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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1896-06-12 · Heft 24 (12.6.1896) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
60 (1896)
Issue
Heft 24 (12.6.1896)
Date
1896-06-12
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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mit Amtsgefchäften ausscheidenden Herren Rechtsanwalt Dr. Kronfeld und Sanitätsrath Dr. Schlesinger Neuwahlen vorgenommen. Außerdem wurde der Vorstand durch vier neue Mitglieder, ergänzt. Derselbe besteht jetzt aus den Herren: Rechtsanwalt Dr. Simon, Generalkonsul Eugen Landau, Rechtsanwalt Breslauer, Karl Emil.Freinftpß<, Kommerzienrath Julius Martin Friedländer, Julius Jsaac, Dr. Gustav Karpeles, James Simon, Stadtrath Dr. Weigert, Maurermeister S. Weile und den gestern per Akklamation zugewählten Herren: Oberlehrer Dr. Bla sch ke, Professor Dr. Buka, Hugo Heilmann, Rechtsanwalt Felix Mako wer, Syndikus Dr. Minden, Stadtverordneter Wi tk o ws ki. Nach Erstattung des Kassenberichts fand noch eine anregende Debatte über Vereinsangelegenheiten statt, die vielfache praktische Resultate zu Tage förderte und für die im nächsten Herbst mit frischen Kräften aufzunehmende Agitation werthvolle Direktiven gab. Berlin, 8. Juni. Das statistische Jahrbuch des Deutsch- Israelitischen Gemeindebundes pro 1896 ist soeben ausgegeben worden. Von Jahr zu Jahr nähert sich dasselbe der erwünschten Vollständigkeit und gestaltet sich so zu einem unentbehrlichen Hilfsmittel, für alle Diejenigen, welche - sich mit jüdischen Angelegenheiten in Deutschland; befassen. Das geographische Verzeichniß der jüdischen Gemeinden im Deutschen Reiche nebst Angaben ihrer Seelenzahl, Vorsteher, v Beamten, Vereine bildet den Haupttheil des Werkes. Dann folgt ein alphabetisches Register der Gemeinden, ein Verzeichniß der Anstalten zur Beförderung des Handwerks, der Altersversorgungsanstalten und Asyle, der Kranken und Siechenhäuser, der Waisen- und Erziehungshäuser, sowie der Institute für Volksverpflegung, ferner der Rabbiner- und Lehrerseminare und Präparandenanstalt, der Real- und höheren Bürgerschulen, der Litteraturvereine und Bibliotheken, der Vereine von Rabbinern und Lehrern, der höheren Lehranstalten, an welchen jüdischer Religionsunterricht ertheilt wird, der Stiftungen und Vereine zu Gunsten der Gemeindebeamten, der Benai - BrithsSogen, endlich der Gemeinden, in welchen beim Gottesdienste eine Orgel oder ein Harmonium eingeführt ist. Einen sehr werthvollen Nachtrag bilden die behördlichen Entscheidungen und Verordnungen. Das ganze sehr praktisch angelegte Buch kostet nur 1,60 Mark und ist vom Büreau, des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes, W. Siegismundstraße 3a, zu beziehen. ££2 Berlin, 9. Juni. Der Jüdische Studienbeförderungsverein hielt gestern seine Festsitzung und Generalversammlung zugleich in Cassel's Hotel ab. Dieselbe wurde von dem Vorsitzenden mit einer einleitenden Ansprache eröffnet. Sodann ergriff Herr Geh.-Rath Hausmann das Wort, um in einer wahrhaft herzlichen Ansprache dem Vorsitzenden, Herrn Sanitätsrath Dr. Blumenthal, und dem Schriftführer, Herrn Dr. M. Kirsch stein, die geschmackvoll ausgestatteten Diplome als Ehrenmitglieder des Vereins, um den sich beide Herren so große Verdienste erworben, zu überreichen. Herr Sanitätsrath B. dankte in bewegten Worten und versprach, auch fernerhin dem Verein seine Kräfte mit Begeisterung widmen zu wollen. Herr Dr. Kirschstein hielt hierauf eine längere Ansprache, in der er interessante Rückblicke auf die Geschichte des Vereins warf und zugleich einen eingehenden Rechenschaftsbericht in den letzten fünf Jahren ablegte. Bei der hieran sich schließenden Neuwahl wurde der bisherige Vorstand mit Akklamation wiedergewählt. Derselbe besteht aus den Herren: Sanitätsrath Dr. Blumenthal. Geh. Kommissionsrath Hausmann, Dirigent Dr. M. Kirschstein, Geh. San.- Rath Dr. Kirstein, Maurermstr. Straßmann, Rektor Dr. Adler und Dr. L. Feilchenfeld. Als Stellvertreter wurden neu gewählt Direktor. Dr. Holzmann, Julius Jsaac, Dr. G. Karpeles und Leopold Lesser. Hoffentlich gelingt es, dem Verein eine große Zahl neuer Mitglieder zuzuführen, damit derselbe seine Wirkungskreise immer mehr erweitern könne 22 Berlin, 7. Juni. Zu unserem oorwöchentlichen Bericht über die Auerbachschen Waisen an st alten gehen uns noch folgende Mittheilungen zu: Jedem Zögling wird die Möglichkeit einer seiner Veranlagung und Leistungsfähigkeit entsprechenden Ausbildung und dereinstigen Lebensstellung geboten. Der weit reichenden Fürsorge für die entlassenen Zöglinge, welche besonders wirksam bei deren Etablirung oder Verheirathung eintritt, dient eine größere Anzahl von besonders verwalteten Stiftungen. Für die Bestreitung ihrer Bedürfnisse, welche im Berichtsjahre einschließlich Gottesdienst, Büreau, Renten, Stipendien u. a. Zuschüsse 47 490,22 bezw. 25 092,25 M. betragen haben, davon zur Verpflegung 11473,43 bezw. 5752,27 M, d. h. für den Kops und Tag 53 Pf., sind die Anstalten auf die Zinsen ihres Vermögens, welches sich auf 731919,73 bezw. 364 409,32 M. beläuft, auf Jahresbeiträge von insgesammt ca. 9200 und auf sonstige Zuwendungen ihrer Freunde und Gönner angewiesen. Von den die Erziehung fördernden Einrichtungen ist die unter Aufsicht eines Erziehers bezw. einer Erzieherin stehende Ferienkolonie sowie der. Handfertigkeitsunterricht zu erwähnen. 