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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1882-11-21 · Heft 47 (21.11.1882) · p. Seite 768

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
46 (1882)
Issue
Heft 47 (21.11.1882)
Date
1882-11-21
Page
Seite 768 (sequence 6)
Language
German
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jetzt auch in Separatabdruck erschienen ist. Der Verf. beleuchtet die Berhältnisse des weiblichen Geschlechts bei den Juden, wobei er zu dem Resultate kommt/ daß bei denselben, so lange sie, dem väterlichen Glauben Iren, dem ethischen Inhalte des Gesetzes anhingen, eine Frauensrage nicht vorhanden wäre. Die Arbeit des jungen Gelehrten ist sehr günstig ausgenommen worden. — „Israels Rückkehr. Predigt gehalten am Versöhnungstage von vr. Heinrich Jan los, Rabbiner zu Aachen. (Auf Wunsch des Vorstandes der Synagogengemeinde dem Druck übergeben. Aachen, Stercken 1882.)" In kerniger Sprache schildert der Redner im ersten Theile die während der letzten Jahrzehnde in der Gesammtheit der Juden herrschende' Tendenz, sich immer mehr vom Judenthume zu entfernen und dessen wesentliche Erscheinungsformen aufzugeben, um hierdurch das Streben nachdrücklich zu erweisen, daß sie sich den Nationen amalgamiren wollten. Hierauf zeigt er, wie in den letzten Jahren die Juden zurückgewiesen, als Fremde und Eindringlinge bezeichnet, und ihre Vereinigung mit den Völkern abgelehnt wurde. Im zweiten Theile fordert er daher zur Rückkehr auf, die insbesondere in der Wiedererlangung und Belebung des jüdischen Bewußtseins bestehe, sich als Juden zu fühlen und zu wissen. Nicht, daß die Juden ihre Errungenschaften an Kultur und Bildung, ihre Theilnahme am nationalen Leben, ihr Interesse für alle nationalen Aufgaben preisgeben sollten. Aber wir sollen Hiermit das Gefühl verbinden, daß wir Glieder der jüdischen Gesammtheit sind, und zwar mit Stolz und Genugthuung auf die erhabenen Ideen und Wahrheiten auf die Vergangenheit, die Kämpfe und Leistungen, mit Vertrauen und Muth auf die Zukunft Israels. Hierzu sei der nächste Weg, sich wieder für die Angelegenheiten des Judenthuws, für die geistigen und wissenschaftlichen Bestrebungen in seinem Schoße, für die jüdische Literatur und Presse zu interessiren. Dies das Gerippe der trefflichen Rede, das mit vielen zutreffenden Bemerkungen und Auslassungen bekleidet ist. Dieselbe wirdwie auf die Hörer, so auch aus jeden Leser Eindruck machen. Wir hätten allerdings gewünscht, daß der Redner im ersten Theile auch die mannigfachen' positiven Bestrebungen für Synagoge, Religionsunterricht, Wissenschaft und Literatur geschildert hätte, welche trotz alledem während des letzten halben Jahrhunderts, namentlich im deutschen Judenthume so erfolgreich gepflegt wurden, um somit der negativen Seite ein um so helleres Spiegelbild entgegenzuhalten. — Die Ewigkeit der jüdischen Religion. Eine Sukkothpredigt von Rabbiner Dr. Ludwig Stein. (Berlin, Driesner). Der Hauptgedanke dieser Predigt ist, daß, um dem Judenthume seinen ewigen Bestand zu sichern, die streng religiöse Erziehung der Kinder unumgänglich nothwendig sei. Der Redner macht sich die Durch- und Ausführung dieses Gedankens dadurch schwer, daß er die vier Pflanzenarten des Sukkothstraußes zur Vergleichung heranzog. — Von der deutschen Ausgabe der Broschüre: „die Londoner Rathhausversammlung für die verfolgten russischen Juden unter dem Vorsitz des Lordmayor am 1. Februar 1882" (Berlin, Louis Gerschel 1882) ist eine zweite vermehrte Auflage erschienen. Vermehrt ist sie durch eine Vorrede über die Wahrheit der Berichte, sowie durch die Parlamentsverhandlung über den Antrag des Barons H. de Worms. Die Broschüre behält um so mehr ihre Wichtigkeit, als von dieser Versammlung die ganze Reihe ähnlicher Protest- und Hülfsmeetings m großen und kleinen Städten Europas und Amerikas ihren Ausgang genommen hat. — %><2Ak\AM<p/V\ Deutschland. Berlin, 5: Nov. Die Voruntersuchung gegen Dr. Henrici wegen Aufreizung zum Klassenhaß ist nunmehr eingeleitet. Einzelne Reden, welche derselbe in Betreff der Judenfrage im Socialen Reichs-Verein gehalten, bilden die Unterlage dieser Untersuchung /- welche Landgerichtsrath Tacken führt. Dr. Henrici hatte erst am Samstag Vormittag wiederum eine Vernehmung vor dem Untersuchungsrichter. Berlin, 7. Nov. (Privätmittheiluug.) Das statistische Bureau hat eine Uebersicht über die Eheschließungen in Preußen im Jahre 1881 veröffentlicht. Rein evangelische Ehen wurden geschlossen 180,874, rein katholische -60,894 und rein jüdische 2276, die übrigen (insgesammt 209,586) waren Mischehen, in 135 Fällen heiratheten christliche Männer jüdische Frauen, in 115 Fällen jüdische Männer christliche Frauen. — Nuppel ist abermals vom Schöffengericht zu 150 Mark Strafe verurtheilt worden, und zwar wegen Beleidigung des Banquier Schüler in Düsseldorf in seiner „ Ostend- Zeitung." — — Der jüngst aus dem Prozeß mit zwei jüdischen Kaüfleuten erwähnte Juwelier Kölzsch erschien gestern vor dem Strafsenat des Kammergerichts, um die Revision gegen seine -in den Leiden Vorinstänzen wegen Beleidigung des Kaufmanns Eckersdorf erfolgte Verurtheilung zu 400 Mark Geld- ' strafe event. 40 Tagen Haft persönlich zu vertreten. Die ' Vorderrichter hatten auf Grund der Gutachten von Schreib-

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