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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1882-07-11 · Heft 28 (11.7.1882) · p. Seite 469

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
46 (1882)
Issue
Heft 28 (11.7.1882)
Date
1882-07-11
Page
Seite 469 (sequence 13)
Language
German
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schichte, besonders auch über Zoologie und Cosmogonie der Bibel, so daß er zum Präsidenten der natürhistorischen Gesellschaft von Montreal erwählt wurde, 1848 wurde er als Professor der hebräischen und "semitischen Literatur an der Universität zu Montreal angestellt, welche Stellung er bis zu seinem Tode behielt. De Sola .gehörte als Rabbi zu der striktorthodoxen Richtung, und setzte nach Jsaac Leeser's Tode die Uebersetzung der Bibel und des Gebetbuches fort» An verschiedenen Zeitschriften arbeitete er mit. — Die Wiener Universität hatte einstimmig beschlössen, den Pros. Leyden in Berlin (Israelit) an Stelle des verst. Klinikers Duschek zu berufen. Leyden will indeß zu großer Freude seiner Schüler und der Berliner Aerzte seine Stellung in Berlin nicht äufgeben. — , Aeuilleton. (Korrespondenz. Die am 28. und 29. Mai in Dortmund abgehaltene Conferenz des Vereins isr. Lehrer Westfalens und der Rheinprovinz. Der 28. Mai c. fand zur Jahresconferenz 33 Lehrer Rheinlands und Westfalens in der industriellen Stadt Dortmund versammelt. Der Präses des Vereins Herr Blume-, nau und der Präses der jüd. Gemeinde, Herr Heymann, begrüßten die Versammlung mit herzlichen Worten. In die Tagesordnung eintretend giebt der Vorsitzende die übliche Geschäftsübersicht, aus welcher wir entnehmen, daß auch im abgelaufenen Jahre wieder eine Reihe von Aufnahmen in die „Unterstützungskasse des Vereins" stattgefunden habe, und noch einige Aufnahmegesuche vorliegen, daß das Vermögen der Kasse zur Zeit etwa 45000 Mark betrage und daß im Laufe dieses Jahres 1 emeritirter Lehrer, 7 Wittwen und 14 Waisen mit zusammen 2255 Mark unterstützt worden. Herr Vorsteher Heymann-Dortmund giebt seiner Verwunderung und seinem Bedauren Ausdruck, daß unter den vielen Lehrern Westfalens und der Rheinprovinz nur 57, also etwa der vierte Theil Mitglieder der Kasse sind und giebt den noch nicht beigetretenen Lehrern den freundlichen Rath, diesem so wohlthätig wirkenden Institute beizutreten. Diese Mahnung legt auch der Präses der Conferenz den noch nicht beigetretenen warm ans Herz, und Schreiber dieser Zeilen erlaubt sich, die von Herrn Blumenau schon oft gestellte Bitte nochmals an dieser Stelle zu wiederholen, daß auch die Kollegen, die nicht Mitglieder der Kasse sind oder sein können, nach dem schönen Vorgänge so mancher braven Kollegen, gleichwohl in ihren resp. Gemeinden für unsere Unterstützungskasse thätig sein mögen, sei es durch Abhaltung von Collekten oder auf eine andere ihnen dienlich erscheinende Weise. Einige freie Stunden genügen, um diese hohe Standespflicht zu erfüllen, und mögen sie bedenken, wie manche Thräne sie trocknen und wie manche Roth sie lindern durch dieses kleine Opfer an Zeit. Auch bei freudigen und traurigen Familienereignissen in der Gemeinde bedarf es oftmals nur eines Winkes, um für unsere Unterstützungskasse ein Scherflein zu /erhalten. Der Vorsitzende theilt ferner mit, daß Or. Leimdörffer in Nordhausen der Conferenz das Anerbieten gemacht habe, bei Abnahme von 50 Exemplaren seiner „nachbiblischen jüdischen Geschichte"- den Preis von Mk. 1,50 auf 0,50 für das Exemplar zu ermäßigen. Mit bewegter Stimme gedachte er auch des Heimgangs des Vorsitzenden des deutsch-israelitischen Gemeindebundes und Ehrenmitgliedes unsers Vereins, Herrn Jacob Nachod in Leipzig. Er schildert dessen große Verdienste um die Gemeinden und die Lehrer und beklagt seinen Tod als einen großen Verlust für alle jüdischen Gemeinden Deutschlands; an den Sohn des Entschlafenen habe er s. Z. im Namen des Vereins ein Beileid schreiben gerichtet. Die Anwesenden ehren das Andenken des theuren Todten durch Erheben von ihren Sitzen. Der „deutsch-israel. Gemeindebund", jetzt in Berlin domizilirend, hat auch in diesem Jahre den Besuchern der Conferenz einen Reisezuschuß von 125 Mark gewährt und der nunmehrige Vorsitzende des Gemeindebundes, Herr Geh. Sanitätsrath vr. Kristeller in Berlin, hat in einem Schreiben an unfern Präses in erfreulicher Weise sich dahin ausgesprochen, „daß er unter den Aufgaben des Gemeindebundes die Pflege der Lehrerverbände als eine der-wichtigsten für unsere sozialen und Kulturverhältnisse erachte." Der zweite und dritte Punkt der Tagesordnung: Die Borstandswahl, wurde sehr rasch erledigt, indem die ausscheidenden Vorstandsmitglieder und deren Stellvertreter durch Acclamation wieder, sowie zum Rendanten der Kaufmann Herr Julius Weiß in Bielefeld einstimmig gewählt wurden. Mit der Wahl Essen's als Ort der nächstjährigen Conferenz wurde der geschäftliche Theil der Verhandlungen geschlossen und Herr-Lazarus-Duisburg erhielt das Wort zu seinem Vortrage über das Thema: „Wann hat der Unterricht im Hebräischlesen zu beginnen, und auf welche Weise ist ttt kurzer Zeit Geläufigkeit darin zu erzielen?" Als Grundzüge der Arbeit des Referenten sind zu bezeichnen ein sorgfältig stüfenweises Aufschreiten von: Leichteren zum Schwereren und Wecken des Interesses der Kinder durch Darstellung bekannter deutscher Wörter in hebräischen Buchstaben. Herr Lazarus hat seine Aufgabe klar und erschöpfend gelöst.und eine nach d^em von ihm vorgetragenen Grundsätzenaüsgearbeitete heb-

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