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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1896-02-21 · Heft 8 (21.2.1896) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
60 (1896)
Issue
Heft 8 (21.2.1896)
Date
1896-02-21
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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60. Jahrgang. illr. 8. Berlin, 21. Februar 1896. Der Gemeln-ebote. WeiLcrge zur „Aktgemeinen Zeitung öes Iuöenthums". Korrespondenzen und Nachrichten. Deutschland. £££ Berlin, 16. Februar. Der „Verein zur Abwehr des Antisemitismus" hat sich in seiner letzten Generalversammlung neu konslituirt. An Stelle des Geheimen Rath Gneist ist Abgeordneter Rickert zum ersten Vorsitzenden gewählt worden. Zweiter Vorsitzender ist Archivar Dr. Winter aus Magdeburg, Schatzmeister der frühere Abgeordnete L. Jordan und dessen Stellvertreter Dr. L. Jacobowski. Die Abonnentenzahl der „Mittheilungen" hat erheblich zugenommen. Das Büreau des Vereins hat nach allen Richtungen hin mit Rath und That den Kämpfern gegen den Antisemitismus zur Seite gestanden, insbesondere bei Wahlen, bei wichtigen Debatten in der Volksvertretung u. s. w. Die Zahl der Mitglieder hat im abgelaufenen Jahre um 217 zugenommen, um 145 durch Tod, Wegzug u. s. w. aögenommen. Die bisherige Thätigkeit des Vereins hat den Weg gezeigt, aus welchem derselbe auch weiter vorgehen wird. Wir wünschen hierzu dem gedeihlich wirkenden Verein die besten Erfolge. 2. Berlin, 19. Februar. Der Verein für jüdische Geschichte und Litteratur feiert sein fünfjähriges Bestehen zugleich mit dem Purimfest am Donnerstag, den 27. Februar, Abends 8 Uhr, im Saale des Brüdervereins, Unter den Linden 4 a. Ein zur Feier des Tages verfaßtes Purimspiel wird dazu beitragen, das Fest interessant und unterhaltend zu gestalten. Hierauf folgt die Festrede, an die sich Souper und Tanz anschließen. Gäste sind willkommen. Meldungen zur Theilnahme an dem Feste werden von Herrn Benas Levy, Klopstockstraße 35 entgegen genommen. Das Entree inclusive Souper beträgt drei Mark. La. Berlin, 16. Februar. Der Militär- und Sanitäts-Verein „Deutsches Vaterland" versendet soeben seinen Verwaltungsbericht für das Jahr 1894 - 95, den ersten, seitdem der Verein begründet ist. Noch jung an Jahren, sein Bestehen datirt vom Dezember 1894, hat derselbe es in kurzer Zeit zu einer Mitgliederzahl von rund 525 gebracht. Zweck genannten Vereins ist, „die Liebe, und Treue für Kaiser und Reich, Landesfürst und Vaterland bei seinen Mitgliedern zu pflegen, zu bethätigen und zu stärken, sowie die Anhänglichkeit an die Kriegs- und Soldatenzeit im Sinne kameradschaftlicher Treue und nationaler Gesinnung aufrecht zu erhalten." Der Verein besitzt ein Kapital von 2000 M. Am Sedantage war derselbe in der glücklichen Lage, 138 M. an 13 bedürftige und würdige Mitglieder vertheilen zu können. Wir wünschen dem rührigen Verein ein ferneres gedeihliches Wachsthum. 6. Berlin, 17. Februar. Ein Berzeichniß der „Stiftungen für jüdische Studirende" in Berlin dürfte vielen akademischen Bürgern, welche auf Stipendien angewiesen sind, von Werth sein. An der Spitze steht der „Hilfsverein für jüdische Studirende", dessen Kapital gegenwärtig 147 58O Mark beträgt, während der damit verbundene Zweigverein für Kunst-Akademiker über 22 780 Mark verfügt. Die „Alexander von Humboldt-Stiftung" (hauptsächlich zur Aushilfe bei Doktorpromotionen) hat ein Kapital von 18 600 Mark, die „Ernst Reichenheim- Stiftung" 31 725 Mark, die „Felix Friedeberg-Stiftung" 10 250 Mark, die „Cäsar Wollheim-Stiftung" 2O355 Mark, die „Louis Liebermann- Stiftung" 10 675 Mark, die „Siegmund Levi-Stiftung" 15 785 Mark. Aus den Spezialstistungen stehen im Ganzen 52 Stipendien zur Verfügung, und zwar aus der „Alexander v. Humboldt-Stiftung" zwei zu 3OO Mark, aus der „Marianne Liebermann-Stiftung" zwei zu 240 Mark, aus der „Louis Liebermann-Stiftung" eine zu 2OO Mark, eine zu 100 Mark, aus der „Auerbach-Stiftung" zwei zu 10O Mark, aus der „Zaller-Stiftung" zwei zu 3OO bezw. 150 Mark, aus der „Wilh. Friedeberg-Stiftung" fünf zu 30 bis 60 Mark, aus der „Simon-Stiftung" zwei zu 100 Mark, aus der „Jenny Levi-Stiftung" zwei zu 300 bezw. 100 Mark. Die Zweig- Stiftung