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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1896-03-13 · Heft 11 (13.3.1896) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
60 (1896)
Issue
Heft 11 (13.3.1896)
Date
1896-03-13
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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Betheiligung sein Stiftungsfest. Eingeleitet wurde das Fest durch einen von Fräulein Wiener gesprochenen Prolog. Das Programm bestand aus Theaterstücken und Gesangsvorträgen. In dem einaktigen Lustspiel „Eine Kotillontour" setzten die Mitwirkenden ihr ganzes Können daran, um den Anwesenden einen Genuß zu bieten. Lauten Beifall riesen die Kochstudien in der Musterküche hervor. Den Schluß des Festes bildete ein Tanzkränzchen. — Am 18. Februar beging der Stadtverordnete Herr S. M. Schalscha seinen 70. Geburtstag. Der Jubilar ist seit 1868 als Kaufmann hier ansässig. Seit 1866, der Begründung der Stadt, ist derselbe Stadtverordneter und das älteste Mitglied des Kollegiums. Gleichzeitig bekleidet derselbe auch das Amt eines Vorstandsmitgliedes der Synagogengemeinde, dessen langjähriger erster Vorsitzender der Jubilar war. — Der israelitische Krankenpflege- und Beerdigungsverein, dessen erster Vorsitzender Herr Salomon Königsberger ist, hatte im Jahre 1894/95 an Einnahmen 12 554 Mark Ausgaben: 4036 Mark. Die Generalversammlung wählte die ausscheidenden Vorstandsmitglieder, die Herren M. Abraham und L. Altmann, sowie die Revisionskommissionsmitglieder S. Friedländer und A. Löbinger wieder. Nach den Verhandlungen fand ein Diner statt. — Bei der am 25. v. M. stattgefundenen Ersatzwahl wurden zu Vorstehern der hiesigen Synagogengemeinde die Herren Stadtrath S. Wiener, Kaufmann S. M. Schalscha und Max Fröhlich gewählt. Bei der folgenden Wahl von zwei Vorsteher-Stellvertretern wurden die Herren Kaufmann Hermann Fischer und Bahnmeister a. D. Karl Grätzer gewählt. — Am 29. v. M., Abends, fand im Saale des Hotels „zur Post" eine Generalversammlung des israelitischen Unterstützungsvereins statt. Dem Bericht über die Lage und Thätigkeit des Vereins im vergangenen Jahre ist Folgendes zu entnehmen: Der Verein zählte am Beginn des Vereinsjahres 102, am Schluffe desselben 200 Mitglieder. Es wurden an 965 verschiedene Personen 1591 Unterstützungen verabreicht. Vereinnahmt wurden an Beiträgen der Mitglieder 3 914,60 Mark, an Spenden 95 Mark, an Subvention der Gemeinde 900 Mark, an Kaffenbestand aus dem Vorjahre 759,97 Mark, zusammen 3669,57 Mark; verausgabt wurden an Unterstützungen 2471,16 Mark, für Beköstigung 83,05 M., für Sonstiges 214,40 M, zusammen 2768,60 M. Durch Vermittelung des Vereins wurden an Sabbathen und Feiertagen 286 Personen bei hiesigen Familien beköstigt. Bei der hierauf vorgenommenen Ersatzwahl wurden die ausscheidenden Vorstandsmitglieder, die Herren Rabbiner Dr. Cohn, Jakob Kochmann und Adolph Löbinger wiedergewählt. — In den Vorstand der israelitischen Filialgemeinde (von Königshütte) Antonien Hütte wurden die Herren Julius Ring-Halemba, Lazarus Jakobowitz und Salomon Koplowitz gewählt. — Der jüdische Frauenverein in Neisse beging gestern in den Räumen der Ressource sein Winterfest, welches einen glänzenden Verlauf nahm. Nach einem Prolog gelangte das Lebensbild mit Gesang „Schulmeisters Geburtstag" zur Aufführung, welches den Darstellern wohlverdienten Beifall eintrug. An der Tafel nahmen 125 Personen Theil. Bei dem aufgeschlagenen Wohlthätigkeitsbazar wurden hohe Preise erzielt, und ergab die Auktion der nicht verkauften Sachen auch noch einen hübschen Ertrag. Der Schluß des Festes war dem Tanz geweiht. — Die irdischen Ueberreste des vor wenigen Tagen in jungem Alter verstorbenen praktischen Arztes Dr. Jablonsky aus Kosel wurden am 26. v. M. von Lohn au nach Kandrzin gebracht, von wo die Ueberführung der Leiche nach der Provinz Posen erfolgt ist. Der Kriegerverein zu Lohnau hatte durch Absendung einer Deputation,, mit umflorter Fahne den verblichenen Kameraden geehrt und vor dem Ratiborer Thore hatten sich die Mitglieder der hiesigen ijraelitischen Gemeinde, sowie die ärztlichen Kollegen eingefunden, welche dem Verstorbenen das Ehrengeleit bis zum Bahnhofe gaben. — Der König von Sachsen hat dem Weingroßhändler Paul Kornblum, Inhaber der alten bekannten Firma I. Kornblum in Lublinitz, das Prädikat „Königlich Sächsischer Hoflieferant" verliehen. r. Myslowitz, 2. März. Aus dem Verwaltungsbericht des israelitischen Krankenpflege- und Beerdigungsvereins für 1895 ist zu entnehmen, daß die Einnahmen einschließlich des Kaffenbestandes 2708,44 Mark betrugen, welchen Ausgaben, einschließlich eines an den Armenverein gezahlten Betrages von 300 Mark, in Höhe von 2677,16 Mark gegenüberstehen, so daß ein Baarbestand von 31,28 Mark verbleibt. Das gesammte Vereinsoermögen beläuft sich, abzüglich der zum Synagogenbau bewilligten 