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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1864-01-19 · Heft 4 (19.1.1864) · p. Seite 48

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
28 (1864)
Issue
Heft 4 (19.1.1864)
Date
1864-01-19
Page
Seite 48 (sequence 4)
Language
German
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48 Wie war er stark, wenn er die Feinde zwang Vor ewiger Wahrheit Strahlenschild zu knieen! Wie mächtig, wenn sein Donnerruf erklang! Ein Sturm, vor dem die Wolkenhaufen fliehen, Wenn's galt, der Unterdrückten Arm zu stützen; „Nur fest um mich! hier bin ich, euch zu schützen!" Wie war er mild im wohlgemeinten Streite, Wo Freund dem Freunde keck entgegen stand! Wie war er mild, er, der auf Gegners Seite So gern das Menschlich-Schöne wiederfand! Wie sorgsam, daß er Heil und Trost bereite Dem Leidenden mit hilfbereiter Hand! Wie war er heiter in des Frohsinns Kreise! Wie lieb, wie kindlich gut war seine Weise. Er ist dahin! und selbst sein Ruhm wird schwinden, Sein Kranz verwelkt, fein Glanz wird matt und matt; Das Welteurad, es läßt sich nicht umbinden, Die Zeit zerstört, was sie geboren hat. Doch seinen Namen wird die Nachwelt finden Auf eines Sonderbuches starkem Blatt. Der Name Israels wird nicht vergehen, Und mit ihm wird auch Rießers Name stehen! (Hiezu:) Am Sylvesterabend 1863. Und wir, die wir so reich in seiner Liebe Uns fühlten durch des Lebens langen Flug, Wir alle, deren Lust mit vollem Triebe Er theilte, deren Leid er helfend trug, Was wären wir, wenn kalt das Herz uns bliebe, Für das zu jeder Zeit das seine schlug! Wir können kaum noch heut es ganz ermessen, Welch einen Schatz wir, ach, in ihm besessen. Was er dem Staat, der Wissenschaft gewesen, Macht es uns stolz? Ach, dieser Stolz ist hin! Mag hundertfach die Nachwelt davon lesen, Für uns ist das ein trauriger Gewinn! Vom schweren Schlag allmählich zu genesen Gelingt nur langsam dem gedrückten Sinn: Es können Jahre nicht den Schmerz beschränken — Wir werden bis ans Ende seiner denken! Die Reise Sir Moses Montefrore's nach Marokko. Das Jew. Chron. enthält einen Bericht von Sir Moses Monrefiore aus Tanger vom 18. December. Wir entnehmen demselben das Wichtigere. Er reiste von Dover am 17. November ab und gelangte über Paris, Bordeaux und Bayonne, über St. Sebastian und Burgos am 24. in Madrid an. Hier wurde er von dem englischen Gesandten Sir Crampton aufs wohlwollendste empfangen und bei dem spanischen Premierminister, Marquis von Miraflores, eingeführt. Dieser versicherte, daß in dem Verfahren gegen die Inden in Sassi religiöse Vorurtheile durchaus nicht eingewirkt hätten?! und sagte eine Audienz bei der Königin zu, sowie ein nachdrucksvolles Empfehlungsschreiben an Don Francisko Merry y Colon, den spanischen Residenten zu Tanger. Am 30. fand die Audienz bei der Königin und dem König statt, zu welcher Sir Moses durch den englischen Gesandten eingesührt wurde. Der Empfang war ein durchaus wohlwollender und insonders sprach der König-Gemahl den Respect vor allen Religionen aus, durch welche die Civilisation und das Glück des Menschengeschlechts befördert werden. Auch der Herzog von Tetuan, General Prim und mehrere der fremden Gesandten empfingen Sir Moses und gaben ihm sehr günstige Schreiben nach Tanger mit. Am 1. December verließ er Madrid und begab sich zunächst nach Sevilla, um von dem Vater des spanischen Residenten, Don Antonio Merry, dem russischen und preußischen Consul zu Sevilla, einen Empfehlungsbrief an seinen Sohn zu erhalten. Dieser Wunsch ging in Erfüllung und erreichte Sir Moses am 8. Cadix, von wo er auf einem französischen Dampfer nach Tanger fuhr, wo er am 11. anlangte. Hier wurde er von den Vorstehern der jüdischen Gemeinde, Moses Parienti und Moses Nahon, die alles zu seinem Empfange vorbereitet hatten, und von der ganzen Gemeinde mit Enthusiasmus empfangen. Es fanden sich bei ihm Deputationen von Gibraltar, Tetuan, Alcassar, Larache, Argila und Mequinez ein und er empfing Adressen von den Juden in Fez, Azemor und Mogador. Der britische Minister Sir John Hay Drummond Hay und. der Generalconsul Reade nahmen sich der Angelegenheit aufs eifrigste an und der spanische Minister empfing ihn mit Wohlwollen und setzte die beiden Gefangenen, Schalom Elcaim und Jacob Benharrosch, sofort in Freiheit; auch

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