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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1864-01-19 · Heft 4 (19.1.1864) · p. Seite 53

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
28 (1864)
Issue
Heft 4 (19.1.1864)
Date
1864-01-19
Page
Seite 53 (sequence 9)
Language
German
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83 die Ausstattung des sonderbaren Büchleins vorzüglich. — Herr Daniel Ehrmann in Prag hat das Buch Esther hebräisch und deutsch mit den Segenssprüchen und den Abendgebeten abdrucken lasten und dadurch zum Gebrauche am Purim ein sehr zweckdienliches Büchlein geliefert. — Herr M. E. Stern in Wien gibt eine deutsche Uebersetzung des Moreh Ne buch im mit Benutzung von Munkes Ausgabe heraus, und ist der zweite Theil bereits erschienen. Wir gestehen aber offen, daß wir dieses Unternehmen für weit über die Kräfte des Herrn Stern hinausreichend halten. Herr Stern kann gewiß nicht behaupten, daß wir ungerecht gegen ihn seien. Aber der erste Blick in das Buch und sogar auf das Titelblatt erweist, daß Herr St. des Deutschen nicht so mächtig ist, um den zweiten Theil des Moreh übersetzen zu können. Kann nun Herr St. behaupten, daß er ein Arabist sei, um zu sagen, daß er nach dem arabischen Urtexte übersetze? Und ist die tüchtige Kenntniß der hebräischen Sprache, die jedermann Herrn St. gern zugestehen wird, genügend, um ein philosophisches Werk richtig, prägnant, treu und verständlich zugleich übertragen zu können? — tpr "»t* by rrwn nwnn n w»ba Wilna, 1863. Das Heftchen, an Typen und Papier schön ausgestattet, bietet durch sein leichles, correctes und ausdrucksvolles Hebräisch eine anziehende Lectüre. Daß es eine Uebersetzung aus dem Deutschen sei, gibt der Verfasser auf einem Titel an, während er es auf zwei Titeln verschweigt und hinzufügt '■ön tfov n»ö srrii-p ,'B b*; daß es aber eine Uebersetzung der „Mariamne" des Redacteurs dieser Zeitung ist, verschweigt Herr Eppstein ganz und gar. Wie sollen wir dieses Verfahren bezeichnen? — Im Verlage von Schloßberg in Wien erscheint mit Subvention des „Instituts zur Förderung der israelitischen Literatur" in kurzer Zeit eine Schrift des Herrn vr. M. Duschak: „Iosephus und die Halacha", die in gründlicher Weise diese kritisch-historische Frage behandelt, welche der Redacteur dieser Zeitung als einen intereffanten Gegenstand zur Beantwortung empfohlen hatte. — „Das Alte in dem Neuen! Jubel-Predigt zur Feier des 100jährigen Bestandes der Synagoge zu Altstrelitz. Von vr. H. Hamburger, großherzogl. Landrabbiner. Neustrelitz, 1863." Die schöne Feier, in welcher diese Predigt ein Hauptmoment bildete, ist in d. Bl. beschrieben worden, und allerdings war die vorliegende Predigt geeignet, das Fest vom höchsten und würdigsten Standpunkte aufzufaffen. Anknüpfend an Prediger 1, 4. und zum Texte nehmend Sprüche Salomonis 4, 8. hat der Redner ebenso poetisch wie gedankenreich die in der Religion vorzugsweise herrschende Tendenz charakterisirt, auf der Basis des Gegebenen die Fortentwickelung des Menschengeschlechts zu fördern und zu leiten. — „Das jüdische Gotteshaus, Rede zur Einweihung der Synagoge zu Sylau, von Di-. I. Ä. Unger. Wien, 1863." Der Redner nahm die Worte Bileams 4 Mos. 24, 5. 6. zum Texte, und es mußte schon daraus eine sehr schwungreiche Behandlung des Gegenstandes erfolgen. Der Redner hat dies erreicht und mit Takt durchgeführt. Doch finden wir, daß durch diese poetische Färbung die Eindringlichkeit und die Verständlichkeit für das Volk gemindert werden muß. — „Jsak Noa Mannheimer, Prediger. Eine biographische Skizze. Von G. Wolf. Wien, 1863." Wir haben diese Schrift zur Feier des 70. Geburtstages Mannheimers in dieser Zeitung benutzt, um einen Abriß von dem Leben dieses verdienstvollen Mannes zu geben. Sie ist überall gründlich und stellt das Thatsächliche in klares Licht. Aus diesem Gesichtspunkte hat sie einen wesentlichen Werth. Nicht loben können wir dagegen, wenn der Verfasser von dem Umstande, daß M. in der Angelegenheit des more judaico thätig gewesen, Veranlassung nimmt, diese letztere, soweit sie Oesterreich betrifft, ausführlich zu behandeln und mit vielen Documenten zu begleiten. Ist dies auch sachlich von Wichtigkeit und Interesse, so leidet doch die biographische Skizze selbst durch dieses ihr fremde Element und wir heben dies hier hervor, un unsere historische Literatur vor diesem Abwege zu bewahren. Besten Dank natürlich verdient der Verf. anderweitig für solche aus den Archiven geschöpfte Mittheilungen. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Nekrowge^ Die Redaction d. Zeitg. ist sehr häufig genöthigt, ausführlich geschriebene Nekrologe wackerer und verdienter Männer zurückzuweisen, theils weil der Raum dieses Blattes nicht hinreicht, theils weil die öffentliche Stellung der Verstorbenen nicht eine solche war, um eine weitläufige Mittheilung zu rechtfertigen, und endlich, weil der Ausdruck der Trauer und der schmerzlichen 4

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