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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1882-10-10 · Heft 41 (10.10.1882) · p. Seite 670

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
46 (1882)
Issue
Heft 41 (10.10.1882)
Date
1882-10-10
Page
Seite 670 (sequence 6)
Language
German
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670 des Maimonides (Text und Uebersetzung) und ein Dokument über 'David - Alroy mit aus einem Manuskripte der Bodleiana in Oxford, zwei Schriftstücke, die von geschichtlichem Interesse , sind. Ueber Abba Mari von Lunel, der der Urheber des erbitterten Streites im 14. Jahrhundert zwischen den orthodoxen und den philosophisch gebildeten Rabbinen gewesen , , bringt H. Groß.eine höchst dankenswerthe ausführliche Notiz. Isidor'Loeb veröffentlicht eine Anzahl hebräischer. Kaufverträge in? Spanien aus dem 11. und 12. Jahrhunderts welche. Herr Fidel Fita von Madrid in dem Schatze der Kathedrale von Leon aufgefunden hat. Dieselben betreffen fast alle-den Verkauf von' Weinbergen. Außer diesen und anderen Abhandlungen bringt das Heft auch mannigfaltige Noten-und kleinere Artikel von mehr oder weniger Bedeutung, z. B. von I, Halsvy eine Kritik der Erzählung vom Samaritaner bei-Lukas, eine bibliographische Uebersicht aus dem zweiten Vierteljahr 1882 u. s. w. — Die Affen bei den Hebräern und anderen Völkern des Alterthunis von vr. B. Placzek. (Stuttgart, Schweizerbart 1882.) Der Zweck dieses nlit großer Belesenheit verfaßten Schriftchens ist, annehmbar zu machen, daß die Hypothese von der Abstammung des Menschen vom Affen schon bei. den Völkern des Alterthums Andeutungen finde, wenn nicht geradezu ausgesprochen worden. Uns scheint, daß der Verfasser diesen Beweis nicht geführt hat. Denn die Ähnlichkeiten, die der Affe mit dem Menschen hat, konnten auch den Älten nicht unbemerkbar bleiben, und daß die orientalische Phantasie diese Aehnlichkeiten M mancherlei^ Gleichnissen und Fabeleien verwendete, ist. selbstverständlich/ ohne daß'daraus eine so heterodoxe Ansicht. erflossen wäre.;. Näher lag es, die Affen für entartete Menschen zu halten. Im Uebrigeü gehört wohl jene, vor Jahrzehnten mit -so vielem Geräusche 'verbreitete Hypothese jetzt, bereits- -zu den aufgegebenen. Thatsächliche Beweise für diese Wandelungsprozesse aus Bedürfnissen Und Bedingungen, wie die echte Naturwissenschaft sie verlangt, können nicht erbracht werden, und gerade bei den Menschen am wenigsten. Die ältesten:Reste prähistorisch'er Menschen zeigen vollständig die . noch gegenwärtige Beschaffenheit -der'Menschen, namentlich.-was Größe und'Gestalt der Hirnschale betrifft. Alles, was die Darwinisten dafür anführen , berucht nur auf Beobachtungen'bei; unseren Hausthieren. Dies find wenigstens, die Resultate^ ^welche von' den bedeutendsten Naturforschern unserer Tage als-sicher angenommen werden. Kindisch sind dabei die Erklärungsversuche, z. B., daß die Affen die vier Hände behalten hätten, weil sie auf Bäumen lebten, wahrend die Menschen auf den Boden hinabstiegen. Man könnte einfach fragen, warum haben die Affen dies nicht auch gethan? Wir gingen einen Augenblick hier auf diesen Gegenstand ein, weil wir bedauern, daß diese Art Anschauung auch in unseren Reihen Platz greift.' "— Der Arbeiterstand bei den Palästinensern, Griechen und Römern. Vortrag am 12. August 1882 vor den Arbeitern der Lokomotiv-Fabriken in Floridsdorf und am 28. August 1882 vor den Eisen-, Metall-und deren Hilfsarbeitern Wiens und Niederösterreichs im Saale des Gasthofes „ zum grünen Jäger" V, Bezirk in^Wien, gehalten. Auf Verlangen der Arbeiter gedruckt. Von vr. I. S. Bloch. (Wien, 1882. Löwy.) Wir geben hier den Titel dieser Broschüre in seiner ganzen Ausdehnung.wieder, weil unser Leser dadurch in den Stand gesetzt wird, Zweck und Form derselben am richtigsten zu beurtheilen. Wir legen dieser Broschüre einen großen Werth bei und wünschen deren allgemeinste Verbreitung. Dieselbe bearbeitet ihren Gegenstand mit ebenso ausgiebiger Sachkenntniß wie mit ungewöhnlichem Geschick, das reiche Material richtig zu verwerten. In schlichter Sprache, mit Anführung der Quellen für jede seiner Behauptungen zeigt der Verfasser den klaffenden Unterschied in der Würdigung der Arbeit und der Arbeiter bei den Griechen und Römern einerseits und bei den Palästinensern, die man jetzt „Semiten" nennt, andererseits. Bei jenen war die Arbeit mißachtet und unehrenhaft, und die Arbeiter waren Sklaven. Bei den Palästinensern, in der biblischen wie in der talmndischen Zeit arbeitete das ganze Volk, stand die Arbeit in höchsten .Ehren, waren die Arbeiter nach jeder Richtung hin durch das Gesetz und die Sitte geschützt und erlangten die höchsten Ehrenstellen, sobald sie sich durch Wissen und Wandel zu diesen fähig gemacht. Die sämmtlichen Institutionen des gesellschaftlichen Lebens beruhten bei den Palästinensern auf dieser Anschauung. Die europäische Welt ist aber vielmehr aus dem Griechenthum und Römerthum aufgewachsen als aus dem Palästinenserthum. Der ganze Vortrag ist mit Beispielen und Belegen hierfür erfüllt und bringt so zugleich eine Ehrenrettung des Talmuds. Der Redner schließt mit den Worten: „Meine Herren! Habe ich nach alle dem Recht oder Unrecht, wenn ich sage, baß. unsere bürgerliche Gesellschaft, die bei allen ihren Aposteln der Humanität und der Völkerverbrüderung das Schauspiel des grimmigsten Racenhasses, der grausamsten Völkerkriege nicht los wird, bei allen erstaunlichen. Fortschritten in. der industriellen Entwickelung, ihren wunderbaren Maschinen, elektrischen Drähten, geflügelten Schiffen # und Feucrwagen, ohnmächtig ist, der unglücklichen Lage, der zunehmenden Verarmung ' der arbeitenden Bevölkerung, welche Trägerin ist aller Industrie, abzuhelfen, leider viel zu viel von den eroberungslüsternen Römern, den.kunstschwelgerischen Griechen, viel zu wenig von den nüchternen arbeitenden Palästinensern gelernt hat? Nein, nicht der Kamps gegen den Semitisnms, sondern der f ür ihn würde von den wohlthätigsten Folgen sein für die arbeitende Bevölkerung, für das Heil des Staates." — Lichtstrahlen aus dem Talmud. Von I. Stern, Rabbiner (Stuttgart). (Zürich, Verlags-Magazin 1882.) Seit-

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