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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1896-12-18 · Heft 51 (18.12.1896) · p. Seite 607

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
60 (1896)
Issue
Heft 51 (18.12.1896)
Date
1896-12-18
Page
Seite 607 (sequence 7)
Language
German
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lichen Reden kund, bei der Festmahheit. welche. Abends anläßlich der Einweihungsfeier - stattfand.' Der Städtverordneten - Vorsteher Herr Konsul Pietsch und die - anderen Redner, des Abends betonten in. Herzerfreuenden Wortes! das' innige Einvernehmen, Zusammenwirken - Und Zusammenarbeiten sämmtlicher Einwohner unserer Stadt, daß die jüdischen Einwohner Intelligenz und Fleiß vereinen und stets des Entgegenkommens ihrer christlichen Mitbürger sicher sein könnten. Solche Kundgebungen in schönen Worten sind die besten Beweise des guten Gelingens des Werkes, ganz im Sinne unseres Glaubensgenossen Herrn Landgerichtsrath Meyer, welcher in seinem Texte das Dichterwort anwandte: „Wenn frohe Reden sie begleiten, dann fließt die Arbeit munter fort." Die höchste Anerkennung der Bedeutung des Werkes sind aber die durch Allerhöchsten Erlaß; vom 18. Juli 1896 dem jüdischen Krankenhause zu Memel ertheilten Rechte der juristischen Person. So steht das Haus vollendet da. mit allen Rechts- und Heilmitteln reichlich versehen. Es bedarf aber noch der Sicherstellung des Etats zur Deckung der laufenden Ausgaben, seiner hohen Aufgabe gemäß. Die jährlichen Ausgaben des neuen Werkes beziffern sich voraussichtlich auf 7000 M., eine durchaus in ausgiebigster Weise dem neuen Heilwerk und der modernen Pflege angemessene, ' jedoch nicht zu hoch /gegriffene Summe. Die Einnahmen dagegen aus den seitherigen hiesigen Beiträgen und Zuschüssen, vorausgesetzt, daß sie auch weiterhin bestimmt eingehen werden, ,sind mit etwa 4000 M. gesichert. Ein Zuschuß von 3000 M. jährlich ist noch erforderlich, und. im Vertrauen auf die stets opferbereiten-, jedem humanen Werke geneigten Glaubensgenoffen des Kontinents, werden sich hoffentlich hier und da opferwillige Herzen finden, ihn zu leisten, zumal das jüdische Krankenhaus Hiersein universell-jüdisches Werk ist. Es ist nicht den hiesigen lokalen Verhältnissen geweiht, sondern lediglich den aus Rußland herüberkommenden armen, kranken Glaubensbrüdern, und es .bildet dadurch eine Art Abwehr, um wenigstens einigermaßen unliebsame elende Elemente von einem weiteren Eindringen nach Westeuropa abzuhalten. Jedem hochherzigen Glaubensbruder auch in den entferntesten Ländern darf daher die Förderung und Unterstützung dieses Humanitären Werkes nahe liegen. . ' - — ns, Bericht über dir am 18.u. 19. Uovrmder abgrhaltenr Versammlung der Frhrer mrd Kultusveamten der Provinz Pommern^ f ie diesjährige Versammlung des Bezirks Vereins der Lehrer und Kultusbeamten Köslins fand am 18. und 19. November in Köslin statt. Besondere Bedeutung fand die. diesjährige Konferenz dadurch, daß nicht nur der Bezirk Köslin, sondern die ganze Provinz Pommern daran betheiligt war. Der Vorsitzende, Herr Dr. Josephsohn-Lauenburg, eröffnete Nachmittags 3 Uhr die Versammlung und begrüßt , mit warmen Worten sowohl die alten als auch neu erschienenen Kollegen, wie auch die anwesenden Vertreter der Kösliner und die Delegirten der. benachbarten Gemeinden, die ihr reges Interesse dadurch bekunden, daß sie an den Versammlungen 'theilnehmen. In ausführlicher Weise giebt Herr Dr. Josephsohn ein Bild von den Arbeiten des Vorstandes, die sich hauptsächlich um zwei Punkte drehten: 1. um den Beitritt unseres Vereins zum „Verbände der jüdischen Lehrervereine im deutschen Reiche"; Erweiterung, unseres Bezirksvereins in einen Provinzial-. verein. .... . . , Beide wichtige Thatsachen hat der Vorstand zur Zufriedenheit der Mitglieder gelöst und erklären die Letzteren ihre Zustimmung und ihr Einverständniß mit den Arbeiten des Vorstandes. - Besonders hebt der Vorsitzende die Verdienste des langjährigen Vorsitzenden, des in den Ruhestand getretenen: Herrn Rabbiners Dr. S. Hahn-Stolp, jetzt in Charlottenburg, um den Verein im Allgemeinen und insbesondere