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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1864-03-01 · Heft 10 (1.3.1864) · p. Seite 150

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
28 (1864)
Issue
Heft 10 (1.3.1864)
Date
1864-03-01
Page
Seite 150 (sequence 10)
Language
German
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150 rerseits haben die Ueberzeugung gewonnen, daß nur Bereine, deren Zweck es ist, die Masse zu bilden, diesem Treiben ein Ende zu machen fähig sind. Vor allem müßten gerade auf dem Lande, trotz Agitation und Rebbethum, Schulen eröffnet werden, die, unter einen Bezirkslehrer gestellt, welcher seinen Gehalt aus dem Landesschulfonds bezöge, vorzugsweise die magyarisch-deutschen Fächer zu pflegen hätten. Erst allmählich, wenn die Schule Wurzel gefaßt, sollten die hebräischen Fächer hinzutreten» da eine mehr denn 12jährige im Ungarnlande gemachte Erfahrung uns die Ueberzeugung beigebracht hat, daß gerade die Masse des hebräischen Unterrichts halber der Volksschule nicht hold ist und selbige dieserhalb um jeden Preis zu entvölkern sucht. Möchten doch die in Bälde zusammentretenden von der hohen Regierung berufenen Vertrauensmänner beherzigen, wie nothwendig gerade für die ärmeren Gemeinden eine Unterstützung aus dem Schulfonds ist und wie eben Bezirkslchrer, aus dem Schulfonds honorirt, diesem Uebel abzuhelfen in der Lage sind. Möchten insbesondere die Vertrauensmänner aus unserer Nähe, Herr Du. Weißer in Szsntü und Herr Dr. Kain in Kaschau, an deren Volksschulen wir als leitender Lehrer gewirkt und die mit eigenen Augen als ehemalige Schulvorsteher das Eingehen ihrer Schulen gesehen, da es eben an einem Fonds mangelte, beherzigen, wie wichtig eine gleichmäßige Unterstützung aller Gemeinden Ungarns aus dem Schulfonds zur Erhaltung ihrer Schulen ist und wie eben dadurch, daß von dem noch zu verwendenden Fonds Bezirkslehrer in einzelne Comitate ernannt werden, für das Schulwesen in Ungarn eine Zukunft geschaffen wird, die für das Culturleben der Israeliten Ungarns von unberechenbaren Folgen ist. Auf diese Weise könnte in der Person eines Bezirkslehrers den bisherigen Jnspectoren ein Organ beigegeben werden, welches, mit den Verhältnissen der israelit. Schule vertraut, gewiß die heiligsten Interessen der Gemeinden schützen und nicht zugeben wird, daß die von der hohen Regierung gebotene Freiheit in Willkür auöarte. Die Bezirkslehrer in je einem Schulbezirke könnten der Vereinfachung der Geschäfte halber unter einen israelit. Ober-Jnspector gestellt werden, der, dem Oberstudien-Direktor beigegeben, vor allem Pädagog sein müßte. Hiermit wollen wir die geistreichen Laien unseres Vaterlandes als Mitglieder der Schulbehörden keineswegs ausgeschlossen wissen, doch die pädagogische Leitung unseres vaterländischen Schulwesens muß um so mehr in den Händen der Pädagogen (Lehrer und Rabbiner) liegen, da den intelligenten Laien immerhin ein schöner Wirkungskreis bleiben wird, auf dem Gebiete der Schule in den Gemeinden segensreich zu wirken. Oberlehrer I. Rosenmeyer. Pesth, im Februar. (Privatmitth.) Der rühmlichst bekannte vr. meö. I. Rözsay, Präsident deS ungarisch-israelitischen Vereins, wurde zum Mitgliede der ungarischen Akademie der Wissenschaften ernannt. Niederlande. Haag, 6. Februar. (Privatmitth.) Man schreibt von hier an die „K. ZDie Ratification des von unserer Regierung mit Italien geschlossenen Vertrages veröffentlichte gestern das Staatsblatt. Wir sehen mit großem Vergnügen, daß in Italien, wo sich vertragsmäßig Holländer aller Glaubens-Bekenntnisse niederlassen können und gleiche Rechte mit den Italienern theilen werden, die zeitgemäße Freiheit mehr anerkannt wird als in der Schweiz, wo eben diese Bestimmung das Zustandekommen eines Handels-Vertrages mit den Niederlanden unmöglich machte. Rußland. Mitau, im Februar. (Privatmitth.) Die kurländische Presse schweigt jetzt ziemlich über die Angelegenheiten der Juden; doch ist dies durchaus nicht dem guten und bösen Willen der Redactionen zuzuschreiben. Theils läßt die Censur eine ganz offenmüthige Behandlung der Sache nicht zu, theils findet die außerordentlichste Cabale von seiten unserer Gegner statt, um jeden zum Schweigen zu bringen, der für uns sprechen will. Eine Folge von diesen Jntriguen ist auch, daß das trefflich redigirte Journal „Inland" mit Beginn dieses Jahres zu erscheinen aufgehört hat. — Als ein Curiosum theile ich Ihnen eine Bekanntmachung mit, welche in der „Kurländischen Gouvernements-Zeitung" in No. 5 erschien. „Um einem möglicher Weise in unserer Stadt entstandenen Bedürfnisse entgegenzukommen, erlaube ich mir, hierzu aufgefordert, die Anzeige zu machen, daß Mittel vorhanden sind, für die hebräische weibliche Jugend eine Schulanstalt zu er«

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