Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 28 (1864)
- Issue
- Heft 9 (23.2.1864)
- Date
- 1864-02-23
- Page
- Seite 135 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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135 tragische Tod in die Herzen der Familie und der ganzen Gemeinde geschlagen! Die ganze Stadt nimmt aufrichtige Theilnahme an diesem herben Verluste und bedauert das Hinscheiden eines Mannes, der unserer väterlichen Religion allgemeine Achtung zu verschaffen gewußt hat! n2->2d p'iL -dt S. Mannheimer. Donaufürftenthümer. Botoschan, 5. Februar. (Privatmitth.) Man spricht, daß sicherlich nächstens unseren Glaubensbrüdern in den Donaufürstenthümern bürgerliche Rechte verliehen werden sollen; übrigens steht hier alles im allgemeinen am Vorabend wichtiger Ereignisse. Aber: 'dreiw' “in» «di Dir «d Rußland. Warschau, 8. Februar. Auf Befehl des General- Polizeimeisters Trepow ist die Vorschrift in Betreff der jüdischen Tracht wieder in Kraft getreten und infolge dessen haben die auf den Straßen postirten Polizeisoldaten Scheeren und Federmesser erhalten, um den vorübergehenden Juden die Seitenlocken und Bärte abzuschneiden, was gewöhnlich mit nicht besonderer Delicatesse geschieht. Es ist dies eine Erneuerung einer bereits in Vergessenheit gekommenen Verordnung des Kaisers Nikolaus vom Jahre 1853. Palästina. Jerusalem, im Januar. (Privatmitth.) Schon als wir im .low. Chr. die erste Anklage aus Jerusalem gegen den französischen Gelehrten Herrn de Saulch lasen, daß er die Gräber der Propheten und Könige durchsuche, ihre Gebeine herauswerfe und die Monumente zerstöre, hegten wir gerechte Bedenken und wir hielten unsere die Anklage bezweifelnden Bemerkungen nur zurück, weil sehr gewichtige Männer sich der Sache bereits angenommen. Es sind nun auch zu unserer Freude Entgegnungen und Berichtigungen, und zwar bei dem Jew. Chr. selbst, eingelaufen, aus welchen sich ergibt, daß Hr. de Saulch sich durchaus keiner derartigen Entweihung schuldig gemacht hat, sondern anZ jener Stätte nur nach alten Steindenkmälern und Inschriften sucht, welche er vor der Zerstörung durch Menschenhände bergen will. Den Werth dieser Monumente nicht erkennend haben die dort lebenden Juden dieselben in vielen Fällen zertrümmert oder zu Bauzwecken fortgeholt. Leider ist die Wahrhaftigkeit nicht die Tugend, welche die jetzigen Bewohner Jerusalems, und zwar nicht blos die jüdischen, auszeichnet. Amerika. Vom Delaware, im Januar. (Privatmitth.) Ihre geschätzten Blätter haben von Amerika aus schon lange keine ausführliche Darstellung mehr gebracht, wodurch der europäische Leser einen klaren Begriff über die hiesigen jüdischen Zustände gewinnen könnte. Jndeß dürfte es selbst dem Hierwohnenden, den nicht schon sein Lebensberuf zur genauen Erwägung dieser Zustände drängt, schwer fallen, sich ein sicheres Urtheil darüber zu bilden. In diesem jugendlich kräftigen und zugleich riesigen Lande herrscht ein ununterbrochenes Schwimmen und Wogen, das die Menschen kaum zu Odem kommen läßt und an sich schon für eine tiefere Betrachtung dessen, was nicht in der nächsten Sphäre liegt, keinen Raum übrig läßt. Und nun kamen noch die wilden Orkane eines furchtbaren Bürgerkrieges hinzu, welche den Unternehmungsgeist ins Colossale treiben, alle Nerven bis zum Zerreißen spannen, Millionen zwischen Furcht und Hoffnung fortwährend hin- und herschleudern und deren Ende noch immer nicht abzusehen! Die Juden — um sofort auf meinen Gegenstand einzugehen — werden im Norden wie im Süden nicht eben mit freundlichen Augen angesehen; es wird ihnen hier wie dort Mangel an Patriotismus vorgcworfen. Daß in den Armeen beider Sectionen unsere Glaubensgenossen ziemlich vertreten sind, kann die Sache nicht ändern. In den Rebellenstaaten nennt man unsere Stammgenossen die Shhlocks, weil sie des dortigen werthlosen Papiergeldes gegen Grundbesitz oder wirkliche Werthpapiere loszuwerden suchen, und in den loyalen Staaten reichen schon einige eingefangene jüdische Schmuggler hin, um die öffentlichen Blätter in die Lärmposaune blasen zu lassen: es seien Juden erwischt worden! Es ist eben auch hier unser Loos, im Schlimmen den Einzelnen als Maßstab für die Gcsammtheit genommen sehen zu müssen. Wahr ist es allerdings, daß eine große Anzahl in unserer Mitte der Negersklaverei huldigt und ich überlasse es andern zu entscheiden, ob diese merkwürdige Erscheinung, die doch sicherlich im Judenthume 9**