für Akademiker bezieht sich auf Kunstgewerbeschüler, Maler, Musiker u. s. w. und gemährt laufende und einmalige Beihilfe, erstere für 40 bis 50 Studirende in Höhe von 2OO bis 3OO Mark, letztere sind IO im Betrage von 15 bis 100 Mark. Die laufenden Stipendien für Studirende an der Universität kommen etwa 120 Studenten, die einmaligen 25 bis 30 Studenten zu Gute. L Pankow, 17. Februar. Der Handwerker-Verein ehemal. Pankow er Kameraden, welcher im März vorigen Jahres, von entlassenen Zöglingen des Erziehungshauses in Pankow, gegründet wurde, hielt am 14. v. Mts. seine erste Jahres - Generalversammlung ab. Im Rechenschaftsbericht des Vorstandes konnte der Vorsitzende ein immer größeres Wachsthum und Interesse der Mitglieder an dem Verein feststellen. Ganz besonders erwähnenswerth ist das Interesse der ehemaligen und jetzigen Lehrer, sowie der Kuratoren der Anstalt. Der Bericht ergab eine Gesammteinnahme von 246,92 Mk. wovon 146 Mk. von den Mitgliedern selbst aufgebracht wurden. Die übrigen 100 Mk. sind durch den Gründer der Anstalt, Herrn Justizrath Mako wer, aus einer Stiftung überwiesen worden. Die Ausgaben beliefen sich auf 87,64 Mk. Seinen Hauptzweck, die Unterstützung der Mitglieder in Nothfällen, konnte der Verein, wie es nicht anders zu erwarten war, im vorigen, und wird er wohl auch in diesem Jahre nicht erfüllen können. Beschlossen wurde noch, zur Feier des einjährigen Bestehens am 7. März ein Stiftungsfest abzuhalten. Der Eintrittspreis ist auf 75 Pf. pro Person festgesetzt, und hoffen wir, daß recht viele Leser dieser Zeitschrift, die gewiß ein Interesse an der Anstalt haben, dieses auch auf den Verein übertragen und, in Anbetracht des guten Zweckes, dies durch zahlreichen Besuch beweisen. Näheres im Inserat dieser Nummer. X Gollantsch, im Februar. Im Regierungsbezirk Bromberg sind folgende Herren zur Handelskammer gewählt worden: In Bromberg Bankier Louis Aronsohn und Isidor Moses, in Rakel Lesser Bärwald, in Jnowrazlaw Julius Levy und Bankier Salamonsohn, in Gnesen Kaufmann Giemkiewicz und Waldstein. — Am 21. Mai wurde Herr Rosenblum, früher Kantor und Schächter in Wollin (Pommern) von 1869—1893, von Berlin aus, wo er sich zuletzt anfhielt, nach Labischin berufen. Der Vorstand der Gemeinde richtete am 26. Mai an den Regierungspräsidenten zu Bromberg ein Gesuch, dem Kantor Rosenblum zu seinen Funktionen in Labischin die Genehmigung zu ertheilen; es wurde ihm aber am 15. Juli von Seiten der Polizeiverwaltung eröffnet, daß dem Anträge auf Ausnahme des Rosenblum als Kantor und Schächter nicht Folge gegeben werden kann, da derselbe russischer Nationalität sei und die preußische Staatsangehörigkeit nicht besitze. Zur Erfüllung der nothwendigen rituellen Verrichtungen ließ jedoch der Vorstand den Rosenblum bis 1. August im Amte. Hierdurch machten sie sich eines Vergehens nach § 71 schuldig, und wurden dieselben mit einer Geldstrafe belegt; ebenso Rosenblnm. — Zum Stadtverordneten - Vorsteher in Schönlanke ist Herr A. Baruch, zum Stellvertreter Herr Hermann Levy und zum Schriftführer Herr Moritz Badt gewählt worden. Lp. Aus der Provinz Posen, im Februar. Herr Bankier Dagobert Friedländer, z. Z. in Frankfurt a. M., hat der Volksbibliothek in Bromberg 670 Bände Bücher und Schriften als Geschenk überwiesen. Durch dieses Geschenk zählt die Bibliothek nunmehr 24OO Bände. — Ziegeleibesitzer Löwenthal in Kolmar i. P. hat von einem Schwager aus Amerika die respektable Summe von 50,000 M. geerbt. — Kaufmann Meier Goldschmidt in Lissa hat im vorigen Jahre ein zu vier Prozent angelegtes Kapital in Höhe von 5OO M. dem dortigen Magistrat überwiesen. Für die Zinsen soll Brennmaterial beschafft und dasselbe im Januar jedes Jahres an drei israelitische und drei christliche Arme vertheilt werden. — In der jüngst stattgehabten Repräsentanten-Versammlung der Synagogen - Gemeinde in Wreschen sind Kaufmann Hugo Ehrenfried zum ersten Vorsteher, Kaufmann Louis Türk zu dessen Stellvertreter, Rechtsanwalt Peyser zum Schriftführer und Kaufmann Louis Siebarth zu dessen Stellvertreter gewählt worden. — Gemäß eines in einer Verfügung vom Kultusminister Dr. Bosse ausgesprochenen Wunsches, daß

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