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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1882-12-19 · Heft 51 (19.12.1882) · p. Seite 838

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
46 (1882)
Issue
Heft 51 (19.12.1882)
Date
1882-12-19
Page
Seite 838 (sequence 10)
Language
German
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daß vor Gefahr und Noch alle jene kleinlichen Leidenschaften verschwinden, welche sonst aus confessionellen, Partei- oder persönlichen/ Rücksichten Menschen von Menschen trennen. Juden und'Christen standen sich gegenseitig in rühmlichster Weise bei und es ist bezeichnend, daß z. B. in Beuel einer jüdischen, aus ihrem Häuschen-geretteten Familie der Küster die Kirche öffnete,' und sie in der wohlgeheizten Sakristei unterbrachte. Möchten doch nach den gemeinsam bestandenen Gefahren alle jene Reibungen, welche der wahren Religiosität und Sittlichkeit widersprechen, niemals wieder auftauchen. ' Alzey, 7. Dec. (Privatmitth.) Der deutsch-israelitische Gemeindebund bereitet durch ein Circular, (f. Nr. 49) worin er zu Sammlungen auffordert, ein Ehrengeschenk für das deutsche kronprinzliche Ehepaar bei Gelegenheit der demnächstigen Feier von dessen silberner Hochzeit vor. Diese Sammlung soll dem kronprinzlichen Jubelpaar in Verbindung mit den Geldern, welche bereits für die goldene Hochzeitsfeier des kaiserlichen Ehepaares gesammelt wurden, zu einem Pensionsfonds für.die jüdischen Cultusbeamten.übergeben werden. Beides, das kronprinzliche Ehrengeschenk und die Sicherstellung unserer jüdischen Cultusbeamten, bezeichnen wir als eine Ehrenpflicht für das deutsche Israel. Wir hoffen auf eine recht zahl- und erfolgreiche Betheiligung, zumal. der Kronprinz, durch seine.energische Verurteilung der antisemitischen Bewegung sich den jüdischen Herzen besonders.nahe gestellt hat.' . Wir hoffen auch deshalb, darauf, weil wir diese Gelder gleichsam für uns selbst sammeln, indem sie unseren Cultusbeamten zu Gute kommen sollen. Allen muß daran gelegen sein, daß die Lebensstellung und die Zukunft unserer Cultusbeamten Lesichert werde, daß sie nicht im Leben rechtlos dastehen und in ihrer Sorge für Alter und Tod nicht ausschließlich von der Gnade der Gemeinden abhängen, zumal diese selbst beim besten Willen nicht einmal immer im Stande sind, die jedesmaligen Bedürfnisse allein zu befriedigen. Die Härten, deren die Gemeinden, da oft angeklagt werden, liegen in gar vielen Fällen zum Bedauern der Gemeinden selbst in ihren Verhältnissen, — freilich jedoch auch nicht immer. Wir haben, eine Religion der Liebe, und . beweisen dies stets durch Wort und That; warum nicht auch unseren Rabbinern, Lehrern, Cantoren und anderen Cultusbeamten gegenüber? Kommt es doch bis auf die jüngste Gegenwart vor, ich rede von thatsächlichen Vorkommnissen,, daß ,in den größten und reichsten Gemeinden emeritirten Rabbinern, die nichts besaßen, oder Wittwen verstorbener Rabbiner, die nichts hinterließen, ein Gnadengehalt vom Vorstande bewilligt, oder in der Gemeinde um. ein Gnadenkapital für dieselben gebettelt werden mußte. Danken wir es daher dem deutsch-israelitischen Gemeindebunde,. daß er . sich dieser Sache annimmt. Zum Beweise, wie sehr sich der Gemeindebund dieser Angelegenheit zur Lösung der Cultusbeamten-Frage annimmt, führe ich auszugsweise einen Brief des zeitigen Vorsitzenden, Herrn Geheimen Sanitätsrath vr. Kristeller in Berlin, an. „Die Fürsorge für unsere Beamten, denen unsere Bildung'und Erziehung im weitesten Sinne anvertraut ist und welche unsere Jugend zu religiös-sittlichen Menschen und zu tüchtigen Bürgern erziehen sollen, erachte ich als die wichtigste Aufgabe des Bundes. Diese braven Bolkslehrer, mögen sie von der Kanzel, dem Katheder herab,. von einer Amtsstube heraus durch Wort, Schrift, und Beispiel erziehlich wirken, diese zu stärken, sie arbeitsfroh und arbeitskräftig zu machen, kdarin sehe ich das geeignetste Mittel zur Sicherung unserer erhabenen Traditionen und zur Besserung unserer socialen Lage. Der stillen Arbeit unserer Volkserzieher allein kann das große. Werk der Selbstemancipation gelingen. Für diese Arbeit sich dankbar, zu zeigen, die Arbeiter zu stärken, die Arbeitsfrucht mit Ernst und Andacht ins Leben hineinzutragen, das ist die Aufgabe der. jüdischen Familienväter. Bei diesem ganzen Vorgänge die treue und rechtschaffene Vermittelung zu übernehmen, darin sehen wir die Aufgabe des deutschisraelitischen Gemeinde-Bundes, die Achawa in erster. Linie Und auch die anderen bis jetzt, weniger ausgestatteten Unterstützungsvereine müssen gepflegt-werden und immer weitere Ausbreitung finden. Neben diesen aber, welche zum Theil noch immer auf Wohlthätigkeit werden beruhen müssen, muß eine Central-Versicherungs- und Pensionskasse geschaffen werden, welche ihren Clienten den Genuß juristischer Sicherheiten vermittelt. Wir. sind hierfür mit den Vorarbeiten beschäftigt. Die Selbsthülfe der Beamten wird bei der Ausführung in Anspruch genommen werden. Es muß sich unter , den Beamten eine Art Corpsgeist entwickeln, der es jedem Mitglieds zur Ehrenpflicht macht, schon in jüngsten Jahren, für die materielle Sicherung seiner Zukunft und für seine einstigen Hinterbliebenen Sorge zu tragen. Das muß schon auf den Bildungsanstalten den jungen Leuten eingeprägt werden. Es muß als ein ehrenrühriges Verhalten, erklärt werden, diese Sorge zu vernachlässigen, leichtfertig in die. Zukunft hine.inzuleben und sich mit dem Mitleid der Glaubensgenossen zu vertrösten. Es wird nur noch unverschuldete Unglückliche geben, dürfen, und die Sorte der Leichtfertigen wird auf den Aussterbeetat kommen!! — Ich wiederhole, wir find den Herren von der Verwaltung des deutsch-israelitischen Gemeinde-Bundes zu vielem Dank verpflichtet; beweisen wir diesen durch die. That, die Gemeinden in gleicher Weise, wie die Cultusbeamten. . Dr. Rothschild. Oesterreich-Ungarn. . Wien, tz.,,Dez. . (Privatmitth.) Mit Bezug auf. den Fall -in Schlesien (vgl. Allg. Ztg. d. I., Nr. 49), wo ein

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