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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1896-09-25 · Heft 39 (25.9.1896) · p. Seite 460

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
60 (1896)
Issue
Heft 39 (25.9.1896)
Date
1896-09-25
Page
Seite 460 (sequence 4)
Language
German
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-E ...^E E .,..^^^,.,E.-. E,, 460 zu zehn Jahren Zwangsarbeit verurtheilt wurde. nach seiner Entlassung dann in New-Aork weilte, seit Jahren von seinen Gesinnungsff genossen verlassen, elend inJquique in Peru gestorben ist. Dagegen aber wird jetzt bekräftigt, daß der Dynamitkursus unter der Leitung Wilhelm. Haffelmanns, des früheren deutschen sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten, besteht. Ein Jude darf aber natürlich doch nicht fehlen. Und so hat man einen gewissen Nowakowitsch herausgefunden, der Herausgeber eines in jüdisch-deutscher Mundart erscheinenden Anarchistenblattes sein soll. Nun, hoffentlich wird auch dieser Nowakowitsch sich bald als eine feite Ente erweisen, denn weder der. Name noch das Blättchen sind auch selbst den genauesten Kennern der amerikanisch-jüdischen Verhältnisse bekannt. Aus der Berliner Gemeinde. Berlin, 21. September. f eisammen sind wir, fanget an!" So konnte gestern der Vorsitzende der Repräsentanten-Versammlung bei Wiedereröffnung der Sitzungen ausrufen. Sämmtliche Herren Vertreter der Gemeinde — bis auf zwei — waren erschienen, und auch der Vorstandstisch war voll besetzt. Und doch wies das Programm keine besonders wichtigen Vorlagen auf. Wir wollen hoffen, daß sich diese Theilnahme auch ferner auf gleichem Niveau erhält und daß sie dem Wohl der Gemeinde zu Gute kommen wird. Seit der letzten Zusammenkunft hatte der Tod aus der Mitte der Versammlung eines der arbeitsfrohesten und sympathischsten Mitglieder, den Geheimen Sanitätsrath Kirstein, gerissen. Ihm widmete denn auch bei Eröffnung der Sitzung der Vorsitzende, Herr Hermann Landsberger, Worte dankbarer Anerkennung und treuen Gedenkens, während die Versammlung von den Plätzen sich erhob zu Ehren des Verstorbenen. An seiner Statt ist Herr Rechtsanwalt Dr. Apolant in die Körperschaft getreten. . Hierauf nahm die Versammlung Kenntniß von zwei Schenkungen, mit deren Annahme die Repräsentanten sich selbstverständlich einverstanden erklärten. Die eine ist eine 5000 Mark betragende Zuwendung des Herrn Louis Sachs und seiner Gattin an die Armenkommission aus Anlaß des 50. Geburtstages seines Bruders, des Herrn Gustav Sachs, die andere eine Schenkung der Geschwister Böhm an die Altersversorgungsanstalt in Höhe von 12 000 Mark zur Begründung einer Zimmerstiftung. Eine Erbschaft aus dem Nachlasse der Lehrerinnen Minna Cohn und Glaser im ungefähren Betrage von 3000 Mark zu Gunsten der Mädchenschule wird von der Gemeinde ebenfalls angetreten. Nach Erledigung dieser Angelegenheiten schritt die Versammlung zur Wahl einer Kommission, behufs Revision der Hauptkaffe und der Depositorii sowie der Centralkasse, und es wurden zu Revisoren die Herren Leichtentritt, Oppenheim und Simon gewählt. Eine zweite und viel wichtigere Kommission, welche die Ergänzungswahlen für den Vorstand — aus welchem zum 1. Januar k. I. nach dem Turnus die Herren Julius Jacoby, Direktor Maximilian Herrmann und Sanitätsrath Dr. Wiesenthal, sowie die Stellvertreter Regierungsrath Magnus, Kommerzienrath Jsaac und Professor Geiger auSscheiden — vorbereiten soll, wurde durch Akklamationswahl aus folgenden sechs Herren gebildet: Sanitätsrath Blumenthalj, Maurermeister Fränkel, Sanitätsrath Jastrowitz, MoritzManheimer, Louis Sachs und Martin Simon. Die Zusammmsetzung dieser Kommission bürgt