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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1896-06-05 · Heft 23 (5.6.1896) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
60 (1896)
Issue
Heft 23 (5.6.1896)
Date
1896-06-05
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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60. L-Hrgung. llr. 28. ttttf tttfrtffo ißerlm, 5. Zum 1696. Weitcrge zur „Mtgerneinen Zeitung öes IuöenLHurns". Korrespondenzen und Nachrichten. Deutschland. L2 Berlin, 2. Juni. Nr. 42 der „Mit th eilungen vom Deutsch-Israelitischen Gemeindebunde" ist soeben ausgegeben worden. Dieselbe enthält die Aufforderung zum Besuche des Gemeindetags, für den sehr wichtige Vorlagen auf der Tagesordnung stehen, eine Mittheilung des Ausschusses über die Amtsniederlegung des Herrn Geh.-Raths Kristeller, eine Enquete über die Steuerpflicht der Gemeindemitglieder bei Zu- und' Wegzug, den Rechenschaftsbericht, den Bericht über das Ergebniß der Sammlung über den Religionsunterricht in kleinen Gemeinden, den Kassenbericht der deutsch-israelitischen Darlehnskasse für Frauen und Jungfrauen, des Moses Mendelssohn-Stifts in Dessau, dann ein. Verzeichniß der Bundes- und Stifter-Gemeinden, der persönlichen, immerwährenden und außerordentlichen Mitglieder, der Ausschußmitglieder und Delegirten, schließlich noch eine Mittheilung über die Bereicherungen, welche die Bibliothek erfahren hat. Dem Rechenschaftsbericht entnehmen wir folgende Zahlen: Die Bermögensbilanz beträgt 265 466,05 Mark, die Einnahmen 76 670,27 Mark, die Ausgaben 40 471,09 Mark. Darunter folgende Posten: Fürsorge für Religionsunterricht und Unterstützung von Gemeinden 11480,75 Mark, Fürsorge für Gemeindebeamte 19 520,89 Mark, Förderung des Handwerks und technischen Gewerbes 3979,30. Mark, Verbreitung richtiger Kenntniß von dem Wesen und der Geschichte des Judenthums 2242,96 Mark. Der Aufruf zum Zweck des Religionsunterrichtes in kleinen Gemeinden ergab 7844,05 Mark, gelegentlich der 1896er Versammlung für denselben Zweck wurden an Jahresbeiträgen 2561 Mk. bewilligt. Die deutsch-israelitische Darlehnskasse für Frauen und Jungfrauen in Leipzig hat an Darlehen 5520 Mk. gegeben, das Moses Mendelssohn- Stift in Dessau hat an Einnahme 1519,27 Mark, an Ausgabe 886,12 Mark gehabt. Dem Gemeindebunde gehören jetzt an 632 deutsche Bundes- Gemeinden und 6 Stifter-Gemeinden. Berlin, 2. Juli. Der 63. Jahresbericht über die Baruch- Auerbach'schen Waisen - Erziehungs - Anstalten für jüdische Knaben und Mädchen gedenkt vor allem mit lebhafter Genugthuung der Thatsache, daß das verheißungsvolle Werk des Neubaues der Anstalten nunmehr in Angriff genommen ist. Bei der Wahl der in der Schönhauser Allee Nr. 162 gelegenen Baustelle, bei dem Entwurf und der Durcharbeitung der Baupläne und überhaupt bei der ganzen Vorbereitung des inzwischen begonnenen Neubaues wurde jede mögliche Rücksicht auf die zweckmäßigste Gestaltung desselben nach Maßgabe der verfügbaren sowie der noch zu erhoffenden Mittel beobachtet. Zur Deckung der Kosten des Neubaues, welcher einer um die Hälfte des jetzigen Bestandes erhöhten Zahl von Zöglingen Raum bieten soll, war man außer dem zu erwartenden Erlös aus dem gegenwärtigen Anstaltsgrundstück ausschließlich auf den schon vor Jahren begründeten Kaiser Friedrich- Baufonds angewiesen. Der Bericht verzeichnet die bisher dem Baufonds zugewendeten Gaben und hofft auf fernere Zuwendungen für dieses Liebeswerk. Die Zahl der Zöglinge ist im abgelaufenen Jahre in beiden Anstalten die gleiche wie im Vorjahre gewesen, nämlich 50 in dem Knaben-Waisenhause und 26 in dem Mädchen-Waisenhause. Der Neubau ist bei ausgiebigster Bemessung des Raumes aus 70 Knaben- und 35 Mädchenstellen berechnet, so daß, sobald die Wohlthätigkeit edler Menschenfreunde uns.diese Zahl erreichen läßt, diese Anstalt wie das älteste so auch das größte jüdische Waisenhaus Deutschlands sein wird. Die Knaben haben den Unterricht ausschließlich in öffentlichen Schulen erhalten. An Stelle des seligen Dr. Joel Müller trat sein Schüler, Herr Dr. M. Dienstfertig. Von den beiden Erziehern, Herrn Georg Stamper und Dr. phil. Georg Friedmann, schied