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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1864-01-19 · Heft 4 (19.1.1864) · p. Seite 54

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
28 (1864)
Issue
Heft 4 (19.1.1864)
Date
1864-01-19
Page
Seite 54 (sequence 10)
Language
German
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54 Erinnerung am Ende doch immer derselbe ist. Um jedoch auch unsererseits ein Wort der verdienten Anerkennung denen nicht zu entziehen, die im Leben durch Gesinnung und That das Beste ihrer Mitmenschen und Glaubensgenossen eifrig gesucht und gefördert, werden wir von Zeit zu Zeit kurzgefaßte Nekrologe würdiger Heimgegangenen zusammenstellen. — In Floß (Baiern) verstarb am 20. December der Vorstand der dortigen Gemeinde, Herr Arnold S. Arnstein, in seinem 63. Lebensjahre, der durch seine vorzügliche Wirksamkeit in Synagoge, Schule und wohlthätigen Werken, durch seine musterhafte Führung unter seinen Mitbürgern, insbesondere auch als Vorstand des städtischen Handelsrathes den Ruhm eines edlen und vortrefflichen Mannes mit ins Grab nahm. — In dem bairischen Städtchen Krön ach verschied am 8. October plötzlich durch einen Schlaganfall Herr vr. Lazarus Selig sb erg, der als praktischer Arzt, als wahrhafter Menschenfreund und Wohltyäter der Armen, sowie als Förderer alles Guten innerhalb seiner Glaubensgenossenschaft sich die innigste Liebe und Verehrung in allen Schichten der Bevölkerung erworben hatte und dessen Tod daher die allgemeinste Trauer hervorrief, wie sich dies bei seinem Leichenbegängniß im ausgedehntesten Maße bethätigte. Elze (Hannover), 29. December. (Privatmitth.) Die am 27. und 28. d. M. hier abgehaltene Versammlung israelitischer Lehrer war als erste befriedigend besucht und man sah, daß die Sache guten Anklang gefunden hatte. — Die Resultate der Versammlung theilen wir in gedrängter Kürze mit. Die Verhandlungen begannen Sonntag nachmittags 2 Uhr und wurden vom Vorsitzenden mit einer Ansprache an die Versammelten und mit Gebet eröffnet. — Man schritt sofort zur Tagesordnung und wurde der erste Punkt derselben, Bildung von Lehrer- Vereinen betreffend, besprochen. Nachdem die Anträge verschiedener Herren erwogen, einigte man sich zu folgendem Resultate: „Es bilden sich im Königreiche Hannover drei Bezirksvereine, und zwar: der erste aus den Lehrern der Landdrosteien Hannover und Hildesheim, der zweite Lüneburg und Stade, der dritte Osnabrück und Aurich. Jeder Bezirksverein hält jährlich zwei Sitzungen ab, in denen die Lehrer ihre gemachten Erfahrungen im Schul- und Gemeindeleben austauschen. Es kommen zur Sprache: Schule und Gotteshaus, Pädagogisches und Rituelles. — Die Bezirksvereine sollen in einem Mittelpunktsorte des Königreichs jährlich zu einer Generalversammlung zusammentreten und über das Hauptinteresse der Lehrer berathen." — Der Bezirksverein Hannover - Hildesheim hat sich statuirt und hat sich jedes Mitglied dieses Vereins moralisch verpflichtet, thunlichst für die Förderung der Sache des Vereins, wie auch für das baldige Jnslebenrufen der übrigen Vereine zu wirken. — In den Sommermonaten 1864 wird die erste Generalversammlung stattfinden und wird Herr vr. Kayserling aus Hannover, der auf allgemeinen Wunsch zum Präsidenten gewählt wurde, dieselbe leiten. — Zum Correspondenten wurde Herr Lehrer Cahn aus Sarstedt gewählt und sind Briefe, die den Verein betreffen, an denselben zu richten. — Ein Schriftführer wird für jede Versammlung gewählt. — Es kamen als zweiter und dritter Punkt der Tagesordnung zur Sprache: Gründung eines Schulorgans und Gründung einer Lehrer-Witwen-Kasse. Ueber beide Theile wurde viel und herzlich gesprochen, manche treffliche Ansicht geäußert, doch konnte ein definitiver Beschluß nicht gefaßt werden und werden diese angeregten Gegenstände in der Generalversammlung erledigt werden. — Mit einer kräftigen Ansprache des Vorsitzenden und einem ergreifenden Gebete wurden die Verhandlungen Montag Mittag geschlossen. — Gebe Gott dem Werke seinen Segen! Preußen. Trier, im December. (Privatmitth.) In unserm Regierungsbezirke wurde am 4. d. Mts. eine neue Synagoge in Tholey und am Sabbath - Chanukah eine Thorarolle zu Merzig, welche der dortige Gesangverein gewidmet, feierlichst eingeweiht. Beide gottesdienstliche Festlichkeiten machten auf alle Anwesende, unter denen auch die Spitzen der Behörden, tiefen Eindruck und wurden durch gediegene Predigten des Oberrabbiners Kahn gehoben und verherrlicht. Krotvschin, im December. (Privatmitth.) Wenn in unserer an Wirren so reichen Zeit sich das Verhältniß zwischen Gemeinde und Rabbiner oder Lehrer > in günstigster und liebreichster Weise gestaltet, so ist

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