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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1882-06-27 · Heft 26 (27.6.1882) · p. Seite 430

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
46 (1882)
Issue
Heft 26 (27.6.1882)
Date
1882-06-27
Page
Seite 430 (sequence 10)
Language
German
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-L30 Land nicht bloß von der bisherigen Zahl seiner Bewohner und ihrem Verhältniß zur territorialen Ausdehnung abhängt, sondern, wie wir schon in einem früheren Art. ausgeführt haben, auch von der Ertragsfähigkeit des Bodens, von dem Standpunkte der Industrie und der Cultur überhaupt. So z. B. ist Egypten im Nilthale dicht bevölkert und höchst ergiebig; da es aber innerhalb seiner politischen Grenze auch ungeheure Wüstensirecken einschließt, so hat es doch nur 6 Seelen auf jedem Quadratkilometer. Nun befassen zwar die B. St. ebenfalls culturunfähige Strecken; aber der bei Weitem größte Theil des Bodens ist zu dem verschiedenartigsten Anbau befähigt und doch zählen sie bis jetzt nur 5,4 Seelen auf einem Qukm. Fassen wir aber die Einwanderung russisch-jüdischer Flüchtlinge zu den gegenwärtigen Bevölkerungsverhältnissen der V. St., so stellt sich die Einwirkung derselben gleich Null. Es sind bis jetzt etwas über 4000 nach Amerika befördert; ca. 12,000 harren gegenwärtig in Brody der Beförderung, von denen jedoch ein Theil repatriirt wird. Nehmen wir nun die höchste Zahl von 30,000 Emigranten, an, so würden diese für die 52 Millionen Seelen der B. St. höchst irrelevant sein, denn sie betrügen nur 0,06 Proc. Aber gleich unbedeutend würden sie für die gegenwärtige jüdische Bevölkerung der B. St. sein. Denn diese, auf 300,000 Seelen geschätzt, bilden 0,58 Proc., und würden durch die 30,000 Emigranten nur auf 0,63 Proc. wachsen. Vertheilt man -nun diese auf die großen Länderstrecken der V. St., erwägt man, daß außer der Bodenkultur die nordamerikanische Industrie sich immer mehr zu hoher Blüthe entfaltet, daß die Mehrzahl der einwandernden russischen Juden Handwerker und Arbeiter sind, so wird man nach allen Seiten hin jeder Besorgniß enthoben sein. Jeder, der eine Gäbe für die Fortschaffung dieser unglücklichen Flüchtlinge darbringt, wird sich sagen können, daß er ein gutes, segensreiches Werk befördert, ein Werk der Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit, wie es ein größeres, nützlicheres nicht giebt. Noch mehr Licht empfängt dies, wenn , wir einen vergleichenden Blick auf die Bevölkerungsverhältnisse anderer, namentlich der amerikanischen und europäischen Länder werfen. Wir ermöglichen uns diesen durch eine sorgfältige Berechnung aus den offiziellen Angaben. In Amerika nehmen hinsichtlich der Dichtigkeit der Bevölkerung die Ver. Staaten erst den fünften Platz ein. Haiti hat auf dem Qukm. 23 Seelen, die westindischen Inseln.21, Chile 7, Central-Amerika 5,7 und die Ver. St-, nur 5,4. Dann folgt Mexiko mit 4,0, Columbia mit 3,7 und weiter hinunter bis Guyana mit 0,6 und das brittische Nordamerika mit 0,4. Ganz Amerika hat auf den Qukm. 2,4 Seelen. Wie sehr sticht dies von Europa ab, welches durchschnittlich auf den Qukm. 32 Seelen zählt. Das bevölkertste Land der ganzen Erde ist Belgien mit 187, und dennoch höchst geringer Auswanderung. Ihm zunächst hat Italien 137 und die Niederlande 121, sowie Großbritanien 110. Erst die fünfte Stelle nimmt Deutschland ein, mit 83 und der größten Auswanderung, die sechste Luxemburg mit 79, und dann erst Frankreich mit 69. Es folgt die Schweiz, die trotz ihres weiten Alpengebietes 68 zählt und Oesterreich-Ungarn mit 60, Dänemark .49, Portugal 48, Rumänien 41, Serbien und, Spanien je 32, Montenegro, Bulgarien und Griechenland je 31, europäische Türkei 26. Jetzt erst folgt Rußland und zwar mit nur 13, Schweden mit 10 und Norwegen mit 5',6.—■ Amerika mit seinen 2,4 Seelen auf den Qukm. steht weit hinter Asien mit 18 und selbst Afrika mit 7 zurück, wogegen allerdings Australien erst nur 0,5 Seelen auf den Qukm. besitzt. Hervorzuheben aus Asien sind nur das eigentliche China mit etwa 100, Japan 90, Vorderindien 58. Aus Afrika bemerken wir Sudan mit 26, Liberia mit 21, Tunis mit 18 und Algerien mit 9. Tripolis dagegen 1. Aus Australien kann man als zur Einwanderung durch die dortigen Verhältnisse sehr befähigt hervorheben: Victoria (Melbourne) mit 3,8, Neu-Süd-Wales (Sidney) 0,8 und Neu-Seeland mit 1,7 Seelen auf den Qukm. . Literarischer Wochenbericht. Bonn, 8. Juni. Im zweiten Theile unserer „Weltbewegenden Fragen" (Leipzig, Baumgärtner) Haben wir S. 119 ff. eine Abhandlung über den „Buddhismus und sein Verhältniß. zum Judenthume und Ehristenthume" veröffentlicht, in welcher wir nachwiesen, daß das Judenthum in einem strikten Antagonismus zum Buddhismus stehe, während zwischen diesem und dem Christenthume eine weseniliche Annäherung' stattfinde. Wir haben dabei nur die Glaubenssätze und den Lehrinhalt der drei Religionen geprüft und verglichen. Gegenwärtig liegt uns ein höchst beachtenswerthes Werk vor, welches eine Vergleichung mehr der äußeren Momente, wie sie von den schriftlichen Quellen des Buddhismus und des Christenthums dargestellt werden, ausführt. Der Titel ist: Das Evangelium von Jesu in seinen Verhältnissen zu Buddha-Sage und Buddhas-Lehre, mit fortlaufender Rücksicht auf andere Religionskreise '.von Rudolf Seydel. (Leipzig, Breitkopf L Härtel, 1882.) Die Aufgabe, die sich der Verfasser gestellt hat, geht dahin, Alles, was von der Person Jesu in den Evangelien berich- ..tet wird, mit dem zu vergleichen, was die Evangelien des Buddhismus von der Person Buddhci's erzählen, und hier finden sich in fast allen Punkten von den Genealogien an bis auf den Tod Jesu die überraschendsten Uebereinstimmungen. Man. überlese nur das Verzeichniß der 51 Bergleichsobjekte, um sich zu überzeugen, wie diese Aehnlichkeiten

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