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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1864-01-19 · Heft 4 (19.1.1864) · p. Seite 52

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
28 (1864)
Issue
Heft 4 (19.1.1864)
Date
1864-01-19
Page
Seite 52 (sequence 8)
Language
German
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alle Classen unserer Glaubensgenoffenschaft von neuem maffenhaft zu verbreiten, immer näher» Wir nehmen hierbei Gelegenheit, einige im letzten Jahre uns zugekommene noch nicht veröffentlichte Spenden hier aufzuführen: Die Gemeinde zu Lengenau (Schweiz) zum zweiten Male 20 Frcs.; die Synagogen-Gemeinde zu Samter zum zweiten Male 3 Thlr.; Lehrer A. Hilberth in Niederstetten 2 Thlr. 2 Sgr.; Rabbiner Graf in Tereschau 2 Thlr. 3 Sgr. — Berlin, 23. December. Deuts che S chullied er, comp, von L. Lewandowski. 21e Aufl. Berlin. Freudigen Herzens begrüßen wir hier ein Werk, das in seiner einfachen Gestalt mehr musikalischen Werth hat als manche dickleibige Partitur. Diese Weisen machen das kalte nil admirari des Kritikers zu Schanden, sie erfüllen das Herz mit einem Wohlbehagen, wie es nur wahrhafte Kunstwerke hervorzurufen im Stande sind. Diese Wirkung vernichtet auch den Vorwurf, den man dem ersten Theil des Werkes machen könnte, daß er nämlich, mit einer Ausnahme, nur Compositionen eines Componisten enthält. Der Componist rechtfertigt das im Vorworte. Obgleich wir uns nun nicht mit allen Punkten desselben einverstanden erklären können, so bedurfte es gerade bei diesem Werke der Rechtfertigung nicht, denn wenn uns bei einem ähnlichen Unternehmen manches anderen Componisten der Ausspruch: „Für die Jugend ist eben das Beste gut genug!" vorgeschwebt hatte, so dürfen wir hier dreist sagen: diese Lieder gehören zu dem Besten, was jemals auf diesem Gebiete geschrieben worden ist. — Die Texte entsprechen den Compositionen, sie sind von R. Löwenstein, Hoffmann v. Fallersleben, A. Horowitz u. a. Mit wahrer Lust singen die Kinder diese Lieder, und bei Prüfungen vorgetragen würden sie ihres Eindruckes auf die Herzen der Eltern und Angehörigen nicht verfehlen. Der Anhang enthält eine vollkommene Sammlung von Volks- und Turnliedern und wird dadurch jedes andere Liederbuch entbehrlich gemacht. Wir empfehlen dieses Werk jüdischen Schulen aufs angelegentlichste, zumal da sich dessen Brauchbarkeit in der hiesigen jüdischen Gemeinde-Knaben- und Mädchen- Schule aufs glänzendste bewährt hat. — Glaube, Andacht und Pflicht. Ein Andachtsbuch für die israelitische Jugend, von Lina Morgenstern und Dr. I. H. Ritter. Berlin. So zahlreich auch die Andachtsbücher auf jüdischem Gebiete sind, so mangelte es bisher immer noch an einem Werke, das man der Jugend dreist in die Hände geben konnte, ohne zu fürchten, daß der Inhalt die Fassungskraft derselben überstiege. Diesem recht fühlbaren Mangel abzuhelfen, ist das vorliegende Buch der geschätzten Verfasserin bestimmt. Wenige wären aber auch im Stande gewesen, sich dieser Aufgabe so glücklich zu entledigen als die Verfasserin der „Storchstraße", „Des Paradieses der Kindheit" und anderer Werke, die zur Genüge beweisen, wie sie es versteht, sich in die Welt des jugendlichen Herzens zu versenken und Klänge anzuschlagen, die jedem Kinderherzen verständlich sind. In diesem Buche ist nichts Gemachtes, alles quillt aus überströmendem Herzen und findet deshalb auch den Weg zum Herzen derer, die sich daran erbauen wollen. Die eingestreuten Gedichte haben wirklichen poetischen Werth und der Anhang des Dr. Ritter ist wohl geeignet, das Interesse für das Ganze noch zu erhöhen. Das Buch ist eine seltene schöne Gabe und dürfte sich bei seiner eleganten Ausstattung und dem billigen Preise zu Prämien und Geschenken sehr wohl eignen. Zu eben dem Zwecke empfehlen wir das soeben erschienene Werk derselben Verfasserin: „Bienenkäthchen", das man, wie alle anderen Werke derselben, jedem jüdischen Kinde dreist in die Hand geben kann, ohne zu fürchten, etwas Antijüdisches vorzufinden.*) Emil Breslaur. Bonn, 7. Januar. Vor kurzem erschien in Wien ein Curiosum, nämlich aus einer einzigen Handschrift, welche die k. k. Hofbibliothek enthält: Das Hohe Lied, übersetzt von Willeram und erklärt von den Aebtissinnen Rilindes und Herrat. 1147 bis 1196. Diese Schrift hat allerdings mehr Bedeutung für den deutschen Sprachforscher als für die biblische Exegese. Die Uebersetzung ist mehr Paraphrase als llebertragung, und wahrend Willeram in dem Hohen Liede nach der bekannten Kirchenauslegung eine Darstellung des mystischen Verhältnisses zwischen Christus und der Kirche findet, sehen die Aebtissinnen in ihm das Verhältniß des h. Geistes zu Maria. Der Herausgeber ist Herr Josef Haupt und *) Die älteren Werke der Verfasserin, die sich bereits der weitesten Verbreitung zu erfreuen haben und nicht warm genug empfohlen werden können, sind: Die Storchstraße; In der Dämmerung, neue Märchen; Das Paradies der Kindheit oder Friedr. Fröbels Spielbeschäftigungen, ein Handbuch für Erzieher und Freunde der Kinderwelt. E. B.

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