der Letztere aus seiner Stellung. Als sein Nachfolger wurde Herr Dr. phil. Alfred Salomon berufen. Von den beiden Erzieherinnen Fräulein Dina Bril und Fräulein Ella Hirsch gab diese, welche seit 1. Juni 1893 insbesondere mit der Ertheilung des Handarbeitsunterrichts und der wirthschastlichen Anleitung der Mädchen betraut war, zu Ostern d. I ihre Stellung auf. An ihre Stelle trat Fräulein Johanna Littmann, welche in gleicher Thätigkeit schon dem Reichenheim'schen Waisenhause gedient hat. Die Knaben-Anstalt haben zu Michaelis v. I. acht Zöglinge verlassen; dieselbe hat bisher insgesammt 311 Zöglinge entlassen, die Mädchen- Anstalt im Ganzen 106 Zöglinge. Dem Vorstand gehören neben dem Direktor Dr. A. Strelitz nunmehr wieder folgende Mitglieder an: 1. Rentier Berthold Marckwald, 2. Rentier Louis Äradenwitz, 3. Kommerzienrath Emanuel Lohnstein, 4. Generalkonsul Eugen Landau, Kassen-Rendant, 5. Professor Dr. Felix Liebermann, 6. Kaufmann Hermann N. Israel. In den Wohlthäter-Ausschuß sind die Herren Alexander Meyer-Cohn, Rudolf Demuth, Julius Jacoby, Moritz Manheimer wiedergewählt und an Stelle der während der Amtsdauer verstorbenen Ausschußmitglieder Herren Geh. Kommerzienrath S. Lachmann und M. S. Meyer, sowie des gleichfalls vor Ablauf der Amtsdauer ausgeschiedenen Herrn Louis Bamberger sind die Herren Dr. Paul Lachmann, Gustav Mosler, Heinrich Strauß gewählt worden. Stellvertretende Ausschußmitglieder sind die Herren Josef Fränkel, Heinrich Joel, Hermann Lehmann, Albert Lewin, Louis Sieskind, Hermann Sternberg, Meyer Wartenberg. Als Ehrenmütter wirken mit hingebender Fürsorge und liebevoller Theilnahme an dem Wohl der Zöglinge Frau Recha Marckwald. geb. Kohn-Speyer, Frau Professor Dr. Cäcilie Liebermann. Der Bericht enthält schließlich noch die genaue Rechnungslegung und das Verzeichniß der Wohlthäter und Stifter. S£2 Berlin, 1. Juni. Der 70. Geburtstag des durch seine großen Wohlthätigkeitsstiftungen bekannten Herrn Moritz Manhsrmer, früheren Mitinhabers der Firma V. Manheimer, welchen derselbe vor einigen Wochen in stiller Zurückgezogenheit in Baden-Baden verbracht hatte, wurde am vergangenen Sonnabend noch nachträglich durch ein Festmahl in den Räumen der Gesellschaft der Freunde, Potsdamerstraße 9, gefeiert. Die Kollegen und Kolleginnen des Jubilars und seiner Gattin Frau Bertha Manheimer geb. Lehweß in verschiedenen Kuratorien und Kollegien, insbesondere die Repräsentanten der jüdischen - Gemeinde, die Vorsteher der Wohlthätigkeitsgesellschaften Mgine kleiin und Gesellschaft der Freunde, die Vorsteher und Ehrendamen der Alterverstcherungsanstalt, des Kranken- und des Siechenhauses der jüdischen Gemeinde hatten sich zu diesem Zwecke vereinigt und außer dem Jubilar und seinen nächsten Angehörigen noch eine Anzahl Ehrengäste eingeladen, unter Anderen erschienen auch der Bürgermeister und zwei Stadtverordnete aus Gommern, dem Geburtsorte des Herrn Manheimer. Mit herzlichen Reden wurde dem Jubilar eine Anzahl prächtiger und sinniger Ehrengaben überreicht, die sich sämmtlich auf seine und seiner Gattin aufopfernde Thätigkeit im Dienste der Nächstenliebe bezogen. ' z. Tilsit, 26. Mai. Wiederum habe ich Ihnen von einem schönen Feste, welches gestern in unserem prächtig geschmückten Gotteshause stattfand, zu berichten. Vier Mädchen, die unsere Neligionsschule absolvirt, wurden Freitag eingesegnet. Es war erfreulich, die Wahrnehmung zu machen, wie verständnißvoll und innig, frisch und lebendig die Konfirmandinnen die Grundwahrheiten unserer Religion in sich ausgenommen haben. Den Glanzpunkt der Feierlichkeit bildete jedoch die Predigt unseres verehrten Herrn Rabbiners Dr. Ehrlich, der in meisterhafter Rede die Schülerinnen zur Aneignung der schönsten jüdischen Tugenden, Frömmigkeit, Reinheit und Wohlthätigkeit, eindringlich ermahnte. Ein schöner Gesang schloß die würdige Feier. OO Hannover, 2. Juni. Der erste Bericht über die Israelitische Erziehungs-Anstalt zu Ahlem, der soeben erschienen, umfaßt den Zeitraum vom 1. Juni 1893 bis 1, Juni 1895. Die Anstalt wurde am 2 Juni 1893 mit nur 9 Zöglingen eröffnet, war im Winterhalbjahr

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