Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 60 (1896)
- Issue
- Heft 16 (17.4.1896)
- Date
- 1896-04-17
- Page
- Seite 2 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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% setzte sich daraufhin zusammen uni) zwar aus den Herren Dr. Neustadt- Breslau- Dr; Baniberger-Schildberg und Ksinski-Kempen. Die hiesige jüdische Korporation hatte den Festtheilnehmern ein Abendbrod in Türks Hotel vorbereiten lassen. Als nächster Verbandstag wurde der 6. Oktober und als Verbandsort Posen bestimmt. Hauptpunkte der Tagesordnung waren die Berathungen über die Stellung zu einem vom deutsch-israelitischen Gemeindebund zu Berlin angeregten Verband aller deutscher Lehrerverbände und über die definitive Anstellung der Kultusbeamten. Herr Ksinski aus Kempen hielt noch eine gut ausgeführte Lehrprobe aus dem Pentateuch, bei der man auf Antrag Dr. Bambergers von einer Kritik absah, da sie in allen. Stücken gut ourchgeführt war. Am Schlüsse hielt Herr eand. med. Jungmann von hier einen interessanten Vortrag über „die Schulen in Palästina". — Am dritten Feiertage versammelten sich in ihrem Vereinslokale bei Walde gegen 30 Mitglieder des hiesigen Kriegervereins, um mit dem infolge seiner Umsiedeluung nach Berlin aus dem Vereine scheidenden Kameraden, Herrn Türk, zum Abschied noch einige Stunden gemüthlich zusammen zu sein. Der Vorsitzende des Vereins, Herr Kreisschulinspektor Eberhardt, toastete auf den scheidenden Kameraden, indem er hervorhob, daß der Verein mit lebhaftem Bedauern Herrn Türk aus seiner Mitte scheiden sehe, der als Vorstandsmitglied an der Gründung und Entwickelung des schon 17 Jahre bestehenden Kriegervereins durch seine echt patriotische, königstreue Gesinnung und durch sein kameradschaftliches, rühriges Verhalten einen sehr bedeutenden Antheil an der gedeihlichen Entwickelung des Vereins gehabt habe und stets ein von Allen geehrtes und gern gesehenes Mitglied gewesen sei. Dafür spreche er ihm im Namen des Vereins den gebührenden Dank aus. Hierauf erwiederte Herr Türk mit einem längeren Vortrage über die Gründung und Entwickelung des Vereins. Mit dem Wunsche für eine weitere gedeihliche Entwickelung des Kriegervereins schloß der mit lebhaftem Beifall aufgenommene Vortrag. Auch der Gattin und der Familie des Scheidenden wurden die besten Glückwünsche auf den Weg gegeben. r. Breslau, 11. April. Am 20. v. Mts. starb nach kurzem Krankenlager im 74.Lebensjahre der Spritfabrikant Herr .Moritz Sternberg, welcher sich durch seinen regen, echt menschlichen Sinn bei allen seinen Bekannten ein ehrenvolles Andenken gesichert hat. Der Verstorbene gehörte dem Unterstütznngsverein Dorsche Tom, der Gesellschaft der Freunde, der Gesellschaft der Brüder und der Dritten Brüdergesellschaft als langjähriges Mitglied an. — Ein Ehrenmann in des Wortes wahrster Bedeutung ist in dem in seinem 82. Lebensjahre dahingeschiedenen Herrn David Brill dahingegangen. Gar viele verlieren in ihmeinen treuen, hilfsbereiten Freund und Berather. Der Heimgegangene war fast das älteste Mitglied und zugleich Ehrenmitglied des Breslauer Handlungsdienerinstituts, dem er fast seit dessen Gründung angehöcte. Mehr als vier Jahrzehnte war Herr Brill Mitglied der Zweiten Bruder- Gesellschaft und 35 Jahre Mitglied der Gesellschaft der Freunde. Seine Selbstlosigkeit und Anspruchslosigkeit sichern dem Verblichenen ein dauerndes, ehrenvolles Andenken. — Der Anfang Januar verstorbene Kaufmann Heinrich Neumann hat außer mehreren kleineren Legaten letzwillig 12 000 Mark der hiesigen israelitischen Waisenaustalt gestiftet und 200 000 Mark zur Errichtung einer Stiftung, welche bedürftigen und würdigen Mitgliedern der hiesigen Spnagogen-Gemeinde billige. Wohnungen gewähren soll, bestimmt. 52 Breslau, 10. April. Der 44. Jahresbericht der orthodoxen Neligions-Unterrichts-Anstalt der hiesigen Gemeinde über das Schuljahr 1895/96, erstattet von dem Dirigenten der Anstalt Dr. Samuelsohn, ist eben ausgegeben worden. Am 1. Februar verließ Herr Leo Fränkel die Anstalt, an welcher er seit dem 1. September 1889 mit vielen! Erfolge gewirkt hat, um einem ehrenvollen Rufe als Landrabbiner in Meiningen zu folgen. An seine Stelle trat Dr. Max Doctor, der schon seit Michaelis 1894 an der Schule unterrichtet hat. Der Direktor selbst mußte leider infolge von Krankheiten über drei Monate der Schule fern bleiben. Während dieser Zeit wurde er von den Kollegen vertreten. Das alle Schuljahr hatte mit 276 Schülern und Schülerinnen abgeschlossen. Im Laufe des nun zu Ende gehenden wurden 123 neue ausgenommen, so daß in den neun Klassen der Anstalt 399 Schüler und Schülerinnen