Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 46 (1882)
- Issue
- Heft 23 (6.6.1882)
- Date
- 1882-06-06
- Page
- Seite 380 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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lungen über mathematisch - philosophische, psychologische und theologische Wissenschaft enthält, und'mit dem sich in neuerer Zeit Flügel, Hannberg, Hammer, Neuwerk, Steinschneider, ganz besonders aber .F. Dieterici eingehend beschäftigt haben; letztgenannter hat den größten Theil derselben ins Deutsche übertragen. Die 51. und letzte Abhandlung der Encyklopäden, welche das Wesentlichste der früheren Abhandlungen wiederholt, blieb den Juden der arabischen Kultur in Spanien nicht lange fremd, wie aus den Citaten bei Moses ben Esra, Joseph Jbn Zaddik u. a. hervorgeht, und wurde durch die hebräische Uebersetzung oder Bearbeitung, welche der Provenyale Kalonymos ben Kalonymos, der Verfasser des „Eben Bochen", im Jahre 1316 davon veranstaltete, Eigenthum der neu-hebräischen Literatur und eine beliebte Bolksschrift der Juden, so daß sie, 1557 in Mantua zuerst gedruckt, mehrere Male und noch vor acht Jahren in Wilna neu aufgelegt wurde. Diese Schrift hat Herr Landrabbiner vr. Julius Landsberger in Darmstadt mit Benutzung des arabischen Originals ins Deutsche übertragen und unter dem Titel «Jggereth baale Chajjim, Abhandlung über die Thiere von Kalonymos ben Kalonymos oder Rechtsstreit zwischen Mensch und Thier vor dem. Gerichtshöfe des Königs der Genien, ein arabisches Märchen nach Vergleichung des arabischen Originals aus dem Hebräischen ins Deutsche übertragen und mit Textescorrecturen wie mit sachlichen Erläuterungen versehen", herausgegeben (Darmstadt,, Joughaus, 1882). In der, dieser vortrefflichen Uebersetzung vorangeschickten Einleitung beleuchtet Herr Di-. Landsberger „das Leben und Wirken ihres Verfassers, die Genesis und den Inhalt der Encyklopädie, die Gesellschaft der lauteren Brüder und deren Tendenzen und Einrichtungen. Lehrreiche Sach- und Worterklärungen bilden den Anhang (S. 214—282). Wir wünschen dieser Schrift ihres ethischen und kulturhistorischen Hintergrundes wegen einen großen Leserkreis und so viele Austagen, wie das hebräische Original erlebt hat. Von demselben Verfasser erschien ferner „das Buch Hiob und Göthe's Faust. Vortrag, gehalten im Kaufmännischen Verein zu Darmstadt" (Darmstadt, G. Jonghaus, 188 2). Es ist das ein schon mehrfach behandeltes Thema; wir erinnern an den Vortrag L. Adler's „das Buch Hiob und Göthe's Faust oder Optimismus und Pessimismus" und an die Abhandlung in dieser Zeitung, Jahrg. 1880, S. 337 ff. Herr Dr. Landsberger findet die Vergleichungspunkte zwischen Hiob und Faust in. den übereinstimmenden Prologen, in den beiden Büchern gemeinsamen Ideen der Versuchung des Menschen zum Abfalle von Gott und in der Erlösung beider Helden durch eine und dieselbe Macht, die Liebe. — Das von der Alliance IsraeKte universelle vor zwei Jahren veröffentlichte Memoire über die Daggaton, wie der in der Wüste Sahara wohnende Volksstamm genannt wird , der. jüdischer Abkunft sein, soll, wurde von Henry S.>Morais unter dem Titel: „The Daggotouns*. A Tribe of Jewish Origin in the Desert of Sahara. A Review“ ittA Englische übersetzt (Philadelphia 1882).- Die Spuren dieses Volksstammes, der sich seit Jahrhunderten zum Islam bekennt, weiter zu verfolgen, ist vergebliche Mühe.und ohne Aussicht auf Erfolg. Dr. Kayserling. Pest, im Mai. (Literarische Notizen.) Von dem als Gelehrten und Philanthropen bekannten Herrn H. Guedalla in London erhalten wir in der Zeit- und Sammelschrift „Jerusalem" (London,. April) einen sehr werthvollen Beitrag zur Zeitgeschichte. Herr Guedalla, der. mit dem spanischen Minister Cänovas de Castillo u. A. wegen Rückkehr der Juden nach Spanien in Unterhandlung stand, tritt in dieser Schrift für die Auswanderung der russischen Flüchtlinge nach Palästina ein und sammelt mehrere auf dieselbe bezughabende Briefe und Artikel aus Zeitschriften. Außerdem veröffentlicht er in „Jerusalem" seine mit dey spanischen Staatsmännern geführte sehr interessante Correspondenz, einen Abschnitt aus George Eliot's Daniel Deronda mit zwei Briefen der Verfasserin, die durch die Interpellation des Baron de Worms hervorgerufenen Verhandlungen im englischen Parlament über die Gräuelthaten in Rußland, eine Musikbeilage, die bekannte Chanukka-Melodie und die Eomposition des „Zur Schochen", und einen ausführlichen Bericht über die Reisen Sir Moses Montesiore's nach Rußland in den Jahren 1846 und 1872. Dieser Reisebericht ist in schöner Ausstattung unter dem Titel nJEO N^Dn^r'yoD^ nc^D npn t- 2";nn rwm )"nn auch als besondere Schrift (London) in hebräischer Sprache erschienen. - Wir reihen hieran einige Reden. Von den Reden, welche bei der Bestattung des Rabbi Aron Kornfeld zu Goltsch-Jenikau gehalten wurde, liegen gedruckt vor: „Stelle Dir Zeichen auf!" von Oberrabbiner M. Hirsch in Prag, und „Die Steine der Mauern klagen" von Zach. Spitz, Localrabbiner in G.-Jenikau (Wien, Löwy 1882). In längerer tief empfundener und ergreifender Rede schildert Herr Hirsch den Verlust, welchen das Judenthum durch den Tod des bescheidenen und charactervollen Mannes, erlitten hat, der als talmudische Autorität und Leiter einer Jeschiba in den weitesten Kreisen bekannt war. — Die Hoffnung und der Glaube Israels in der Bedrängniß. Ein Wort zur Zeit gesprochen in der Klaus-Synagoge zu Prag am 7. Tage des Pessachfestes 5642 von M. Hirsch, Oberrabbiner (Prag, 1882). In warmer und erbaulicher Weise schildert Redner die gegenwärtigen Zeitverhältnisse, insbesondere die. Verfolgungen unserer Glaubensbrüder in Rußland und ermuntert zur Treue im Glauben. — Die modernen Anklagen gegen das Judenthum als falsch nachgewiesen, vr. Kayserling.,