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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1896-07-31 · Heft 31 (31.7.1896) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
60 (1896)
Issue
Heft 31 (31.7.1896)
Date
1896-07-31
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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Solist auf. Der jüdischen Gemeinde in Kattowitz gratuliren wir zu der Wahl, und dem Scheidenden wünschen wir in seinem neuen Wirkungskreise besten Erfolg! Hamburg, 20. Juli. Wie alljährlich, entsendet der Verein, zur Gesundheitspflege schwacher, israelitischer Kinder (Ferien - Kolonien) auch in diesem Jahre eine Anzahl von Kindern auf ärztliches Gutachten zu einem vierwöchentlichen Aufenthalt in die Sommerfrische. Am 9. Juli verließen 53 Knaben und am 17. Jul/ 45 Mädchen Hamburg, um auf - Kosten' deD Vereins, bis auf vier, welche in Wandsbeck untergebracht wurden, einen je vierwöchentlichen Aufenthalt in Oldesloe zu nehmen. Die. Kinder unternehmen von dort aus unter Leitung des Aufsichtspersonals , größere oder kleinere. Spaziergänge in die Umgegend, ebenso erhalten diejenigen, welche nach ärztlicher Anordnung Soolbäder nehmen müssen, diese auf Kosten des Vereins. Die Leitung ruht wie in früheren Jahren in bewährten Händen, und besteht das Aufsichtspersonal aus einem Lehrer, zwei Lehrerinnen und einer barmherzigen Schwester, außerdem reist fast allwöchentlich ein Vorstandsmitglied nach Oldesloe. Die Zahl der vom Verein entsandten Kinder ist größer als in den verflossenen Jahren, weil in letzter Stunde ein älterer Freund des Vereins sich bereit erklärte, die Kosten für 10 Kinder auf eigene Rechnung zu übernehmen/ Es wäre sehr wünschenswerth, wenn das Beispiel dieses edlen Wohlthäters Nachahmung fände, damit einer noch größeren Anzahl erholungsbedürftiger Kinder die Wohlthat eines vierwöchentlichen Landaufenthaltes zu Theil werde. Der Vorstand des Vereins besteht zur Zeit aus den Herren Ludwig Mathiasson, Vorsitzender, V. R. Pels, stellvertretender Vorsitzender, H. Schöning, Kassirer, I. Katzenstein, Schriftführer, Dr. med. B. Levy, Oberpfleger, Jul. Frankel, Pfleger,, sowie aus' den Damen Frau I. Liepmann, Frau Ed. Hamberg, Frau Dr. C. Seligmaiin und Fräulein H. Markus. 0 Hamburg, 26. Juli. Zu Ehren des zweiten Besuches der Wiener Antisemiten hatte die hier erscheinende „Dtsch.-Reform" vom 10. Juli einen drei Riesenspalten langen Freudenartikel geschrieben. Welchen Verlauf dieser Besuch indeß genommen, darüber giebt der „Hamb. Corr." ein anschauliches Bild: „In einem hiesigen antisemitischen^ Blatte war eine Aufforderung zum Empfang der Wiener Anti-. semiten ergangen, die am 17. Juli hier eintreffen sollten; gleichzeitig wurden die Mitglieder der „Norddeutschen Jugendbünde", des „Vereins der Deutsch-sozialen Neformpartei für Hamburg-Altona", des. „Deutsch-sozialen Vereins für den 6. Schleswig-Holsteinischen Wahlkreis",- des „Deutsch-nationalen Arbeiterbundes", des „Deutsch-nationalen Radfahrer-Verbandes", des „Deutschen Gesangvereins von 1892" und der Ortsgruppen Altona und Hamburg des „Deutsch-nationalen Handlungsgehilfen-Verbandes" zur „Schönerer-Feier" in einem hiesigen Lokal vom Vorstande des „Gauverbandes Norddeutscher Jugendbünde" berufen. Der Empfang am Klosterthor-Bahnhofe erregte keineswegs übermäßiges Aufsehen, denn es trafen nur vier Wiener Antisemiten ein; heute Abend-, so hieß es, würden noch einige Nachzügler folgen. Schönerer war nicht dabei und wird überhaupt nicht kommen. Das zum feierlichen Empfange erschienene Aufgebot der oben aufgezählten Vereine und Verbände, die gebeten worden waren, möglichst zahlreich zu erscheinen, bezifferte sich auf 10, sage zehn Personen, größtentheils junge Leute." 2£ Oldenburg, 16. Juli. Die Konferenz der israelitischen Lehrer der Landrabbinatsbezirke Emden-Oldenburg fand in diesem Jahre zum ersten Male in Oldenburg statt und verlief glänzend. Durch die große Gastfreundschaft der hiesigen Gemeinde waren alle Lehrer mit Privatlogis versorgt, das Essen fand in der Union statt, wo eine besondere Küche und eine jüdische Kochfrau — wie für Hochzeiten — auch diesmal Alles bereitete. Der Vorstand der Gemeinde gab zu Ehren der Konferenz einen Kommers, in welchem unter schönen Toasten vier gedruckte Tischlieder: (Der Lehrer, Der Vorstand, Der Rabbiner, Die Kille) viele Abwechselung brachten. Da die geistigen' Dinge der Konferenz zur besonderen Veröffentlichung gelangen werden, so seien hier nur die körperlichen erwähnt. Die-Erinnerung wird uns Lehrern noch lange dankbar im Herzen bewahrt bleiben, umsomehr, da beim Kommerse gerade die angesehensten Familien der Gemeinde sich betheiligten und somit nicht nur den anwesenden Lehrern, sondern dem