glück und für das Wohlbefinden von Eurer Majestät zu übermachen." Nachbemerkung der Redaction. Wir haben in vor. Nummer bereits das Edict des Sultans mit- 13 **