Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 46 (1882)
- Issue
- Heft 37 (12.9.1882)
- Date
- 1882-09-12
- Page
- Seite 609 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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;-vu-x;« t; 609 Louis Lewinsohn-Lyck und Nathan Lublinski-Johannisburg als Beisitzer, Klein-Königsberg und Wolffgang-Insterburg als Schriftführer berufen, wurde zur Erledigung der auf die Tagesordnung gestellten Gegenstände geschritten. Aus dem von dem Verbandsvorsteher A. Elösser-Insterburg vorgetragenen ^Bericht über die Verbandsleitung entnehmen wir, daß von den 55 Gemeinden Ostpreußens'35 dem Verbände angehören. Außerdem zählt derselbe ca. 200 persönliche Mitglieder, denen zwar die Theilnahme an den Berathungen in den Generalversammlungen, aber kein Stimmrecht zusteht, welches nur von den Delegirten der Verbandsgemeinden ausgeübt wird. Die Thätigkeit des Verbandes im verflossenen Jahre kulminirte in der Veranstaltung einer am 9./10. Januar d. I. in Königsberg stattgehabten Konferenz der jüdischen Lehrer Ostpreußens, in welcher ein Normalschul- und Stundenplan, unter Bezeichnung der einzuführenden Lehrbücher und eine Schulordnung für die Religionsschulen berathen und festgestellt, welche den Verbandsgemeinden sodann von dem Ausschuß zur Annahme und Einführung auf das Dringendste empfohlen wurden. Außerdem ist es bereits möglich geworden, einem Lehramtskandidaten eine Subvention von 200 Mark zuzuwenden und einen Fonds zur Altersversorgung von Gemeindebeamten zu stiften, zu welchem durch ein ausdrücklich zu diesem Zwecke bestimmtes Geschenk ' des Herrn Karl Gottberg-Lyck die erste Anregung gegeben war. Die Rechnungslegung erfolgte durch den Kassirer Wolffgang-Insterburg, und wurde demselben, nach stattgefundener Revision durch eine von der Versammlung ernannte Kommission, dankend Decharge ertheilt. Sodann erstattete Herr Rabbiner Dr. Nürnberger-Königsberg einen Specialbericht über die oben erwähnte, unter seiner Leitung stattgefundene Lehrerkonferenz, in welchem die Pflege eines geregelten Religionsunterrichts durch qualificirte Lehrkräfte als die vornehmste Aufgabe des Verbandes hingestellt wurde. — Sodann wurde der Antrag des Ausschusses auf Aenderung des Verbandsstatuts nach dem Vortrage des Referenten Klein- Königsberg angenommen. Die Aenderung bezweckte, die Thätigkeit des Verbandes auf dasjenige zu beschränken, was die jüdischen Gemeinden in der Provinz angeht, also all das, was in ihren Wirkungskreis fällt, auch als seine Sorge zu betrachten, dagegen aber, was darüber hinausgeht, fallen zu lassen. Die en dloe - Annahme des revidirten Statuts erfolgte einstimmig. Ein Antrag von Schwarz-Gutstadt, betreffend Anstellung eines Schulinspektors, wurde in der rnodificirten Form angenommen, daß eine möglichst häufige Inspektion der Religionsschulen durch qualificierte Kräfte angestrebt werden solle. Auf den Antrag der Gemeinde Lötzen, betreffend Altersversorgung der jüdischen Lehrer, wurde berichtet, daß bei der in Königsberg stattgehabten Konferenz sich ein Komitee zur Ausarbeitung eines bezüglichen Planes gebildet habe, dasselbe habe bis jetzt allerdings das Resulta seiner Arbeiten dem Ausschüsse noch nicht unterbreitet, es solle aber dieserhalb monirt werden und könnten jedenfalls alle dahin zielenden Bestrebungen auf die intensivste Förderung seitens des Verbandsausschusses rechnen. Betreffend die Ausbildung von Religionslehrern ist der Ausschuß mit dem israelitischen Studienbeförderungsverein in Königsberg und dem Verbände der Rabbiner Ost- und Westpreußens in Verbindung getreten, welche je zwei Mitglieder ihrerseits zu einer zu bildenden gemischten Kommission designirt haben: von der Versammlung werden die Herren Schwarz-Gutstadt und Hertz-Gerdauen zu dieser Kommission deputirt. Die bisherigen Mitglieder des Schiedsgerichts vr. Bamberger- Königsberg, Elösser-Insterburg, Schwarz-Gutstadt und Karl Gottberg-Lyck wurden wiedergewählt. Nachdem,sodann der Etat pro 1882/83, welcher mit 1260 Mark balaneirt, angenommen worden, erfolgt die Neuwahl des Ausschusses durch Stimmzettel. Es werden in denselben wieder- resp. neugewählt die Herren Alexander-Goldap, Davidsohn-Lötzen, Elösser-Insterburg, Karl Gottberg-Lyck, Hertz-Gerdauen,. D. M. Jakoby-Bartenstein, A. Jakoby-Rastenburg, Lewkonja- Johannisburg, Louis Rosenberg-Tilsit, Salzmann-Allenstein, Schwarz-Gutstadt, Wolffgang-Insterburg. Zum Verbandsvorsteher für das nächste Vereinsjahr wurde A. Elösser- Jnsterburg einstimmig wiedergewählt. Der. Letztere schloß sodann die Verhandlungen mit dem Wunsche, daß der Verband sich immer kräftiger entwickeln und dem ihm vorschwebenden hohen idealen Ziele möglichst Nachkommen möge. — Der Versammlung schloß sich ein Festmahl an, gewürzt mit zahlreichen Toasten, deren erster, von Karl Gottberg-Lyck ausgebracht, dem Kaiser galt, und begeisterten Wiederhall fand. Der Gemeinde Lyck und insbesondere dem Festkomitee gebührt Dank für das durchweg gelungene Arrangement. Italien. Neapel, 23. August. Ein Korrespondent der „Times" berichtet über einen höchst merkwürdigen Fund in Pompeji,, das bekanntlich im Jahre 79 nach der gew. Zeitr. verschüttet worden. Der Bericht lautet: In Pompeji ist ein höchst interessantes Gemälde aufgefunden und gestern unter den pompejrnischen Fresken, im Museum zu Neapel untergebracht worden, welches „das Urtheil des Salomo" vorstellt. Es ist dies das erste Gemälde über ein biblisches Sujet, das erste Fragment des Judenthums, welches in den verschütteten Städten bisher gefunden worden ist. Aus diesem Grunde habe ich es heute sorfältig studirt und übersende ihnen eine Beschreibung desselben, da ich glaube, daß die. Entdeckung eines solchen Bildes ein Gegenstand des allgemeinen Interesses ist. Das Gemälde ist '6% Fuß lang , 19 Zoll hoch und von einer schwarzen, ungefähr 1 Zoll breiten Linie ein- 37 iiiiiiii