gesummten Lehrerstande eine Ehre erwiesen haben. z. Diez a. d. Lahn, 24. Juli: Die Verwaltung des,-Deutsch - Israelitischen Kinderheims" versendet soeben den Bericht für das Jahr 1895, das ein anschauliches Bild von der segensreichen Wirksamkeit dieser Anstalt giebt. Wie aus demselben zu ersehen ist, zählte das Kinderheim während des Schuljahres 1895/96 34 Zöglinge, die sich folgendermaßen über das Deutsche Reich vertheilen: Preußen 26, und zwar aus Hessen-Nassau 1!, Rheinprovinz 5, Provinz Sachsen 5, Hannover 2, - Westfalen 1> Westpreußen 1 und Hohenzollern-Sigmaringen 1. —Aus Großherzogthum Hessen 4, aus Königreich Sachsen, Württemberg, Sachsen-Meiningen, Elsaß-Lothringen je 1. Alle bis. auf Einen, der bei einem Buchbinder in Diez in der Lehre ist und Kost und Wohnung fürs erste weiter in der Anstalt erhält, und einen Zögling, der besonderer Verhältnisse wegen der Anstalt des Herrn Konsuls Simon zu Ahlem bei Hannover übergeben worden ist, werden im Auftaktsgebäude zu Diez erzogen und besuchen die dortige Volksschule. Wie die Schulzeugnisse es aus weisen, erwarben sich die meisten Zöglinge die volle Zufriedenheit ihrer Lehrer. Der Religionsunterricht wird in der Anstalt selbst ertheilt und von Herrn Bezirksrabbiner Dr. Weingarten zu Ems in anerkennender Weise überwacht. Mit Schluß des Schuljahrs (April) traten 4 Zöglinge aus. der Anstalt aus, von denen zwei in Waarengeschäfte eintraten; zwei, die bei Schneidermeistern m Diez in die Lehre kamen, erhalten ferner Kost .und Wohnung in der Anstalt. Dagegen wurden sieben neue Zöglinge ausgenommen. Wenn man die im letzten Bericht angegebene Anzahl der Zöglinge mit der des diesjährigen vergleicht, so ersteht man, daß die Leistungen des Vereins bedeutend größere geworden sind. Die Verwaltung richtet an alle edeldenkenden Glaubensgenossen die Bitte, durch thätige Beihilfe ihre Zwecke zu fördern und ihnen zur Erreichung ihrer Ziele hilfreich zur Seite zu stehen. Erfreulich ist ferner die Mittheiluug, daß Herr Alphons Jacobson in Leipzig der Verwaltung zum Ankauf eines Gartenstücks eine Summe zur Verfügung gestellt hat, um zum ehrenden Andenken des ehemaligen Vorstandsmitgliedes unseres „Kinderheims", des sel. Herrn Ferd. Gamburg, einen Garten anzulegen, der dessen Namen tragen soll. Der Garten ist nunmehr angekauft und seiner Bestimmung, vornehmlich einen größeren Raum für die Uebung der Zöglinge in der Gartenarbeit zu gewinnen, übergeben worden. Mit Dank erwähnt der Bericht auch eine andere im vergangenen Jahre der Anstalt zugewendete größere Gabe. Der sel. Herr Jsaae Goldschmidt in Hannover, der schon bei Lebzeiten unser Institut reich unterstützte und noch kurz vor seinem Ableben 2000 M. spendete, hinterließ demselben testamentarisch 3000 M., die bereits erhoben sind, und abermalige 2000 M., die dem Institute aber erst nach Ableben der Nutznießerin zufallen. Die Eingänge im verflossenen Geschäftsjahre, denen die Ausgaben einschließlich des Baukonto, Hypothekenzinsen u. s. w. gegenüber gestellt sind, weisen die Summe von 40 678,98 M. auf. Denjenigen B. B. Logen, die in zuvorkommender Weise sich der Anstalt angenommen, wie auch dem Vorstande des jüdischen Handwerkervereins in Frankfurt a. M., der stets bereit war, die Verwaltung in der Unterbringung der aus dem Institut entlassenen Zöglinge, die zu Handwerkern in die Lehre traten, zur Seite zu stehen und diese materiell zu unterstützen, spricht die Verwaltung innigen Dank aus. G. B. Köln, 24. Juli. Am 19. d. M. wurde Hierselbst ein Mann zu Grabe geleitet, der in unserer Gemeinde sich allgemeiner Beliebtheit und Achtung erfreute. Der Vorstand des Armen-Unterstützungsvereins widmet dem Verstorbenen folgenden Nachruf: „Heute verschied unerwartet unser langjähriges, um unseren Verein hochverdientes Vorstandsmitglied Herr Rentner Raphael Levi im Alter von 72 Jahren. Der Verewigte, welcher zu den ältesten Mitgliedern des Vereins zählte und dem Vorstande desselben während 40 Jahren ununterbrochen angehörte, hat durch seine rastlose, hingcbende Thätigkeit, seinen großen Wohlthätigkeitssinn unermüdlich die Vereinsbestrebungen gefördert und zum Blühen des Vereins wesentlich mit beigetragen. Den Hilfsbedürftigen ein allzeit bereiter Helfer, war er uns ein lieber, bewährter Freund und Kollege, dessen Andenken im Verein und in unserem Vorstandskollegium in Ehren fortleben wird." I'. Leipzig, 23. Juli. Frau Henriette Goldschmidt, die hochbetagte Wittwe unseres früheren Rabbiners, Herrn Dr. Goldschmidt, steht noch heute wie seit mehr als 30 Jahren unentwegt an der Spitze der deutschen Frauenbewegung. Auf dem internationalen Kongreß für Frauenwerk und Frauenbestrebungeu, der vom 19. bis 26. September

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