Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 28 (1864)
- Issue
- Heft 10 (1.3.1864)
- Date
- 1864-03-01
- Page
- Seite 148 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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148 kann hier nicht, wie in anderen großen Städten, eine koschere Fete beim jüd. Restaurateur bestellen) ermessen können. Daß es bei diesem Feste nicht an geistreichen Carmina und Toasten sowie an einem sinnigen Abschiedsgeschenke gefehlt, braucht kaum erwähnt zu werden. Atlö der Altmark, 16. Februar. (Berichtigung.) In No. 5 dieser Zeitung legt mir der Herr Berichterstatter: „Aus der Altmark" ein Verdienst bei, welches — wenn es auch an und für sich von sehr untergeordneter Bedeutung ist, da es meistens von äußeren Umständen abhängt — ich abweisen muß. Ich habe niemals die größte Zahl der Impfungen in hiesigem Regierungsbezirke vollzogen und bin nur einige Male, und zwar vor Jahren, unter den Aerzten im Amtsbl. angeführt worden, welche dem Impfwesen fleißig obgelegen haben. Di'. Philippson, Königl. Sanitätsrath. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, 12. Februar. Herrenhaus, 90. Sitzung. Auf der Tagesordnung steht der Gesetzentwurf, betreffend die Besitzsähigkeit der israelitischen Gemeinde - Alitglieder der Landeshauptstadt Czeruowitz. Berichterstatter Freiherr v. Münch stellt namens der politischen Commission den Antrag, den Gesetzentwurf nach der Fassung des Abgeordnetenhauses anzunehmen, worauf derselbe ohne Debatte in zweiter und dritter Lesung angenommen wird. Pesth, 18. Februar. (Privatmitth.) Bekanntlich existirt ein ungarisch-israelitischer Schulfonds, der aus den im Jahre 1849 den Gemeinden auferlegten Contributionen gebildet worden, der, ursprünglich eine Million, sich jetzt auf 1,(300,000 fl. ö. W. beläuft, welche in Grundentlastungsobligationen bei der Landesfinanz- Direction in Ofen beponirt sind. Bis jetzt werden aus ihm vier israelit. Musterschulen und eine Präparandie erhalten, 400» fl. erhält das israel. Taubstummen-Jnstitut in Wien und in der Blindenanstalt zu Pesth sind zwölf Freiplätze für Juden eingerichtet. Am 11. dies, ist nun ein Regierungs-Erlaß erschienen, der definitiv bestimmt, daß aus dem israelitischen Schulfonds ein Rabbiner-Seminar errichtet wird; als Vertrauensmänner zur Berathung dieser Angelegenheit sind folgende Herren einberufen, und zwar vom industriellen Stande: Schösberg, Posner aus Pesth, Pappenheim aus Preßburg, Geiringer aus Stampfen, Linzer aus Totis, Di'. Kain aus Debreczin, Weiser aus Szanto und Grünbaum aus Temesvar. Aus dem Rabbinate die Herren: Steinhard zu Arad, Brill zu Pesth und Hirsch zu Alt-Ofen, welche Männer über die Einrichtung und innere Organisirung eines solchen Instituts einen ausführlichen Entwurf zu machen, den hierauf bezüglichen Plan ausznarbeiten und alsdann das diesbezügliche Elaborat nebst einem genauen Ausweis der erforderlichen Ausgaben binnen vier Wochen der ungarischen Statthalterei einzusenden haben. Zugleich wird eine ösientliche Berathung abgehalten werden über den Modus der jüdischen Schulcontrole und über die Verwendung der Ueberschüsse aus dem Schulfonds. Die erste Sitzung der Vertrauensmänner wird am 90. März l. I. in einem zu diesem Behufe bestimmten Locale des Statthalterei-Palais zu Ofen stattfindcn. Die Israeliten Ungarns können der h. Regierung sicherlich nicht Dank genug wissen, daß sie diese hochwichtige Angelegenheit in die Hand genommen. Es kann jetzt nicht mehr zweifelhaft sein, daß gute Rabbiner-Seminare zu den dringendsten Bedürfnissen des Judenthnms gehören. Es liegt dann aber auch auf der Hand, daß es bei denselben doch zumeist auf die Organisation, den Lehrplan und die anzustellenden Lehrer ankommt, ob ihre Existenz wünschenswerth sei oder nicht. Denn würde eine solche Anstalt einseitig hergestellt, entweder die wissenschaftliche Ausbildung vernachlässigt oder daS talmudische und rabbinische Studium hiutangesetzt werden, so mürben die daraus hervorgehenden Jünglinge eher schädlich als nützlich wirken, eher unbrauchbar als brauchbar sein. Darum kann cs uns nicht verdacht werden, wenn wir prüfende Blicke auf die genannten Vertrauensmänner werfen und uns gestatten, desfallsige Wünsche auszusprechen. Hier sehen wir aber, daß außer Steinhard in Arad alle ungarischen Rabbiner, die eine Autorität besitzen und ihre Gelehrsamkeit und Urtheilsfähigkeit erwiesen haben, ausgeschlossen sind. Da fehlen Fasset, Oppenheim, Zipfer, Meisel, Löw! Von den gewählten Herren hat kein einziger akademische Bildung, und sie sollen nun ein akademisches Institut einrichten. Ebenso auffallend scheint es, daß kein einziger Lehrer zur Commission ge-