Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 28 (1864)
- Issue
- Heft 10 (1.3.1864)
- Date
- 1864-03-01
- Page
- Seite 146 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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146 nem treuen Freunde, dem verdienten Dr. Moritz Veil. Während seiner 28jährigen Wirksamkeit ist die Bewun» derung dieselbe große geblieben, welche seinem seltenen Rednertalente immer von neuem gezollt wurde. Jede Predigt war eine Blüthe seines reichen Geistes, eine anmuthige Strömung seines liefen Gemüths. Deshalb fügen sich alle Vorzüge des Verstorbenen zusammen zu einem Bande der Erinnerung und Verehrung. Friede seiner Asche! Potsdam, im Februar 1864. Dr. Tobias Cohn, Rabbiner. Spenden -Liste für die RieHer - Stiftung 1) zur monumentalen Herausgabe der Schriften Rießer'S, 2) zur Unterstützung solcher Israeliten, die Gerichtsassessoren oder zu Gymnasial- und Universitäts- Lehrämtern befähigt, aber ihrer Religion wegen nicht angestellt sind. 108b) Gesang-Verein „Frohsinn" in Laupheim bei Ulm 17 Thlr. — Gesammtsumme: 1934 Thlr. 11 Sgr. —Pf. Die Redaction. Literarischer Wochenbericht. Bonn, 19. Februar. Die Versendung der diesjährigen Jnstitutsschriften beginnt in diesen Tagen. Allein es ist nicht möglich gewesen, das „Neue israelitische Gebetbuch von Dr. Philippson" bis jetzt im Drucke ganz zu beenden und so wird dieses als zweite Sendung ungefähr binnen Monatsfrist nachverschickt werden. — „Gott, der Vater der Waisen! Rede zur Einweihung des jüdischen Waisenhauses zu Paderborn, gehalten von Ober- Rabbiner Joseph Kahn zu Trier und herausgegeben vom Curatorium des Waisenhauses. Der Reinertrag ist zum Besten des Waisenhauses bestimmt. Paderborn, 1863. Im Selbstverlag des Curatoriums". Diese Rede behandelt ihren Gegenstand — das Waisenhaus in Paderborn und das Wesen der Waisenerziehung überhaupt — in erschöpfender Weise (34 Seiten). Sie löst ihre Aufgabe mit tiefem Gemüthe, mit Sachkenntniß und guter Anwendung von Bibel- und Talmudstellen. Deshalb und um der Bestimmung des Reinertrages willen empfehlen wir sie dringend. Der lebhafteste Eifer für die segensreiche, aber noch lange nicht in ihrem Bestände gesicherte Anstalt wird die edlen Herzen für sie begeistern und zu nachdrücklicher Unterstützung anregen. — „Beitrag zur Geschichte jüdischer Tartüffe. Eingaben an das ehemalige k. k. Cultusministerium in Wien über die religiösen Zustände in Oesterreich. Herausgegeben von Israel Levi Kohn. Leipzig, 1864". Diese pseudonym erschienene Brochüre ist die Schrift, welche jüngst in diesem Blatte als bald erscheinend angekündigt worden und aus der wir bereits einen Abschnitt mitgelheilt. Es sind dies die Eingaben des Ignatz Deutsch in Wien bei dem frühern Cultusministerium, in welchen die österreichischen Juden, mit Ausnahme des Hrn. Deutsch und einiger Anhänger, sämmtlich als politisch-revolutionär und religiös abgefallen denuncirt worden. Es ist sehr interessant, genauere Kenntniß von dem Inhalt und der Ausdrucksweise zu nehmen. Dem Herausgeber muß aber Hr. Geldwechsler Deutsch selbst dankbar sein, daß sein bis jetzt nur verborgen ausgesprochenes Wort auf alle Welt wirken könnte. — Zeitungsnachrichten. Deutschland. Frcudenthal (Würtemb.), 19. Februar. (Eingesandt.) Bon ihrer Unparteilichkeit überzeugt, zweifle ich nicht, daß Sie nachstehender ergänzender Berichtigung die Spalten Ihres geschätzten Blattes sofort gefälligst öffnen werden. Die „Bitte würtemb. Israeliten um Revision unserer kirchlichen Gesetzgebung im Sinne der Gewissensfreiheit und vom Staate beaufsichtigter Autonomie der Gemeinden re.", von welcher ich einen Abdruck beiznlegen mir erlaube, ist nicht, wie Ihr geehrter Herr Correspondent in No. 6 der Allg. Zeitg. d. Judenth. glaubt, ohne irgend welche Unterstützung bei den Juden im Lande geblieben, sondern sie hat 646 Unterschriften von 32 zum Theil sehr ansehnlichen Gemeinden, z. B. aus sämmtlichen Gemeinden des Rieses, ebenso den 4 größten des Schwarzwalds rc. erhalten. Diese Zahlen repräsentiren 2js der würtembergischen Gemeinden und einen fast ebenso großen Theil der bürgerlichen Ge-