um den Beitritt zum „Verbände der jüdischen Lehrervereine" hervor. Die Versammlung erhebt sich von den Plätzen, ... um dem Gefühle der Hochachtung dadurch Ausdruck zu geben. Außerdem wurde demselben der Dank der Versammlung telegraphisch übermittelt. Herr Iaeob, Vorsitzender der Synagogen-Gemeinde Köslin/ heißt den Verein, der vor sechs Jahren bei seiner' Gründung auch zuerst in Köslin tagte, namens der Gemeinde Köslin herzlich willkommen. Er wünscht, daß der Verein seinen Bestrebungen, die auch von den Gemeinden getheilt werden, treu bleibe und daß auch die diesjährigen Verhandlungen dazu beitragen mögen, die Ziele, die der Verein sich gesteckt, zu erreichen:. . Herr Prediger B auer-Köslin begrüßt ebenfalls die. Versammlung und spricht seine Freude darüber aus, daß die Verhandlungen in Köslin geführt werden. . .. Alsdann tritt der Verein in die Tagesordnung ein. Von allen' Seiten wird zu Punkt I derselben: „Umwandlung des Bezirksvereins iu einen Provinzialoerein für Pommern", - üötr die Erweiterung. d^s Vereins der Freude Ausdruck gegeben. Dei aus Leinen Anfängen hervorgegangene Verein ist jetzt'zu einem Provinzialoerein/ von stattlicher Größe geworden und führt den Namen: ,-Verein isriaelitischer Lehrer und Kultusbeamten der Provinz Pommern". Hoffentlich -- ist es dem neuen Provinzialverein bald vergönnt/ alle Beamten der Provinz Pommern zu seinen Mitgliedern zu zählen. Auf Antrag des Kollegen Simon-Stettin wird beschlossen, die Statuten des Vereins drücken zu lassen und jedem Mitglieds, sowie auch den noch nicht bei-. getretenen Kollegen in der Provinz Pommern ein Exemplar zugehen zu lassen. Der Beitrag pro Jahr wurde auf 1,50 Mark erhöht., -v: Nach gemeinsam verrichtetem Gebet fand die vom Kollegen Levy -Kolberg gehaltene Lehrprobe in Pentateuch-Uebersetzen (I^I)stE./ Der Vortragende wußte seinen Unterricht lebendig und anregend zu ''Astalten? Die gute Gliederung des Stoffes, die klare? deutliche Sprache /' und die gute Betonung beim Lesen des hebräischen Textes wurden be- . sonders anerkannt: - Die ganze Behandlung, des Stoffes zeigte die pädagogische Geschicklichkeit des Vortragenden, dem der Vorsitzende den Dank der Bereinsversammlung ausspricht. Alsdann erhält der Unterzeichnete das Wort zü seinem Vortrage: „Warum ist die biblische Geschichte oie Grundlage des ersten Religions- / Unterrichtes?" Die ausgestellten Thesen wurden angenommen, und. Erklärt sich auch der Korreferent, Kollege Katz-Naugard, mit den Ausführungen einverstanden und verzichtet auf das Wort. i- An der nun folgenden Diskussion betheiligen sich besonders die Herren DDr." Goldschpndt - Kolberg und Vogelstein - Stettin und der Referent. Herr Dr/Vo gel st ein wünscht, daß in der Volksschule der systematische Religionsunterricht als besonderer Lehrgegenstand ganz fort- J falle, und will denselben? nur an geeigneten biblischen Geschichten dar- / gestellt wissen. Besonderen Anlaß zum Neligionsmfferricht bieten der Sabbath, die Fest- und Fasttag«, wie der Unterricht zur Barmizwa \ und zur Konfirmation. Die Versammlung tritt den Ausführungen : des?'. Referenten bei. Es folgte sodann der Kassenbericht des Unterzeichneten und die Kaffen-? revision." Zu Revisoren wurden die Herren Leoy-Kolberg und Roberg- Schlawe gewählt. Die Kaffe wurde für richtig befunden und dem Rendanten Decharge erlheill. — Bor der Vorstandswahl stellte Herr/ Dr. Goldschmidt den Antrag, angemessen der Erweiterung des Vereins / auch die Zahl der Vorstandsmitglieder von 3 auf 5 zu vergrößern. Der ' Antrag wurde angenommen. Der bisherige Vorstand, bestehend aus den , Herren: Dr. Josephsohn-Borsitzender, Saul-Stellvertreter uud Meyer- Schriftführer, wurde einstimmig wiedergewählt. Neu wurden die Herren Sarasohn und Simon-Stettin in den Vorstand gewählt. Ein gemeinschaftliches Abendessen, an dein sich eine stattliche Anzahl ' Mitglieder der - Synagogen - Gemeinde Köslin betheiligten, schloß den/? y arbeitsreichen Tag. Mancherlei>. Toaste sowie ein reizend«, vockgetragenes j Lied des mit prächtiger. Stimme begabten Kollegen K.ochanpwsky-Neuwürzten das Mahl. - -

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