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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1864-01-12 · Heft 3 (12.1.1864) · p. Seite 39

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
28 (1864)
Issue
Heft 3 (12.1.1864)
Date
1864-01-12
Page
Seite 39 (sequence 11)
Language
German
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39 Zeitungsnachrichten. Preußen. Magdeburg, 27. December. (Privatmitth.) Der schöne Geist der Opferwilligkeit, der die hiesige Gemeinde beseelt, hat sich jüngst wieder in erfreulicher Weise bethätigt. Man wird sich erinnern, daß die hiesige Gemeinde erst seit etwas mehr als fünfzig Jahren besteht und aus kleinem Anfänge nach und nach herangewachsen ist. So entbehrte der Gottesacker auch noch der steinernen Ummauerung, und da er nun bereits viele hundert Gräber umschließt, so machte sich dieses Bedürfniß immer fühlbarer. Die Gemeinde aber hat außer einem hohen Etat noch einen großen Rest der Baukosten für die vor zwölf Jahren mit einem Aufwande von circa 35,000 Thalern erbaute Synagoge zu tilgen und zu verzinsen. Die Kosten für eine angemessene Mauer, ein stattliches Haus (Leichenhaus und Wohnung für den Todtengräber) uud eine eiserne Einfahrt in maurischem Stil sind auf 9000 Thaler veranschlagt. Dennoch ging die Gemeinde muthig ans Werk. Zwei hochherzige Menschen fanden sich alsbald in ihrer Mitte; die Frau Witwe Elbthal spendete 3000 Thaler zu diesem Zwecke, der Partikulier I. Salomon 1000 Thaler und 2500 Thaler kamen durch freiwillige Spenden aus der Gemeinde zusammen. Für die nun noch fehlenden 2500 Thaler hofft man genügende Spenden von solchen Israeliten zu erhalten, welche aus Magdeburg stammen oder früher ihren Wohnplatz daselbst hatten. Möge diese Hoffnung bald in Erfüllung gehen und so das schöne Werk, das nach innen und außen Befriedigung schassen wird, bald zur Ausführung kommen! Oefterreichischer Kaiserstaat. Pesth, 23. December. Am 22. d. erschien, wie die Gen.-Corr. aus authentischer Quelle erfährt, Hr. Franz Deal im Redactions-Dureau des Magyar Jzraelita und sagte den eben anwesenden Mitgliedern der Redaction, es sei wohl unbescheiden von ihm, daß er die (in vor. No. von uns reproducirte) Notiz, in welcher sein Name - nur mit dem Anfangsbuchstaben D. angeführt und er der „erste liberale Mann" Ungarns genannt wird, auf sich beziehe; allein es seien von so vielen Seiten in Betreff dieser Notiz Interpellationen an ihn gerichtet worden, daß er sich gezwungen sehe, zu erklären, daß er die in jener Notiz erwähnte Aeußerung gar nie gethan habe. Krakau, 22. December. (Privatmitth.) Einen sehr erfreulichen Eindruck machte es, als am verflossenen Chanukah den hiesigen Waisenkindern ein schönes Fest in Gegenwart der verdienstvollen Gründerin, Carke Goldgard, gegeben wurde. Eine passende Ansprache des Hrn. David Süßkind, Speisung, Geldgeschenke und Fibeln inachten das Fest aus. Eö siel uns angenehm auf, als bei Austheilung dieser Geschenke den Kindern eingeschärft wurde, wenn sie einmal erwachsen und im Stande wären, der Armen ja nicht zu vergessen. Dies ist ein echt jüdisches Verfahren, das den Kindern bei Empfangnahme der Wohlthaten das bittere Gefühl der Demüthigung zu nehmen im Stande ist. Wir wünschen nur, daß die Kinder recht bald euien pädagogisch gebildeten Justructor erhielten und man damit nicht erst bis zum Frühjahre wartete. — Hier ist ein sehr tüchtiger Hebraist, Herr Sal. Ehoezner, verstorben, der auch seinen Schülern, was hier anderweitig durchaus nicht der Fall ist, die Bibel im Geiste der hebräischen Sprache lehrte. Dieser Verlust ist um so bedauerlicher, da wir nur noch einen ausgezeichneten Hebräisten hier besitzen, Herrn W. Weinsberg, von dem es wüuschenswerth wäre, daß er die Erzeugnisse seiner hebräischen Muse zur Freude und Förderung aller Kenner unserer Literatur veröffentliche. Italien. Auö Obcritalien, im December. (Privatmitth.) So gering auch der Gegenstand erscheinen mag, vielleicht auch an und für sich ist, den wir hiermit besprechen wollen, so setzt ihn doch Zeit- und Ortsverhältniß in solche Verbindung mit allgemein humaner und speciell jüdischer Culturgeschichte, daß er wohl hinreichende Bedeutung erhält, um in diesen Blättern besprochen zu werden. Ist der heutzutage vorherrschende Geist der Nationalitäten ein Fortschritt zur allgemeinen Humanität» oder ist er nicht vielmehr ein Rücktritt zur Abgeschlossenheit der Familienstamme und somit ein Zerwürfniß, eine Zerstückelung der Menschheit? — Wie darf sich, wie soll, wie muß der Jude in Bezug auf solche Geistesbewegung sich verhalten? Darf, soll, kann er 3**

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