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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1864-01-19 · Heft 4 (19.1.1864) · p. Seite 51

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
28 (1864)
Issue
Heft 4 (19.1.1864)
Date
1864-01-19
Page
Seite 51 (sequence 7)
Language
German
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51 war vernichtet, denn überall, wo das Capitalistenregiment im Sclavenstaat sich vollständig entwickelt, hat es Gottes schöne Erde mit schauerlicher Stille erfüllt und verwüstet. Denn der freie Mann, sei er in der modernen Welt noch so arm, kann sich überall hinwenden, um sein Brot zu erwerben; ihm bleibt das Streben nach dem Höher». Die Gräuel der alten Staaten konnten sich heutzutage nur in Nordamerika wiederholen, wo jetzt der blutigste Kampf zu Nutz der Menschheit sich deshalb entsponnen und zum Heile derselben zu Ende geführt werden wird. Cäsar sah diese Uebelstände ein. Zuerst versuchte er noch mehr das hellenische Wesen und die griechische Wissenschaft mit dem Römerthume zu sicherer Vereinigung zu bringen, und dann auch andere Völker zur Bildung eines Mittelstandes zu verbinden. Hierbei war sein Augenmerk hauptsächlich auf die Juden gerichtet. In der alten Welt, wie jetzt in der neuen, fast überall heimisch, waren die Juden damals wie jetzt nirgends und überall mächtig, indem sie durch das ganze römische und parthische Reich hin zerstreut lebten. In Alexandria wie in Kyrene bildeten sie innerhalb dieser Städte eigene administrativ und selbst local abgegrenzte Gemeinwesen, von eigenen Richtern und Vorstehern geleitet. Wie zahlreich auch in Rom die jüdische Bevölkerung bereits vor Cäsar war und zugleich wie eng landsmannschaftlich die Juden zusammenhielten, beweist die Bemerkung eines Schriftstellers dieser Zeit, daß es für den Statthalter bedenklich sei, den Juden in seiner Provinz nahe zu treten, weil er dann sicher darauf zählen dürfe, nach seiner Heimkehr von dem hauptstädtischen Pöbel ausgepfiffen zu werden. Auch zu jener Zeit war das vorwiegende Geschäft der Juden der Handel. Mit dem erobernden römischen Heere zog damals der jüdische Händler allüberall hin und neben der römischen Kaufmannschaft strömte das Capital auch zu der jüdischen, trotz den gründlichen Antipathien gegen den orientalischen Volksstamm, gegen seinen fremdartigen Glauben, gegen seine Sitten und Anschauungen, welche der occidentalische Heide nicht begreift. Inzwischen fühlte Cäsar heraus, daß das Judenthum ein im natürlichen Verlaufe der Dinge sich entwickelndes geschichtliches Moment sei, welches der Staatsmann weder sich ableugnen noch bekämpfen dürfte, und that ihm deshalb, wie fein Vorgänger Alexander der Große, möglichsten Vorschub. Wenn Alexander, der Begründer des alexandrinischen Judenthums, damit nicht wenig für daflelbe that, so förderte auch Cäsar in Rom wie in Alexandria die Interessen der Juden durch besondere Vergünstigungen. Er schützte namentlich ihren Cultus gegen die römischen und griechischen Priester. Denn der Jude, der in einem hohen Grade leicht und dankbar sich dem ihn schützenden Volke anschließt, die fremde Volksthümlichkeit sich aneignet, war eben geschaffen für einen Staat, welcher, auf den Trümmern von 100 Politien erbaut, mit einer gewissermaßen abstracten und verschlossenen Nationalität ausgestattet werden sollte. Auch in der alten Welt war das jüdische Volk ein wirksamer Kitt des Kosmopolitismus und dadurch ein vorzugsweis berechtigtes Mitglied in dem cäsarischen Staate, dessen innere Gestaltung doch eigentlich nichts als Weltbürgerthum, dessen Volksthümlichkeit eigentlich nichts als Humanität war. Aus diesem Grunde wurde den Juden ihre religiöse Vereinigung gern gestattet (während das Clubwesen sonst sehr beschränkt war) und ihnen sonstige Vorrechte verliehen, um ihre Ansiedelungen überall zu erleichtern, ihre religiösen Anschauungen und Gebräuche nirgends zu stören, sie für alle Provinzen seßhaft zu machen. Der weise Römer sah auf die Gesammtheit der Juden hin und berechnete deren Verhältnisse zum Staate in gerechter Würdigung der ihnen beiwohnenden Geisteskräfte und äußeren Mittel. Denn die Juden Judäas, Kleinasiens, Griechenlands, Aegyptens und Roms machten ein ansehnliches Ganzes aus, das von einem Mittelpunkte aus beseelt und vertreten ward, sich aber auch um so fester an Rom anschloß, weil sie von demselben durch ein gemeinsames Staatsgesetz geschützt und geehrt wurden. Literarischer Wochenbericht. Bonn, 1. Januar. Die neue Pentateuchausgabe mit großen Typen, welche die israelitische Bibelanstalt jetzt als den ersten Theil einer ganzen Bibelausgabe veröffentlicht, wird mit ihren Zusätzen (Haphatoroth und Sabbatgebete) in wenigen Wochen fertig und zur Versendung bereit sein. Die Druckprobe, welche dieser Zeitung und dem Jüdischen Volksblatte beigelegt war, hatte die allgemeinste Anerkennung gefunden und laufen bereits bedeutende Bestellungen bei dem Commissionär der Bibelanstalt, Herrn Buchhändler L. Ger sch el in Berlin, ein. So kommt diese Anstalt ihrem Ziele, die Bibel unter

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