22 Berlin, 7. Juni. An Herzlähmung plötzlich gestorben ist hier am 5. d. M. der bekannte humoristische Schriftsteller Maximilian Kraemer. Der Verewigte, welcher ein Alter von 33 Jahren erreicht hat, war in Breslau geboren und hat auch dort seine an Erfolgen reiche journalistische Laufbahn begonnen. Dort kam er auch mit dem Theater in Verbindung, das ihm so manche aktuelle und witzsprühende Gabe verdankt. Seit Jahren war Maximilian Kraemer als Redakteur der „Lustigen Blätter" thätig, schrieb aber nebenbei aktuelle Wochenseuilletons, die sich durch Witz auszeichneten, für einige große Berliner Blätter, welchen er auch Theaterkritiken lieferte. Nun ist er im blühendsten Mannesalter dahingegangen zum tiefen Schmerze seiner Angehörigen und seiner zahlreichen Freunde, die ihm ein gutes Andenken bewahren werden. Die Beerdigung fand am 7. d. M. in Weißensee statt. L. Strelno, 5. Juni. Am 31. v. M. wurde die Einweihung des Leichenfteins am Grabe unseres verstorbenen Rabbiners Stern, welcher 43 Jahre an hiesiger Gemeinde gewirkt hat, von seinem Nachfolger, dem Herrn Rabbiner M. Pulvermann hier, vollzogen. Herr Rabbiner Pulvermann wußte dieser Feier durch Gebet und Rede besondere Weihe zu geben, und ehrte die zahlreiche Versammlung am Grabe ihres verstorbenen Rabbiners das Andenken desselben in würdiger Weise. X Bromberg, 7. Juni. In Wongrowitz feierte der Lehrer der jüdischen Volksschule, Herr Spiewkowski, am 1. d. M. sein 25jähriges Dienstjubiläum. Schon in früher Morgenstunde wurde dem Jubilar ein musikalisches Ständchen gebracht, und bald darauf fand eine Schulfeier statt mit Gesang und Deklamationen der Kinder. Herr Kreisschulinspektor Biedermann feierte den Jubilar in einer herzlichen Ansprache. Bei der Fortsetzung der Feier in der Familie des Jubilars überreichte das Festkomitee im Namen der jüdischen Gemeinde und seiner früheren Schülerinnen werthvollen silbernen Armleuchter und sprach seine Glückwünsche durch Herrn D. Förder aus. Darauf erschienen alle hiesigen Volksschullehrer und überreichten dem Jubilar ein Bild im prachtvollen Nahmen, auf welchem derselbe, in getreuer photographischer Aufnahme, umgeben von seinen Kollegen zu sehen ist. Später vereinigten sich das Festkomitee und all die Freunde und Verehrer des Jubilars mit demselben zu einem Festessen in Zawady's Hotel. Hier brachte Herr Kreisschulinspektor Biedermann den Kaisertoast aus, und Herr Bürgermeister Weinert hob die Verdienste des Jubilars um Schule, Gemeinde und Familie hervor, worauf der Gefeierte mit bewegten Worten dankte. zt= Aus Oberschlesien, 9. Juni. Am 1. d. Mts. tagte in Tarnowitz die Versammlung des o b er schlesischen Rabbiner- Verbandes, welche, da der Vorsitzende, Herr Dr. Cohn-Kattowitz, verhindert war, durch den stellvertretenden Vorsitzenden, Herr Dr. Münz- Gleiwitz, einberufen und geleitet wurde. Vor Eintritt in die Tagesordnung gedachte der Vorsitzende des Heimgangs der leider zu früh entschlafenen Frau Rabbiner Dr. Cohn und widmete ihr ehrende Worte des Nachrufs. Es wurde sodann der Bericht über die Ausführung der letzten Verbandsbeschlüsse entgegengenommen und eingehend berathen. Die Schritte, welche zur Neubelebung des Allgemeinen deutschen Rabbinerverbandes gethan wurden,, waren ohne Erfolg geblieben, so daß die Versarnmlung beschloß, falls weitere Maßnahmen zur Reaktivirung dieses einst mit großen Hoffnungen ins Leben gerufenen Verbandes sich als wirkungslos erwiesen, aus demselben auszuscheiden. In erfreulichem Gegensätze hierzu stand das Ergebniß der in der letzten Sitzung beschlossenen Herausgabe eines Leitfadens für einen erschöpfenden Bar- Mizwa-Unterricht. Die Vorarbeiten sind von der erwählten Kommission mit emsigem Fleiße gefördert worden, so daß vom Erscheinen dieses Buches ein wesentlicher Fortschritt für den Konfirmationsunterricht zu erwarten steht. Hierauf wurden genauere Bestimmungen über die gegenseitige Vertretung der Kollegen während der Ferien getroffen, nach deren

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