unterrichtet wurden. s. Köln, 10. April'. Der vierte Jahresbericht der Religionsschule unserer Synagogengemeinde, erstattet vom Direktor Rabbiner' Dr. F. Lazarusist soeben ausgegebett worben. Die Gesammtzahl der Schüler beträgt 180 und zwar 110 Knaben und 70 Mädchen. Die Uebersicht über die während des Schuljahres 1893.86 absolvirten Pensa giebt ein erfreuliches Bild systematisch tüchtiger Arbeit Das Lehrer- Kollegium besteht zur Zeit aus den Lehrern M. Goldschmidt, an der Schule thätig seit Oktober 1891, El. Gut, an der Schule thätig seit Oktober 1892, der Lehrerin Fräulein Gordon, an der Schule thätig seit Oktober 1893 und dem Direktor Dr Lazarus, an der Schule thätig seit ihrer Begründung Mai 1891. Die Bibliothek ist in gutem Stande und die Vorarbeiten zu einem sorgfältig ausgearbeiteten besonderen Jugendschristen-Katalog, der demnächst erscheinen soll, im Gange. Die Schüler der Anstalt werden nach Möglichkeit angehatten, den Jugendgottesdienst, der allwöchentlich am Sübbath Nachmittag stattftndet und von Herrn Rabbiner Dr. Frank sowie dem Direktor abwechselnd geleitet wird, regelmäßig zu besuchen^ Eine stehende Rubrik Mußte in den Berichten bisher der Barmizwahunterricht bilden, in dessen Folge noch in jedem Jahr eine Reihe religiös ganz unreifer Schüler die Anstalt verlassen haben. Angesichts der Thatsache, daß in dem verflossenen Jahre die Zahl dieser Knaben eine ungewöhnlich große gewesen ist, wird wiederum nachdrücklich darauf hingewiesen, daß dies bei den getroffenen Einrichtungen in keiner Weise erforderlich ist. Von der Anstaltsleitung wird auf Verlangen der Eltern für die Zeit des Barmizwahunterrichts den Schülern bereitwillig Dispens ertheilt. Indessen ist dringend zu wünschen, daß nach Absolvirung dieses Unterrichtes der Schüler die Religionsstunden wieder aufnimmt. Für das neue Schuljahr ist die Einrichtung einer neuen Klasse, für die auch eine neue Lehrkraft bereits gewonnen ist, bestimmt in Aussicht genommen. Dieses neue Schuljahr beginnt am Mittwoch den 22. April. Der Bericht enthält schließlich noch die vollständige Schulordnung, die Jeder, der seine Kinder der Religionsschule anvertraut, unterschreiben und innehalten muß. a. Bonn, 10 April. Am 22. v. M. fand hier die Prüfung der Zöglinge der israelitischen Religionsschule statt. Aus dem von Herrn Rabbiner Dr. F. Cohn veröffentlichten Bericht entnehmen wir folgende Mittheilungeu: Beim Beginne des Schuljahrs betrug die Anzahl der Zöglinge 108; hinzugetreten sind 12, abgegangen 2, so daß der Anstalt gegenwärtig 118 (60 Knaben und 58 Mädchen) angehören. Im Ganzen, d. h. mit Einschluß des in dem königlichen Gymnasium, in der städtischen Oberrealschule sowie in der Polak'schen höheren Töchterschule ertheilten israelitischen Religionsunterrichtes nehmen zur Zeit 153 (78 Schüler und 75 Schülerinnen) an den von Dr. Cohn gegebenen Religionsstunden Theil. In die durch den Weggang des Herrn B. Baer erledigte Stelle des dritten Lehrers trat am 1. Mai Herr Kand. phil. Wilhelm Wolfsdorf ein, und wurde es somit ermöglicht, den dem Lehr- und dein Stundenpläne der Anstalt entsprechenden Anforderungen zu genügen. * Frankfurt a. M13. April. Die Einladungsschrift zu der öffentlichen Prüfung der israelitischen Religionsschule zu Frankfurt a: M. ist soeben erschienen. Eine längere Abhandlung, „Die Wohlthätigkeit bei den Juden im alten Frankfurt", von Herrn Rabbiner Dr. M. Horovitz geht voran. Die Zahl der Zöglinge hat sich von 444 auf 472 vermehrt. Davon sind in der Schule am Hermesweg 156 Schüler und 109 Schülerinnen, zusannnen 265, in der Schule an der Unterlindau 35 Schüler und 25 Schülerinnen, zusammen 60, am Kaiser-Friedrichs-Gymnasium 39, am städtischen Gymnasium 48, an der Adlerflychtschule 46, ferner in der Borbereitungsschule für den rabbinischen Beruf 12. Die Einnahmen betrugen 27,995 Mark, die bis auf 5826 Mark verausgabt wurden. s. Weilburg-Lahn, im April. Aus dem Berichte des hiesigen W ohlthätigkeitsvereins entnehmen wir: Vermögen März 1895 M. 3897. Ein Knabe wurde durch Vermittelung des Vereins in das deutsch-israelitische Kinderheim in Diez aufgenonunen. Die Gemeinde zahlt dafür 50, der Verein l 00 Mark im Jahr. Ehrenmitglieder 2, zahlende Mitglieder 28. Frauenverein. Mitgliederzahl 42. Ein Waisenmädchen wurde vom Verein ausgestattet und fand kostenlose Aufnahme in das deutsch-israelitische Reichswaisenhaus in Limburg, das gerade deswegen, weil es Wäisenmädchen unentgeltlich ansnimmtz größere Beachtung und wirksamere Förderung, namentlich von Seiten l)er Frauenvereine, verdient. — Armenverein. 282 Arme erhielten im Jahre 1895 Mark 731,55. Dagegen scheint der Synagogenverein seiner Auf-