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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1882-09-12 · Heft 37 (12.9.1882) · p. Seite 608

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
46 (1882)
Issue
Heft 37 (12.9.1882)
Date
1882-09-12
Page
Seite 608 (sequence 8)
Language
German
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. ' Deutschland. ■■; . Berlin, 28. August. (Privatmitth.) - Kaum sind die höhen Feiertage in Sicht, und die hiesigen.Blätter wimmeln von Anzeigen über Privatgottesdienste, die in geeigneten und ungeeignetest Lokalen für das Neujahrs- und Versöhnungsfest hergestellt werden. So zähle ich in der V. Z. vom gestrigen Tage zehn "solcher Ankündigungen, jede einen besonderen Prediger anführend, der den - Gottesdienst leiten und mit Predigt versehen Wird. Daß alle diese Veranstaltungen^ welche keinerlei SubVesttiön stus Geineindemitteln erhalten, ihre Kosten deckest, ist Zeugniß für das religiöse Bedürfnis das zu diesen Festen alle' Bekenner des Judenthüms mit geringzähligen Ausnahmen vereinigt, so - daß die verhältnißmäßig zählreichen, das ganze Jahr bestehenden Synagogen, die Menge nicht zu fassen vermögen: -- Dresden, 26. August. Es war doch ein wenig zu viel vorausgesetzt, wenn in verschiedenen Blättern: berichtet ward, daß die sächsische Regierung demantisemitischen Kongreß Schwierigkeiten verursachen Werde. Das „ Dresdener Journal", das amtliche Blatt der sächfischen-'Regierung',- '"äußert'"stch darüber: „ Mehrere' Blätter haben' eines Gerüchtes erwähnt, es werde in sächsischen Regierungskreisen die' Frage diskutirt, ob der Kongreß, welchen die deutsche Reformpartei in den Tagen des 11. und 12. September in Dresden abzuhalten gedenke, zuzulassen oder zu Hintertreiben sei, und daß, wenn auch ein förmliches Verbot Nicht wahrscheinlich sei, doch aus Andeutungen', die in maßgebenden sächsischen Kreisen laut geworden seien, entnommen werdest müsse, daß der geplante Kongreß nicht gerade erwünscht sei, und daß derselbe sich jedenfalls * einer scharfen polizeilichen Kontröle zu ' unterwerfen haben werde. Sichern: Vernehmen nach ist die obige Mittheilung unbegründet, indem für die Regierung bis jetzt durchaus keine Veranlassung Vorgelegen hat, bezüglich jenes Kongresses irgend eine Entschließung zu fassen, und keinerlei Umstände vorhanden sindwelche die Anordnung besonderer polizeilicher Maßregeln - nothwestdig erscheinest lassen könnten." - Trier, 26. August. (Privatmitth.) Wenst die --Trierfche Landeszeitung" seit Jahren in der gehässigsten Weise ihre kätholischen Leser gegen ihre jüdischen Mitbürger 'aufzuhetzen versucht und jüngst den Tißa-Eßlarer Prozeß benutzt, um dem Judenthum'e die schwärzesten Handlungenuachzüsagen, so müssen wir' der'hier'' erscheinendest „Saar-' und Mosel- Zeitung" Dank 'und' Anerkennung für die' 'kräftige Art "aus^ sprechen, mit 'welcher sie 'die Abwehr gegen ' solches' ustqualifizirbares Vorgehen führt und der Tr. L. Z. ihre Absurditäten nachweist. So namentlich in zwei Aufsätzen I in ihrer Nummer vom 24. August, so daß wir' die Ver- I breituug dieses Blattes nicht genug empfehlen können.' Wolfenbültel, 27. August/ In der Aula der Samsonschule würde heute durch einest feierlichen Schulakt die Eistweihung des neuerbauten Schulgebäudes vollzogen: Es wärest zu der Festlichkeit neben Angehörigen der Zöglinge die Administratoren der' Anstalt, die Spitzest der hiesigen Behörden, Vertreter des Magistrates und der Stadtverordneten - sowie Lehrer der hiesigen Schulen und sonstige Ehrengäste in größer Zähl erschienest. Die Feier wurde" durch einest Chorgesang der Schüler eingeleitet,' nach dessen Beendigung der Geheimrath Cohn aus Hannover' das Wort ergriff. ‘' Anknüpfend an die Höhe Bedeutung des heutigen -Tages warf derselbe einen Rückblick auf die Entwickelung der nun seit ö6 Jahren bestehenden Anstalt, welche durch die Hochherzigkeit eines Manstes in bescheidenen-Perhältniffest - gegründet,' sich im Laufe der Jahre aus kleinen Anfängen zu der jetzigen. höheren Bedeutung nach und nach erhoben habe. Mit warmen Worten der Anerkennung gedachte Redster auch der segensreichen Wirksamkeit der früheren Anstaltsdirektoren, der Herren Ehrenberg (Väter und Sohn), sowie des jetzigen Leiters der Anstalt, vr. Rosenstock. Im Namen der Administration übergab Redner sodann dem Letzteren das neue Schulgebäude zur Fortführung der Lehranstalt in bisheriger Weise. — Nunmehr betrat Dr. Rosenstock den Katheder, um in längerer fesselnder Rede die verschiedenen Seiten der Jugenderziehung »(Charakter-, Geistes- und Herzensbildung)' zu. beleuchten, als deren Endziel die Entwickelung der wahren Humanitätder werkthätigen, beglückenden Liebe zu betrachten ist. Mit einem Gebete für die Schule, die Administratoren der Anstalt, ‘ der Stadt Wolfenbüttel und unfern Landesherrn schloß Redner seinen überaus ansprechenden Vortrag. Nachdem sodann durch Chorgesäng die würdige Feier' beendet war,; vertheilten sich auf Eistlüdustg des Direktors die erschienenen Gäste, um sowohl das neue Gebäude als auch die Neu-Einrichtungen im alten ' Schulhäuse zu besichtigest. Ersteres ist "ein dreistöckiger massiver1 Bau- - dessen untere Stockwerke ausschließlich Unterrichtszwecken dienen, Während ist der dritten Etage sich Lehrerwohstungen befinden. Die Einrichtung ist durchweg sehr solide und entspricht in Bezug auf Beleuchtung, 'Besttilatiön, Heizstng’ ic.‘ attett Anforderungen der Neuzeit. Das alte Schulhaus ist fetzt' vollständig für das' Internat' eingerichtet" und enthält u. A. Arbeits-, Speise'-,'Ankleide- und Schlafräume für die Zöglinge-der'Anstalt. " 1 Lyck, 23: August, tzeüte' fand hier die Weite ordentliche Generalversammlung des Verbandes 'der Shnagogengemeindest Ostpreußens statt. NaH Bildung-des Büreäus-in ivelches die Herten A. Elösser-Insterburg als Vorsitzender,

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