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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1863-12-29 · Heft 1 (29.12.1863) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
28 (1864)
Issue
Heft 1 (29.12.1863)
Date
1863-12-29
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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ein Kuum ober eilt Widder, ob (icbcit oder acht, bann Kitte die Bestimmung überhaupt unterlassen werden sollen. Denn hierzu kommt, daß die Unterscheidung zwischen den wesentlichen Vorschriften, die einen Zweck enthalten sollen, und den Bestimmungen, die nur geschehen sind, weil eine Bestimmung getroffen werden sollte, nur zu ganz willkürlichen Ergebnissen führen kann. Wo ist die Scheidelinie zwischen dem Bedeutenden und Unbedeutenden? Wo müssen wir einen Zweck voraussetzen? und wo nicht? Nein, wir müssen einen solchen überall und in allen Vorschriften voraussetzen. Darum verfällt Maimonides auch auf einen sehr einseitigen Beweisgrund. Sr sagt, wir würden ebenso fragen, wenn c$ ein Widder und nicht ein Lamm, wenn es nicht sieben sondern acht, zehn oder zwanzig wären. 9cu« ja, wir fragen, weil siebenvorgeschrieben sind, und würden nach acht fragen, wenn diese stünden. Damit ist das Fragen an sich nicht zurückgewieseu. Anders wäre es, wenn M. gesagt hatte, daß es unS unmöglich sei, den Grund aller, auch der kleinsten Bestimmungen aufzufinden, uud daß wir ums daher begnügen müssen, diejenigen zu eruiren, deren Erforschung uns zugänglich ist. Dann aber durste er einem andern Forscher nicht für unmöglich halten, was er nicht erreichen konnte, und von vornherein es für thöricht erklären. Gerade die Beispiele, die er anführt, sprechen gegen ihn. Die Zahl sieben z. B. kehrt in der Gesetzgebung der h. Schrift so oft und in so charakterischer Weise wieder, daß wir die Wahl derselben durchaus nicht für etwas Willkürliches annehmen können, und dies muß selbst der zugeben, welcher von einer Zahlensymbolik nichts wissen will. Daß ebensowohl die Wahl des Opferthieres nicht gleichgiltig ist, sondern einen bestimmten Gedanken enthielt, scheu wir z. B. aus den Bestimmungen über die verschiedenen Opferrhiere beim Sündopfer des Einzelnen, des Fürsten, der Gemeinde und des Hohenpriesters, die eine sorgfältige Gradation erweisen. Sobald eine Wahl gleichgiltig war, so ward sie auch freigestellt. Nicht einmal den Einwaud konnte man erheben, daß, wenn wir nur den Hauptgedanken eines Gesetzes gefaßt haben, es unwichtig sei, dessen Verästelung in allen einzelnen Bestimmungen zu verfolgen. Denn die vollständige Ausführung eines großen Gedankens ist in allen seinen Theilen wichtig, entwickelt den Geist und bestärkt durch die Wahrnehmung seiner Cvnscqueuzen den Hauptgedanken. Wir werden erst recht zur Bewunderung des Gesetzgebers hingerissen, wenn wir selbst die kleinste Bestimmung von demselben Geiste durchwirkt, von demselben Gedanken getragen erkennen. Es wird sich uns nun auch zeigen, daß diese einseitige Ansfassung für Maimonides tu seiner ganzen Behandlung des vorliegenden Gegenstandes nicht ohne nachtheilige Folgen blieb. öpcntu'u- Ciftc füv $>it Mießex - Stiftung \) zur monumentalen Herausgabe der Schriften 9iicßer'ö, 2) zur Unterstützung solcher Israeliten, die Gerichtsassessoren oder zu Gymnasial- und Universitäts- Lehrämtern befähigt, aber ihrer Religion wegen nicht angestcllt sind. 10(12) Der Lesevereiu Eoncordia in Laugheim 3 Thlr. 100 3) Frau Henriette Silbersteiu in Fehrbelliu ges. in einern Chanukah-Kräuzchen 1 Thlr. 106-1) Nr. Naskow in Grodnia 2 Thlr. 1065) Sieben Herren in itcln, um durch Nachschuß sich das Anrecht auf die Nicßer'schen Werke zu erwerben, 0 Thlr. 7 Sgr. 6 Pf. 1066) Ein Ungenannter in Bonn 20 Sgr. 1067) Philipp Jacoby in Windau 1 Thlr.*) — Gesannntsumme: 1788 Thlr. IG Sgr. 4 Pf. Die Nedaetiou. Zerstreute Semerlmutzeu. Einen groben Fehler begeht die Neaction zu aller Zeit und immer wieder, daß sie nämlich, wann und wo sie durch den Gang der Ereignisse und durch die Hinneigung der Machthaber Raum gewinnt, diesen alsbald benutzen will, um sich die unbedingte uud unbeschränkte Herrschaft anzucigucn; daß sie darum vor den extremsten Maßnahmen, vor den verwerflichsten Mitteln nicht zurückschreckt und sich alsbald wie ein furchtbarer Alp auf die Gesamnuheit des Volkes legt. Wir meinen hier sowohl die politische als die kirchliche Neaction. Die natürliche Folge hiervon ist, daß die Gemüther sich bald wieder gegen sie richten, daß die allgemeine Stimmung *) Durch ein Versehen wurde die Gabe 1067), die bereits im Fnli eingegangen, nicht aufgeführt. Die Gabe des Herrn Tietzuer in Gokdingen, die mit dieser zusammen anlangte, ist unter 799) abgedruckt (3. No. 30. Seite 597). i

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