3000 Mark, noch auf 5431,28 Mark. — Nachdem in der letzten Generalversammlung des israelitischen Wohl-! thätigkeitsvereines die bisherigen, freiwillig ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder, Kaufmann Rosenau und Lehrer Bach, wiedergewählt worden waren, machten sich Bestrebungen geltend, welche darauf hinausliefen, den seit 56 Jahren bestehenden, segensreich wirkenden Verein auszulösen. Die eingetretene Spaltung hätte zur Folge, daß fast die Hälfte der Bereinsmitglieder, welche dadurch jedes Anrechtes an das Vereinsvermögen statutenmäßig verlustig gehen, ihren Austritt aus dem Verein erklärt hätte. Die letzthin platzgegriffene versöhnliche Stimmung läßt jedoch einen zufriedenstellenden Ausgleich erhoffen. — Einer der ältesten Bürger unserer Stadt und das älteste Mitglied der Synagogengemeinde>. Kalkhändler Weiß, ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Bei der . Beerdigung des Verstorbenen ist vom Leichengefolge wieder recht unliebsam bemerkt worden, daß von Seiten der Stadtverwaltung, welche den nach dem Friedhof führenden Weg zu unterhalten hat, nichts gethan wird, um denselben einigermaßen passirbar herzustellen. Bis an die Achsen sank der Leichenwagen in den Morast, so daß man nur mit großer Mühe vorwärts kommen konnte. — In der vom Israelitischen Jungfrauenverein abgehaltenen Generalversammlung wurde an Stelle des freiwillig aus dem Vorstande ausgeschiedenen Fräuleins Selma Nothmann Fräulein Else Breit, die Tochter des praktischen Arztes und Repräsentantenvorstehers Dr. Breit, gewählt. Der gestern anläßlich des Purimfestes vom genannten Verein im Grunwald'schen Saale veranstaltete Maskenball erfreute sich eines überauszahlreichen Besuches. Der Saal war feenhaft dekorirt und unter den Masken waren aller Herren Länder, sowie auch das Thier- und Pflanzenreich vertreten. — Ein Einbruch in die Synagoge zu Rosdzin ist in der Nacht zum 13 d. Mts. verübt worden. Der Einbrecher wurde erwischt und gebunden in das Amtsgefängniß ab geführt. Derselbe ist ein stark vorbestrafter Verbrecher. Um sich Geld zu verschaffen, erbrach derselbe den Opferkasten des Bethauses. Der gefüllte Opferkasten ist dem Einbrecher abgenommen worden. © Zittau, 6 März. Der Mitbegründer unserer Chebra Kadischa, der fast ununterbrochen Mitglied des Ausschusses oder des Vorstandes während der fünfzehn Jahre seines hiesigen Aufenthaltes war. der Kaufmann Berthold Kristeller, verlegte in diesen Tagen sein Domizil nach Braunschweig. Ihm zu Ehren versammelte der Vorstand die Mitglieder der Gemeinde am jüngsten Sonnabend Abend zu einer Abschiedsfeier im Restaurant zur Burg. Herr M. Glaser, der Vorsitzende des Gemeindevorstandes, hielt eine Ansprache, in welcher er die Verdienste des Scheidenden mit beredten Worten schilderte und dem allgemeinen Bedauern über den Wegzug des Herrn Kristeller warmen Ausdruck gab. Um dem Festmahle gleichzeitig den Charakter einer Seudahschel Mizwah zu geben, hielt Herr Glaser einen wohldurchdachten und formvollendeten Vortrag über die Arbeiter im alten Palästina. Trinksprüche in gebundener, und ungebundener Rede, ernste und heitere Gespräche hielten die Ver-- sammelten bis lange nach Mitternacht vereint. Mögen alle Wünschefür das Wohlergehen des Scheidenden und seiner Angehörigen in Erfüllung gehen! o. München, 6. März. Der eben erschienene Bericht über die Wohlthätigkeitspflege der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde für das Jahr 1895 bietet mannigfaches Interesse. An erster Stelle gedenkt derselbe des schmerzlichen Verlustes, welchen die Gemeinde im verwichenen Jahre durch den vorzeitigen Heimgang ihres Gemeindesekretärs Dr. Kahnst am m erlitten hat. Derselbe wirkte nahezu 25 Jahre im Dienste der Gemeinde und war während dieser Zeit eifrig bestrebt, Werke der Nächstenliebe ins Leben zu rufen und zu fördern. In der gemeindlichen Wohlthätigkeitskasse betrugen die Einnahmen 8985,22 Mark: die Ausgaben 5779,00 Mark, der Aktivrest 3206,22 Mark. Es folgt das Berzeichniß der direkt eingegangenen Spenden für die gemeindliche Wohlthätigkeitskassa im Jahre 3895 mit 1851,12 Mark und sodann der Rechenschaftsbericht der israelitischen Waisenstiftung mit 12 569,66 Mark Einnahmen und 5986,57 Mark Ausgaben, also einem Aktivrest von 6583,09 Mark, welcher dem Stammfond einverleibt wurde, der am Schluffe des Jahres 1895 264143,50 Mark betrug. Der Bericht enthält außerdem Mittheilungen über neu in Verwaltung genommene Stiftungen der Gemeinde, und zwar 1. die Jacob und Julie Reinemann'sche Wohlthätigkeits - Stiftung, vorerst mit 5000 Mark dotirt. Zweck derselben ist: „Die Gewährung - momentaner Unterstützungen an bedürftige Mitglieder der israelitischem Kultusgemeinde in München in unvorhergesehenen und unverschuldeten- Nothlagen." 2. Die Bernhard Fränkel'sche Talmud - Thora - Stiftung vom

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