dafür, daß die Wahl frei von allen Parteibestrebungen und nur im Interesse des Gemeindefriedens vor sich gehen wird. Nach der Bewilligung von 5200 Mark als Honorar für die an den hohen Festtagen im Amte gewesenen Hilfsprediger wurde auch ein Betrag von 230 Mark, behufs Erneuerung des Grabsteines für den berühmten Mathematiker Meyer Hirsch, auf Anregung des Herrn Moritz Manheimer, der die bekannte klassische Inschrift auf dem alten Grabstein vorlas, einstimmig genehmigt. Um erheblichere Summen handelte es sich bei der hierauffolgenden Bewilligung. Die Versammlung beschloß nämlich, zum Ankauf der Grundstücke auf dem Terrain, wo die neue Synagoge im Westen errichtet werden soll (Lützowstraße 16 und Potsdamerstraße 118a), die Ueberschüsse aus den Jahren 1888/1890 im Betrage von etwa 350 000 Mark zu verwenden und den Rest des Kaufgeldes aus verfügbaren Beständen zu decken. Es folgte nunmehr eine Reihe von Rechnungsabschlüssen mehrerer Spezialverwaltungen, die nach verschiedenen Gesichtspunkten trotz der trockenen Zahlen sehr lehrreich und werthvoll waren. Zunächst gab Herr Rudolf Mosse einen interessanten Bericht über die Thätigkeit der ArmenkomMission. Danach haben im Geschäftsjahr 1895/96 die Einnahmen über 140 000 Mk. und die Ausgaben ca. 122 000 Mk. betragen. Der Fonds für verschämte Arme hat von den ihm zugeflossenen 35 000 Mk. 24 000 Mk. verausgabt. Eingegaugen waren etwa 5000 Unterstützungsgesuche, von denen 3100 Berücksichtigung gesunden halten. Die genauen Zahlen dieses Berichtes werden wir erst nach dem Erscheinen desselben veröffentlichen können. Allgemeines Interesse erregten die Mittheilungen des Referenten über die hohen Altersstufen, welche viele der Empfänger erreicht hatten. Ueber die Schulen berichtete Herr Martin Simon. Die Knabenschule war von 606, die Mädchenschule von 402 Zöglingen frequentirt, die vier Religionsschulen waren von 761 Zöglingen besucht worden.' Auf eine Anfrage des Herrn Stadtrath Weigert erklärterer Referent, daß sowohl bei den Religionsschulen wie bei den Gemeindeschulen eine steigende Frequenz wahrzunehmen sei. Herr Leichten tritt erstattete nunmehr den Rechnungsabschluß über die Altersversorgungsanstalt. Wir entnehmen demselben die interessanten einzelnen Daten, daß das Institut 221 Insassen zählt zu deren Unterhalt es eines Aufwandes von 100 728 Mark, das sind 465 Mark pro Kopf, bedurfte. Derselbe Referent erstattete auch noch den Bericht über das Beerdigungswesen. Nachdem die Gärtnerei auf dem Friedhof in der Schönhauser Allee einen sehr ansehnlichen Ueberschuß ergeben, konnte ein Minderverbrauch von 53000 Mark festgestellt werden. Der Umstand, daß ein Drittel der Beerdigungen dritter Klasse unbezahlt geblieben sind, veranlaßte Herrn Dr. Weigert, die Frage anzuregen, ob nicht ein Herabsetzen des Tarifs für diese Klasse sich empfehlen dürfte. Vom Vorstandstisch aus wurde jedoch durch Herrn Direktor Herrmann eine solche Maßnahme als nicht opportun erklärt, welcher Meinung sich auch Herr Loewenberg aus genauer Kenntniß der Sachlage anschloß. Die Tagesordnung der öffentlichen Sitzung war damit erschöpft. Ihr Schluß wurde jedoch durch die von Herrn Justizrath Ti kti n an den Vorstand gerichtete Frage verzögert, aus welchen Gründen der Jugendgottesdienst am Neujahrsfest unterblieben sei. Herr Justizrath Meyer beantwortete diese Interpellation damit, daß der Vorstand, von dem Gedanken getragen, daß ein solcher Gottesdienst nur dann die erhoffte Wirkung haben könne, wenn seine Gestaltung eine nach jeder Richtung hin würdige wäre, die Angelegenheit in dem Moment fallen ließ/ als durch mannigfache Schwierigkeiten die Uni d <>

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